AJ Styles hat in einer aktuellen Ausgabe seines Podcasts „The Phenomenally Retro“ über seine Zeit unter Vince McMahon gesprochen. Dabei erklärte er, was er an seinem früheren Chef geschätzt hat, wo die Zusammenarbeit ihre Grenzen hatte und warum er überzeugt ist, dass noch heute regelmäßig interne Informationen aus der WWE an Wrestling-Medien weitergegeben werden.
AJ Styles über Vince McMahon: „Wenn ich eine Antwort brauchte, bekam ich sie“
Styles beschrieb seine Zusammenarbeit mit Vince McMahon als professionell und ausgewogen. Es habe sowohl positive als auch weniger angenehme Seiten gegeben. Besonders geschätzt habe er jedoch, dass McMahon bei wichtigen Fragen immer direkt erreichbar gewesen sei.
Wenn er eine Antwort auf etwas gebraucht habe, habe er diese in der Regel sofort von Vince erhalten. Diese Klarheit und Verlässlichkeit seien für ihn wichtige Eigenschaften gewesen.
In diesem Zusammenhang erinnerte sich Styles an ein Gespräch mit McMahon. Er habe ihm einmal erklärt, dass er versuche herauszufinden, wie Vince über bestimmte Themen denke und wie er auf verschiedene Situationen reagiere. McMahons Antwort sei kurz und eindeutig gewesen: „Mach das nicht. Du kannst mich nicht lesen.“
Für Styles sei damit alles gesagt gewesen. Trotz vieler Diskussionen über McMahon wolle er ihn nicht verteufeln. Sein Verhältnis zu ihm sei weder besonders eng noch besonders schwierig gewesen. Letztlich hat Vince ihm ermöglicht, als AJ Styles bei WWE aufzutreten und zweimal World Heavyweight Champion zu werden. Deshalb sehe er keinen Grund, sich über seine Zeit unter McMahon zu beklagen.
WWE heute anders als zu McMahons Zeiten
Styles sprach auch über die Unterschiede zwischen der heutigen WWE und der Zeit, als Vince McMahon noch die Kontrolle über das Unternehmen hatte.
Seiner Einschätzung nach seien viele Talente damals deutlich vorsichtiger gewesen. Wrestler hätten sich zurückgehalten und seien oft zögerlicher gewesen, ihre Meinung offen zu äußern oder Fragen zu stellen.
Heute sei das anders. Die Talente könnten freier kommunizieren und ihre Sichtweisen einbringen, ohne befürchten zu müssen, dafür angeschrien zu werden.
Styles verwies dabei auf zahlreiche Geschichten, die er im Laufe der Jahre gehört habe. So soll es Situationen gegeben haben, in denen Kommentatoren über ihre Headsets angeschrien wurden oder harte Worte zu hören bekamen. Solche Arbeitsbedingungen seien heute deutlich seltener geworden.
Außerdem glaubt Styles, dass WWE inzwischen deutlich weniger mikromanagt wird als früher. Ein Unternehmen dieser Größe könne nicht dauerhaft von einer einzelnen Person bis ins kleinste Detail kontrolliert werden. Stattdessen stelle man qualifizierte Mitarbeiter ein und vertraue ihnen Verantwortung an. Wer seine Aufgaben nicht erfülle, werde ersetzt. Niemand könne jedoch jede einzelne Entscheidung in einem so großen Unternehmen selbst treffen.
Gleichzeitig machte Styles deutlich, dass er und Vince McMahon nie privat befreundet gewesen seien. Sie hätten ihre Freizeit nicht gemeinsam verbracht. McMahon sei sein Chef gewesen und nicht sein Freund. Für ihn sei das vollkommen in Ordnung gewesen.
AJ Styles glaubt an interne Informanten
Im weiteren Verlauf des Podcasts sprach Styles über ein Thema, das die Wrestling-Branche seit Jahren begleitet: die regelmäßigen Leaks von Insider-Informationen. Auf die Frage, ob WWE-Talente Informationen an Wrestling-Journalisten weitergeben, antwortete Styles ohne zu zögern. Für ihn stehe außer Frage, dass dies geschieht.
Er könne nicht nachvollziehen, warum manche Personen Informationen preisgeben, die eigentlich intern bleiben sollten. Er selbst sei stolz auf seine Karriere und auf die Erfahrungen, die er gesammelt habe. Gerade deshalb verstehe er nicht, weshalb andere bereit seien, vertrauliche Details nach außen zu tragen.
Styles räumte zwar ein, dass die Wrestling-Branche heute grundsätzlich transparenter sei als früher. Wenn jedoch Berichte immer wieder erstaunlich präzise seien und sich später als korrekt herausstellten, könne das seiner Meinung nach kein Zufall sein.
Viele Informationen seien schlicht zu detailliert, um erraten worden zu sein. Deshalb sei er überzeugt, dass jemand innerhalb des Unternehmens diese Informationen weitergebe.
Warum Leaks dem Wrestling aus seiner Sicht schaden
Für Styles liegt das größte Problem solcher Leaks darin, dass sie Überraschungen zerstören können. Gerade unerwartete Momente seien seit jeher ein wichtiger Bestandteil des Wrestlings.
Wenn Fans bereits im Voraus wüssten, was passieren werde, gehe ein Teil der Spannung verloren. Zuschauer könnten sich dann nicht mehr im gleichen Maß über Überraschungen freuen.
Gleichzeitig räumte Styles ein, dass Vorabberichte manchmal auch positive Auswirkungen haben können. Wenn Fans beispielsweise glauben, dass ein großer Star auftreten könnte, könne dies den Ticketverkauf fördern.
Trotzdem überwiegen für ihn die negativen Folgen deutlich. Besonders bemerkenswert findet Styles, dass sogar WWE-Talente gelegentlich überrascht seien, wenn sich online kursierende Gerüchte später als wahr herausstellen.
Er schilderte, dass man manchmal Berichte über das eigene Unternehmen lese und zunächst denke, dass diese Informationen unmöglich stimmen könnten. Wenn sich später jedoch herausstelle, dass die Berichte korrekt waren, sei das für ihn ein weiterer Beweis dafür, dass irgendwo innerhalb des Unternehmens Informationen nach außen gelangen.

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