AEW steht wenige Tage vor All In: London vor einer der wichtigsten Veranstaltungen des Jahres. Im Wembley Stadium laufen die letzten Vorbereitungen, während die große Show gleichzeitig aus mehreren Blickwinkeln für Gesprächsstoff sorgt.
Neben neuen Aussagen von Will Ospreay zur Entstehung des Main Events liefern aktuelle Ticketzahlen einen interessanten Blick auf die Nachfrage rund um das Event. Gleichzeitig fällt der Vorverkauf für die erste US-TV-Show nach Wembley deutlich zurückhaltender aus.
Will Ospreay spricht über alternative Pläne für den All In-Main-Event
Will Ospreay trifft am Sonntag, dem 30. August 2026, im Main Event von AEW All In: London auf Kenny Omega. Im Wembley-Stadion steht dabei die AEW World Championship auf dem Spiel. Im Gespräch mit Scott Fishman von TV Insider bestätigte Ospreay nun, dass diese Paarung während der Planungen offenbar nicht von Beginn an alternativlos war.
Der Interviewer sprach mögliche andere Richtungen an und nannte dabei unter anderem MJF, Jon Moxley sowie ein Match mit mehreren Teilnehmern. Ospreay bestätigte daraufhin, dass innerhalb von AEW tatsächlich über unterschiedliche Möglichkeiten gesprochen worden sei. Dabei machte er allerdings nicht deutlich, dass die vom Interviewer genannten Varianten jeweils konkrete oder bereits weit entwickelte Pläne waren. Sicher ist lediglich, dass AEW verschiedene Richtungen für den Main Event diskutierte. Ospreay hält die letztlich gewählte Paarung mit Omega dennoch für die richtige und natürliche Entscheidung.
Ospreay sieht zwei prägende Wrestler ihrer Generation
Für Ospreay geht es bei dem Match nicht ausschließlich um die AEW World Championship oder die persönliche Rivalität mit Omega. Er bezeichnete sich und den amtierenden World Champion als zwei der einflussreichsten Wrestler des vergangenen Jahrzehnts. Dies erkenne er nicht nur an ihren eigenen Matches, sondern auch an jüngeren Talenten, die Elemente ihres Stils übernommen hätten.
Als Beispiele nannte Ospreay unter anderem Callum Newman und Nick Wayne. Für ihn passt die Begegnung deshalb besonders gut zu AEWs Anspruch, eine Plattform für herausragendes In-Ring-Wrestling zu sein. Gerade bei der größten Show des Unternehmens soll sich nach seiner Vorstellung zeigen, welcher der beiden Wrestler tatsächlich der bessere sei.
Der diesjährige Main Event soll eine andere Geschichte erzählen
Ospreay verglich die Begegnung zugleich mit den bisherigen großen All-In-Main-Events. MJF gegen Adam Cole habe seiner Einschätzung nach stärker von Humor, Charakterentwicklung und der ungewöhnlichen Beziehung der beiden gelebt. Das Match sei weniger als reiner sportlicher Wettkampf aufgebaut worden und habe das Publikum auf andere Weise eingebunden.
Die Begegnung zwischen Bryan Danielson und Swerve Strickland hatte wiederum eine ganz andere Geschichte zu erzählen. Im Mittelpunkt standen Danielsons persönlicher Werdegang und die Frage, ob einer der bedeutendsten Wrestler seiner Generation noch einmal die Spitze von AEW erreichen könne. Auch die Auseinandersetzung zwischen „Hangman” Adam Page und Jon Moxley hatte ihre eigene Identität. Das Match Omega gegen Ospreay sieht der Engländer dagegen vor allem als direkte sportliche Konfrontation zweier Wrestler, die seine Generation entscheidend geprägt haben.
Rivalität zwischen Omega und Ospreay wird persönlicher
AEW hat die Spannung zwischen den beiden in den vergangenen Wochen zusätzlich erhöht. Bei Dynamite entwickelte sich die Auseinandersetzung zuletzt deutlich aggressiver. Omega und Ospreay lieferten sich zunächst ein angespanntes Gespräch, bevor der Champion später auch körperlich ein klares Zeichen setzte.
Omega beförderte seinen Herausforderer mit dem One Winged Angel durch einen Tisch und verschaffte sich damit vor dem Wembley-Duell die Oberhand. Von einem eindeutigen Heel-Turn Omegas sollte derzeit allerdings nicht gesprochen werden. AEW präsentiert ihn innerhalb dieser Rivalität momentan deutlich aggressiver und antagonistischer, ohne daraus bislang ausdrücklich einen vollständigen Charakterwechsel zu machen.
Mehr als 42.000 Tickets für AEW All In verteilt
Auch beim Ticketverkauf gibt es wenige Tage vor der Veranstaltung ein neues Update. Nach Angaben von WrestleTix wurden inzwischen 42.028 Tickets für All In verteilt. Innerhalb von sechs Tagen kamen damit rund 2.000 weitere Tickets hinzu.
Die derzeit von WrestleTix erfasste Konfiguration des Wembley Stadium umfasst 45.455 Plätze. Somit waren zum Zeitpunkt des jüngsten Updates noch 3.427 Tickets verfügbar. Bei der Einordnung ist wichtig, dass WrestleTix von „distributed tickets“ spricht. Dabei handelt es sich um verteilte beziehungsweise vergebene Tickets und nicht zwangsläufig um die später offiziell gemeldete bezahlte Zuschauerzahl.
Zum Vergleich: Für AEW All In 2024 im Wembley Stadium wurden insgesamt 53.922 Tickets verteilt. Die diesjährige Ausgabe dürfte damit voraussichtlich unter dem damaligen Wert bleiben. Der Verkauf hat sich in der unmittelbaren Phase vor der Veranstaltung allerdings noch einmal spürbar beschleunigt.
Go-Home-Ausgabe in Glasgow mit deutlich stärkerem Vorverkauf
Auch die letzte Dynamite-Ausgabe vor All In profitiert derzeit von der starken Nachfrage im Vereinigten Königreich. Für die Show am 26. August in Glasgow wurden nach jüngsten Angaben rund 6.237 Tickets verteilt.
Damit liegt die Go-Home-Ausgabe deutlich über dem bisherigen AEW-Jahresdurchschnitt. Dieser beträgt für Dynamite, Collision und die Pay-per-Views im Jahr 2026 derzeit ungefähr 3.234 verteilte Tickets pro Veranstaltung. Wembley und Glasgow zeigen somit unmittelbar vor All In eine deutlich stärkere Nachfrage als viele reguläre AEW-Veranstaltungen in diesem Jahr.
Erste US-TV-Show nach All In bleibt bislang deutlich zurück
Ganz anders sieht die Situation momentan für die Rückkehr in die Vereinigten Staaten aus. Am 2. September veranstaltet AEW im Credit Union of Texas Event Center in Allen, Texas, ein kombiniertes Dynamite- und Collision-Taping. Für diese Veranstaltung wurden bislang lediglich 1.732 Tickets verteilt. Innerhalb von sieben Tagen kamen demnach nur 97 weitere hinzu.
Damit liegt die Show aktuell deutlich unter dem AEW-Jahresdurchschnitt von 3.234 Tickets. Zum Zeitpunkt des jüngsten Updates befanden sich außerdem rund 115 Tickets auf dem Wiederverkaufsmarkt. Das günstigste reguläre Ticket wurde für 45,05 US-Dollar angeboten.
Warum AEW unmittelbar nach Wembley nach Texas zurückkehrt, bleibt offen
Eine offizielle Erklärung dafür, weshalb AEW die erste große TV-Ausgabe nach All In ausgerechnet in Allen veranstaltet, gibt es bislang nicht. Bemerkenswert ist der Standort dennoch. All In 2025 fand im Globe Life Field in Arlington, Texas, statt. Das Credit Union of Texas Event Center liegt ungefähr 45 Autominuten davon entfernt.
Ob AEW mit der Rückkehr in diese Region bewusst an den im vergangenen Jahr aufgebauten Markt anknüpfen möchte, ist nicht bestätigt.

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