Adam Copeland über seine letzte Karrierephase: Warum er heute anders auf Wrestling blickt

Adam Copeland wirkt überwältigt
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Adam Copeland befindet sich in einer Phase seiner Karriere, in der selbst große Premieren noch möglich sind. Im Gespräch mit Forbes blickte der 52-Jährige deshalb nicht nur auf Wembley und seine erneute Zusammenarbeit mit Christian Cage, sondern auch auf Entscheidungen zurück, die seinen heutigen Weg überhaupt erst möglich gemacht haben.

Copeland nimmt große Momente heute bewusster wahr

Bei AEW All In am 30. August bestreitet Copeland erstmals ein Match im Wembley Stadium. Gemeinsam mit Christian Cage verteidigt er die AEW World Tag Team Championship gegen die Young Bucks.

Für Copeland besitzt diese Premiere inzwischen eine andere Bedeutung als große Auftritte in früheren Jahrzehnten. Nachdem ihm Wrestling durch seinen verletzungsbedingten Rücktritt 2011 bereits einmal genommen worden war und auch seine spätere Karriere von weiteren Verletzungspausen geprägt wurde, versucht er heute bewusst, solche Erlebnisse wahrzunehmen.

In seinen Zwanzigern und Dreißigern habe er kaum über das Ende der Karriere nachgedacht. Inzwischen sei ihm klar, dass dieser Zeitpunkt näher rücke. Gerade deshalb wolle er weniger Energie auf Nebensächlichkeiten verwenden und stattdessen das genießen, was er immer tun wollte.

Erst kurz zuvor hatte Copeland bei Ariel Helwani konkreter über seinen möglichen Zeitplan gesprochen. Ob er mit 54 Jahren noch aktiv sein werde, bezweifelte er derzeit. Nach manchen Matches habe er das Gefühl, höchstens noch ungefähr ein Jahr weitermachen zu können, an anderen Abenden erscheine auch etwas mehr möglich. Einen festen Rücktrittstermin gibt es weiterhin nicht.

Seine aktive Karriere soll bei AEW enden

Festgelegt hat sich Copeland dagegen auf die Frage, wo er seine letzten Matches bestreiten möchte. Eine Rückkehr zu WWE für einen abschließenden Run plant er nicht. Gegenüber Helwani erklärte er, dass er seine aktive Karriere bei AEW beenden wolle. Bei WWE habe er aus seiner Sicht bereits alles erreicht. Bei AEW schätze er weiterhin die Energie und Atmosphäre innerhalb des Unternehmens.

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Der Wechsel im Jahr 2023 war dennoch alles andere als selbstverständlich. Im Forbes-Interview bezeichnete Copeland den Abschied von WWE rückblickend als vermutlich größtes Risiko seiner Karriere. Nach so vielen Jahren verließ er eine vertraute Umgebung, weil er darauf vertraute, bei AEW neue Erfahrungen sammeln zu können.

Diesen Ansatz würde er auch Wrestlern empfehlen, die über einen Wechsel von WWE zu AEW nachdenken. Sie sollten sich nicht von zu vielen Zweifeln bremsen lassen, sondern auf die Fähigkeiten vertrauen, die sie überhaupt erst an diesen Punkt gebracht haben. Für Copeland ist es wichtiger, Chancen einzugehen, als aus Angst vor einem möglichen Fehlschlag stehenzubleiben.

Einige große Ziele stehen noch auf seiner Liste

Auch nach fast drei Jahren bei AEW sieht Copeland noch zahlreiche Möglichkeiten. Besonders reizt ihn weiterhin ein Auftritt im Tokyo Dome. Einen konkreten Gegner oder Termin gibt es nicht. Für ihn geht es vor allem um die historische Bedeutung der Halle.

Zuletzt veröffentlichte er außerdem eine persönliche Wunschliste mit Orten und möglichen Gegnern. Arena México konnte er inzwischen abhaken, Wembley folgt bei All In. Auch Maple Leaf Gardens gehört zu seinen Zielen. Unter den teilweise sichtbaren Namen möglicher Gegner befand sich zudem Kenny Omega.

Copeland betrachtet diese Wünsche bewusst nicht als Forderungen. Nach neun Jahren, in denen er davon ausgehen musste, nie wieder wrestlen zu können, sieht er jede zusätzliche Möglichkeit eher als Bonus.

Mit Christian Cage soll keine Nostalgie-Kopie entstehen

Auch seine erneute Zusammenarbeit mit Christian Cage passt zu diesem Ansatz. Obwohl beide bereits vor rund 25 Jahren gemeinsam Tag Team Champions waren, wollen sie heute nicht einfach ihre frühere Darstellung wiederholen. Copeland erklärte, dass genau darin die größte Herausforderung gelegen habe. Beide verkörpern inzwischen andere Persönlichkeiten als zu Beginn ihrer Karrieren. Statt alte Abläufe zu kopieren, wollten sie ihre heutigen Charaktere miteinander verbinden und daraus eine neue Dynamik entwickeln.

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Das kommende Match gegen die Young Bucks betrachtet Copeland als Aufeinandertreffen zweier großer Tag Team Generationen. Zusätzliche Sonderregeln hält er für das erste Duell der Teams allerdings für unnötig. Eine Begegnung dieser Größenordnung müsse seiner Meinung nach nicht sofort mit einer Stipulation überladen werden.

Publikumsreaktionen zählen für Copeland mehr als technische Perfektion

Diese Haltung passt zu Copelands Vorstellung davon, was ein gutes Wrestling-Match ausmacht. Entscheidend ist für ihn nicht, wie viele spektakuläre Aktionen gezeigt wurden oder ob eine Begegnung technisch perfekt war. Sein Maßstab ist die Reaktion der Zuschauer in der Arena. Zählen sie beim entscheidenden Pinfall mit oder reagieren sie auf einen Heel-Sieg genau wie beabsichtigt, wurde das Ziel erreicht.

Deshalb würde Copeland ein Match zwischen Hulk Hogan und André the Giant nicht allein anhand technischer Kriterien beurteilen. Wenn ein Match die Menschen fesselt und die gewünschte Reaktion hervorruft, dann hat es für ihn funktioniert. In seiner heutigen Karrierephase steht deshalb der Spaß besonders im Vordergrund. Wenn er selbst Freude an einem Match hat, überträgt sich diese Energie häufig auf das Publikum.

Sein persönliches Vermächtnis misst Copeland ohnehin nicht an Championships oder Matchbewertungen. Für ihn seien seine Kinder, die Menschen, zu denen sie heranwachsen, und der Umgang mit Freunden wesentlich wichtiger als alles, was er im Wrestling erreicht hat.

Wembley ist damit ein weiteres großes Kapitel seiner Karriere, aber keines, das Copeland als selbstverständlich betrachtet. Gerade weil er weiß, dass nicht unbegrenzt viele solcher Abende folgen werden, möchte er jeden davon so bewusst erleben wie möglich.

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