Alberto Del Rio nach Einigung aus Haft entlassen

Alberto Del Rio präsentiert seine muskulöse Stärke

Alberto Del Rio ist nach mehreren Tagen in Untersuchungshaft in San Luis Potosí wieder auf freiem Fuß. Der ehemalige WWE- und AAA-Champion wurde nach einer Einigung mit seiner Ehefrau unter Auflagen aus dem Gefängnis entlassen, nachdem diese ihn Anfang April wegen häuslicher Gewalt angezeigt hatte. Parallel dazu sind bereits mehrere Wrestling-Veranstalter auf Distanz gegangen, und ein neuer Bericht aus Mexiko bringt zusätzlich einen alten Konflikt mit Stephanie McMahon ins Spiel, der eine WWE-Rückkehr laut Insidern längst ausgeschlossen haben soll.

Festnahme am 6. April und Untersuchungshaft

Der Vorfall ereignete sich am 6. April, als die Ehefrau des Wrestlers körperliche und verbale Übergriffe meldete. Einsatzkräfte stellten beim Eintreffen sichtbare Verletzungen im Gesichts- und Armbereich fest, woraufhin Del Rio, mit bürgerlichem Namen Alberto Rodríguez, noch vor Ort festgenommen wurde. Er wurde der Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates San Luis Potosí überstellt, wenige Tage später ordnete ein Untersuchungsrichter Untersuchungshaft an. Die Generalstaatsanwaltschaft klagte ihn wegen häuslicher Gewalt offiziell an, wie Milenio berichtete:

„Ein Untersuchungsrichter ordnete die U-Haft für den Sportler an, nachdem die Generalstaatsanwaltschaft (FGE) ihn offiziell wegen häuslicher Gewalt angeklagt hatte.“

Mexikanische Promotions streichen ihn von den Cards

Noch während Del Rio in Haft saß, zog die mexikanische Wrestling-Szene scharfe Konsequenzen. Promociones Acosta bestätigte nach anfänglichem Zögern, dass er von der für Samstag in Córdoba angesetzten Show genommen und durch Blue Demon Jr. ersetzt wurde. Die Promotion betonte in einer Erklärung, dass sämtliche vertraglichen Verpflichtungen, Honorare und Reisedetails längst geregelt gewesen seien, die persönlichen Umstände des Wrestlers jedoch außerhalb ihrer Kontrolle lägen und kurzfristige Programmänderungen unumgänglich gemacht hätten. Gleichzeitig bekräftigte Promociones Acosta, dass die Veranstaltung wie geplant stattfinde und mit Blue Demon Jr. eine international renommierte Legende einspringe, die zudem mit ihrem Erben gemeinsam antreten und auf den Rivalen DMT Blue treffen werde.

Auch die Arena del Valle entfernte alle Verweise auf Del Rio aus ihrer für Sonntag geplanten Show und rückte stattdessen Burguer Boy (Niño Hamburguesa) als Headliner nach. Eine Comic-Con-Veranstaltung in Hermosillo zog ebenfalls Konsequenzen, strich ihn vollständig aus dem Juli-Programm und verwies in einer kurzen Erklärung auf Umstände außerhalb der eigenen Kontrolle. Zuvor hatte bereits The Crash Lucha Libre als erster Veranstalter offiziell reagiert und ihn von allen künftigen Buchungen suspendiert. Damit weitete sich der Fall binnen weniger Tage zu einer branchenweiten Reaktion aus.

Einigung deutete sich an

Bereits vor der Freilassung hatte sich eine mögliche Einigung abgezeichnet. Laut Radio Fórmula MX wurde der Zeitplan des Verfahrens kurzfristig nach vorn verschoben. Die mexikanische Journalistin Flor Rubio, die nach eigenen Angaben in direktem Kontakt mit Marie Carmen Rodríguez steht, ordnete die Entwicklung ein und verwies darauf, dass Del Rios Verteidigung ursprünglich eine Verlängerung der verfassungsmäßigen Frist beantragt hatte, nun jedoch eine frühere Anhörung angestrebt werde.

Nach Rubios Einschätzung sei dieser Schritt in aller Regel ein Indiz für eine bevorstehende Einigung, da ein Vorrücken vor Fristablauf sonst keinen erkennbaren Nutzen habe.
Gleichzeitig machte Rubio deutlich, dass eine Freilassung aus ihrer Sicht mit erheblichen Risiken verbunden sei. Rodríguez habe ihr gegenüber betont, weder eine finanzielle Einigung noch eine formelle Vergebung anzustreben, mache sich jedoch große Sorgen um die minderjährigen Kinder Del Rios, die im Falle einer weiteren Inhaftierung möglicherweise in ein Kinderheim kämen, da es keine Betreuungsperson gebe.

Rubio betonte zudem, dass Rodríguez mit sichtbaren Verletzungen im Gesicht zur Anhörung erschienen sei und Gerechtigkeit wolle. Aus Rubios Sicht wäre eine Fortsetzung des Verfahrens in Haft vorzuziehen, da andernfalls eine Gefahr für Rodríguez bestehen bleibe.

Laut Staatsanwaltschaft war Del Rio auf frischer Tat festgenommen worden, nachdem seine Ehefrau während eines mutmaßlichen Übergriffs um Hilfe gerufen haben soll. Geprüft wurden mehrere Anklagepunkte, darunter geschlechtsspezifische Gewalt.

Bedingte Aussetzung und offene Auflagen

Wie Fightful und F4WOnline übereinstimmend berichten, wurde Del Rio nach der Einigung mit seiner Ehefrau aus der Haft entlassen. Ihm wurde eine bedingte Aussetzung der Strafe gewährt, nachdem er die Vergebung seiner Ehefrau erlangt und eine Entschädigung in Höhe von rund 1.130.000 Pesos (umgerechnet etwa 55.000 Euro) gezahlt haben soll. Das Verfahren ist damit jedoch nicht abgeschlossen, die Ermittlungen laufen weiter. Bereits im Jahr 2020 war Del Rio in den USA wegen mutmaßlicher Körperverletzung und sexueller Übergriffe festgenommen worden. Die Anklagen wurden jedoch nach mehreren Verzögerungen im darauffolgenden Jahr fallen gelassen.

WWE-Rückkehr laut Bericht seit Jahren ausgeschlossen

Parallel zur aktuellen Lage hat ein Bericht aus Mexiko einen weiteren Grund ins Spiel gebracht, warum ein zukünftiges WWE-Comeback für Del Rio ohnehin kein Thema mehr gewesen sei. Laut El Planchitas vom mexikanischen Medienunternehmen RECORD soll Del Rio Stephanie McMahon hinter den Kulissen verbal beleidigt haben, was Triple H als persönliche Kränkung aufgefasst habe. Dem Bericht zufolge soll Del Rio die Tochter von Vince McMahon und Ehefrau des heutigen WWE-Chefs in einem Moment seiner als aggressiv beschriebenen Grundhaltung mit beleidigenden Worten angegriffen haben. Triple H wertete diese Äußerungen als persönlichen Angriff und schloss eine Rückkehr des Mexikaners in die WWE aus.

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