AEW erleidet Rückschlag vor Gericht: Entscheidung könnte Folgen im Ryan Nemeth-Fall haben

Ryan Nemeth lachend und Tony Khan verärgert
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Im Rechtsstreit zwischen AEW und Ryan Nemeth hat das Unternehmen einen wichtigen Rückschlag vor Gericht erlitten. Eine Bundesrichterin entschied, dass AEW die Wrestlerverträge von Ryan Nemeth nicht vollständig geheim halten darf. Damit steht die Promotion nun vor einer schwierigen Entscheidung, die Auswirkungen auf den weiteren Verlauf des Verfahrens haben könnte.

Richterin lehnt vollständige Geheimhaltung der Verträge ab

Magistratsrichterin Patricia Barksdale vom United States District Court für den mittleren Distrikt von Florida befasste sich mit drei Verträgen, die Ryan Nemeth zwischen 2021 und 2023 als unabhängiger Auftragnehmer bei AEW unterschrieben hatte.

AEW hatte beantragt, diese Dokumente komplett unter Verschluss zu halten. Zur Begründung erklärte das Unternehmen, die Verträge enthielten vertrauliche Informationen über Gehälter, interne Geschäftsabläufe, Vertragsstrukturen sowie geschützte Unternehmensinformationen.

Die Richterin folgte dieser Argumentation jedoch nicht. Sie entschied, dass AEW die Verträge nicht vollständig versiegeln darf. Stattdessen muss das Unternehmen überarbeitete Versionen einreichen, in denen nur wirklich sensible Informationen geschwärzt werden. Anschließend muss AEW gesondert begründen, warum genau diese geschwärzten Stellen nicht öffentlich zugänglich sein sollen.

Auch Brandon Thurston von „Wrestlenomics“ spielt in diesem Verfahren eine Rolle. Er hatte den ursprünglichen Antrag von AEW angefochten, die Verträge vollständig unter Verschluss zu halten. Nachdem die Richterin AEW aufgegeben hat, einen neuen Antrag mit geschwärzten Vertragsfassungen einzureichen, kann Thurston auch gegen diesen erneut Einwände erheben, falls er die Schwärzungen für zu weitgehend hält.

Ein weiterer Antrag Thurstons auf Zugang zum elektronischen Einreichungssystem des Gerichts wurde ebenfalls abgelehnt. Er muss künftige Schriftsätze daher weiterhin per Post beim Gericht einreichen.

Warum die Entscheidung für AEW problematisch ist

Die Verträge sind für AEW von großer Bedeutung, weil das Unternehmen mit ihnen erreichen möchte, dass der Rechtsstreit nicht vor einem kalifornischen Gericht, sondern in einem privaten Schiedsverfahren in Florida verhandelt wird.

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Nach Angaben von AEW enthalten die Verträge Klauseln, wonach Streitigkeiten über die Organisation JAMS im Großraum Duval County im US-Bundesstaat Florida geschlichtet werden sollen. Genau auf diese Vertragsklauseln stützt AEW seinen Antrag, den Fall nach Florida zu verlagern.

Durch die aktuelle Gerichtsentscheidung gerät AEW nun jedoch in eine schwierige Lage. Möchte das Unternehmen diese Vertragsklauseln weiterhin als Beweis nutzen, muss es die Verträge – wenn auch teilweise geschwärzt – öffentlich zugänglich machen.

Verzichtet AEW dagegen darauf, die Verträge einzureichen, verliert das Unternehmen das wichtigste Argument für die Verlagerung des Verfahrens nach Florida. AEW muss deshalb entscheiden, ob es einen Teil der Vertragsinhalte offenlegt oder auf ein zentrales Beweismittel verzichtet.

Diese Fristen gelten nun

Die Richterin legte außerdem fest, wie es zeitlich weitergeht. Sollte Ryan Nemeth zunächst eine Eingabe bei Gericht einreichen, hat AEW anschließend 21 Tage Zeit, die überarbeiteten Verträge zusammen mit einem neuen Antrag auf teilweise Versiegelung vorzulegen.

Falls Nemeth zunächst keine weitere Eingabe macht, endet die Frist automatisch 111 Tage nach Einreichung der Beschwerde durch AEW am 5. Juni 2026. Nach aktuellem Stand wäre dies der 24. September 2026.

Darum geht es im Rechtsstreit

Der Ursprung des Falls liegt im Februar 2025. Damals reichte Ryan Nemeth beim Superior Court des US-Bundesstaates Kalifornien Klage gegen AEW, Tony Khan und CM Punk ein.

Nemeth wirft den Beklagten unter anderem vor, nach einer Auseinandersetzung mit CM Punk im Jahr 2023 aus der Wrestlingbranche ausgeschlossen worden zu sein. Zusätzlich erhebt er Vorwürfe wegen Körperverletzung, Vertragsbruchs sowie einer vorsätzlichen Einmischung in seine berufliche Laufbahn.

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Im April 2025 verständigten sich beide Seiten grundsätzlich darauf, den Rechtsstreit nicht vor einem staatlichen Gericht, sondern in einem privaten Schiedsverfahren auszutragen. Seitdem besteht jedoch Streit darüber, wo dieses Verfahren stattfinden soll. Nemeth lebt in Kalifornien und möchte das Schiedsverfahren dort führen. AEW verweist dagegen auf die Vertragsklauseln und fordert, dass das Verfahren in Florida stattfindet.

Bemerkenswert ist außerdem, dass Nemeths Behauptung, aus der Wrestlingbranche ausgeschlossen worden zu sein, nicht vollständig mit seiner aktuellen Situation übereinstimmt. Erst in der vergangenen Woche stand er noch bei einer Veranstaltung von TNA Wrestling im Ring.

Die aktuelle Entscheidung der Richterin betrifft ausschließlich die Frage, ob und in welchem Umfang die Verträge öffentlich einsehbar sein dürfen. Über den eigentlichen Rechtsstreit oder den künftigen Ort des Schiedsverfahrens wurde damit noch keine Entscheidung getroffen.

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