Wie erlebte Booker T seine Vorgesetzten bei WWE, und wie ging er mit den ungeschriebenen Regeln hinter den Kulissen um? In seinem „Hall of Fame“-Podcast sprach der frühere World Champion über Vince McMahon, sein Verhältnis zu Triple H und eine Warnung, der er kurzerhand selbst auf den Grund ging.
Booker T erinnert sich an Vince McMahons Wutausbrüche
In einer bereits Anfang Oktober aufgegriffenen Podcast-Passage beantwortete Booker T die Frage eines Zuhörers, wie wütend er Vince McMahon hinter den Kulissen erlebt habe. Er erinnerte sich an mehrere Situationen, in denen der damalige WWE-Chef laut geworden sei. Häufig habe er solche Momente allerdings nicht beobachtet. Die beteiligten Personen wollte er nicht nennen.
„Ich habe gesehen, wie Vince wütend wurde. Ich werde hier keine Namen nennen oder jemanden hineinziehen, aber ich habe erlebt, wie er sich aufgeregt und seine Stimme erhoben hat.“
Co-Moderator Brad Gilmore wollte daraufhin wissen, ob McMahons Reaktionen mit dessen Ego zusammengehangen hätten oder mit Fehlern bei der Show. Booker ordnete die von ihm beobachteten Situationen eindeutig der Arbeit zu. Aus seiner Sicht sei der Auslöser gewesen, dass etwas nicht wie vorgesehen umgesetzt worden sei.
„Es ging immer um etwas bei der Show. Es ging immer um das Geschäft. Es war nie persönlich oder etwas in dieser Art. Es ging darum, dass etwas nicht richtig ausgeführt wurde.“
Booker zog dabei einen Vergleich zu seiner eigenen Promotion Reality of Wrestling. Auch dort habe er als Verantwortlicher schon die Geduld verloren und sei laut geworden. Solche Situationen gehörten für ihn mitunter zur Aufgabe eines Chefs. Seine Erklärung bezog sich auf die Vorfälle, die er selbst erlebt hatte; konkrete Auseinandersetzungen schilderte er nicht.
Triple H und Booker T verbindet eine Geschäftsbeziehung
In weiteren Äußerungen aus seinem Podcast beschrieb Booker sein Verhältnis zu Triple H. Dabei unterschied er zwischen einer guten beruflichen Verbindung und einer engen privaten Freundschaft. Der gegenseitige Respekt sei über die Jahre vorhanden gewesen, gemeinsame Unternehmungen außerhalb der Arbeit hätten ihre Beziehung jedoch nicht geprägt: „Hunter und ich hatten immer ein gutes Verhältnis, aber es war immer geschäftlich“, erklärte Booker.
Die beiden seien weder regelmäßig zusammen essen gegangen noch hätten sie privat miteinander Zeit verbracht. Für Booker war das kein Widerspruch zu einer funktionierenden Zusammenarbeit. Er habe ihre Verbindung nie als Freundschaft unter engen Kumpels betrachtet.
Diese Haltung hat auch seinen Umgang mit dem Wrestling-Geschäft geprägt. Für ihn habe stets die Arbeit im Vordergrund gestanden. Sein Ziel sei es gewesen, seinen Vorgesetzten zu beweisen, dass er Tickets verkaufen und damit zum Erfolg des Unternehmens beitragen könne. Freundschaften zu schließen, habe für ihn dagegen keine Priorität gehabt. Zwar habe er im Laufe seiner Karriere einige Freunde und zahlreiche gute Bekannte gewonnen, doch seinen beruflichen Erfolg habe er nie von persönlichen Beziehungen abhängig machen wollen.
Booker erklärte außerdem, dass eine solche Trennung vor Enttäuschungen schützen könne. Wer eine geschäftliche Verbindung mit persönlicher Freundschaft gleichsetzt, könne später Probleme bekommen, wenn sich die Umstände änderten. Seine Beschreibung des Verhältnisses zu Triple H stellte damit vor allem seine eigenen Erwartungen an die Zusammenarbeit heraus.
Ein Kollege warnte ihn vor Ärger wegen eines Nickerchens
Wie wenig er sich von der Verunsicherung anderer beeinflussen lassen wollte, verdeutlichte Booker mit einer Erinnerung an seine Anfangszeit bei WWE. Während der Wartezeit vor einer Show hatte er sich in der Umkleide einen Platz gesucht, um kurz zu schlafen. Daraufhin sei ein anderer Wrestler auf ihn zugekommen und habe ihn gewarnt.
Ein Nickerchen sei dort nicht gern gesehen und könne ihm erheblichen Ärger hinter den Kulissen einbringen. Den Namen des Kollegen behielt Booker für sich. Er erinnerte sich allerdings daran, wie besorgt dieser gewirkt habe.
Booker wollte herausfinden, ob die Warnung tatsächlich begründet war. Anstatt auf seine Ruhepause zu verzichten, sprach er Jim Ross an, der gerade seinen WWE-Vertrag unterzeichnet hatte. Dabei kündigte er offen an, wo er während der Pause zu finden sein würde: „Falls mich jemand sucht: Ich bin in meinem Auto und mache ein Nickerchen.“ Ross reagierte lediglich zustimmend, woraufhin Booker weiterging, ohne dass Ross Einwände erhob.
Schlaf gehörte für Booker zur Vorbereitung
Für Booker hatte die Pause einen konkreten Zweck: Er wollte ausgeruht in den Abend gehen und für seinen Auftritt bereit sein. Das Nickerchen betrachtete er deshalb als Teil seiner Vorbereitung und nach seiner Erinnerung habe ihn während seiner gesamten Karriere niemand wegen dieser Ruhepausen zur Rede gestellt. Die Warnung des Kollegen hatte sich für ihn somit nicht bestätigt.
„I“m goin‘ to take a nap… S*CKA!“ – ok, alles klar Booker 😀