Die Zusammenarbeit zwischen WWE und Saudi-Arabien steht angesichts der angespannten Lage im Nahen Osten weiterhin vor besonderen Herausforderungen. Nun liegen neue Informationen über die geschäftlichen Beziehungen sowie eine aktuelle Sicherheitswarnung der amerikanischen Regierung vor.
WWE führt derzeit offenbar keine Gespräche über eine Verlängerung der Saudi-Arabien-Partnerschaft
Die WWE könnte ihre langfristigen Geschäftsbeziehungen mit Saudi-Arabien vorerst auf die bereits vereinbarten Veranstaltungen beschränken. Wie mehrere US-Wrestling-Medien unter Berufung auf Aussagen des Journalisten Blake Avignon vom 19. Oktober 2026 berichten, finden gegenwärtig keine wesentlichen Gespräche über eine Verlängerung oder Ausweitung der Zusammenarbeit mit Riyadh Season über die bestehenden Verpflichtungen hinaus statt.
Avignon zufolge bestehen weiterhin erhebliche finanzielle Interessen an der Durchführung der bereits vereinbarten Veranstaltungen. WWE und der Mutterkonzern TKO hätten demnach noch Zahlungen aus früheren Vereinbarungen über Austragungsgebühren zu erhalten. Außerdem müsse eine Anzahlung im Zusammenhang mit WrestleMania 43 im kommenden Jahr gesichert werden.
Seiner Einschätzung nach könnten die Verantwortlichen zunächst daran interessiert sein, bestehende Verpflichtungen zu erfüllen, bevor sie neue langfristige Zusagen machen. Dabei verweist er insbesondere auf TKO-Chef Ari Emanuel und Konzernpräsident Mark Shapiro.
Die anhaltenden politischen Spannungen und Sicherheitsprobleme in der Region könnten bei diesen Überlegungen eine Rolle spielen. Ob die aktuelle Entwicklung tatsächlich zu einer grundlegenden Neuausrichtung der WWE führt, bleibt allerdings offen.
Frühere Aussagen von Mark Shapiro zeichneten ein anderes Bild
Die neuen Behauptungen sind insbesondere vor dem Hintergrund früherer Äußerungen der TKO-Geschäftsführung interessant. Während der offiziellen Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen des ersten Quartals 2026 hatte Mark Shapiro am 6. Mai noch ausdrücklich die Unterstützung der saudischen Geschäftspartner hervorgehoben.
Damals erklärte er, dass Saudi-Arabien seine finanziellen Verpflichtungen gegenüber TKO nicht zurückfahren werde. Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Marken des Konzerns genießt auch für 2026 und darüber hinaus weiterhin die volle Unterstützung der saudischen Partner.
Shapiro machte außerdem deutlich, dass TKO an seinen damals angekündigten Veranstaltungen im Nahen Osten festhalten wolle – ungeachtet der schwierigen Sicherheitslage. Die aktuellen Angaben von Avignon lassen hingegen erkennen, dass sich die Haltung gegenüber zusätzlichen langfristigen Verpflichtungen inzwischen geändert haben könnte.
Ein unmittelbarer Widerspruch muss daraus jedoch nicht entstehen. Die Fortsetzung bestehender Geschäftsbeziehungen bedeutet nicht automatisch, dass bereits Gespräche über weitere Vertragsjahre geführt werden. Im November 2019 hatte WWE offiziell bekannt gegeben, die Zusammenarbeit mit der saudischen General Entertainment Authority bis 2027 auszuweiten. Dazu gehörte auch die Vereinbarung über eine zweite große jährliche Veranstaltung.
Ob und unter welchen Bedingungen die Partnerschaft anschließend fortgesetzt wird, ist derzeit nicht öffentlich geklärt.
TKO unterhält weiterhin andere Geschäftsbeziehungen in Saudi-Arabien
Nach Avignons Darstellung wäre eine mögliche Zurückhaltung der WWE nicht mit einem vollständigen Rückzug des Mutterkonzerns TKO aus Saudi-Arabien gleichzusetzen. Er verweist darauf, dass über Zuffa Boxing weiterhin geschäftliche Beziehungen zu saudischen Partnern bestehen.
Damit könnten unterschiedliche Geschäftsbereiche des Konzerns künftig verschiedene Wege einschlagen. Während WWE möglicherweise zunächst auf zusätzliche langfristige Zusagen verzichtet, wären andere gemeinsame Projekte weiterhin denkbar.
US-Außenministerium veröffentlicht neue Sicherheitswarnung für den Nahen Osten
Parallel zu den Berichten über die geschäftliche Zukunft der Partnerschaft hat das US-Außenministerium am 19. Oktober eine weitere Sicherheitsmitteilung veröffentlicht. Über den offiziellen TravelGov-Account werden amerikanische Staatsbürger, die sich derzeit im Nahen Osten aufhalten, zu erhöhter Wachsamkeit aufgefordert.
Die Behörde verweist auf die komplexe Sicherheitslage und warnt ausdrücklich vor Flugausfällen, Luftraumsperrungen und erheblichen Unterbrechungen des Reiseverkehrs. Besonders hervorgehoben werden die Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Kräfte auf Saudi-Arabien. Laut dem Außenministerium waren dabei auch zivile Flughäfen und andere wichtige Infrastruktureinrichtungen betroffen. Die Angriffe haben demnach zivile Opfer gefordert und erhebliche Störungen im Reiseverkehr verursacht.
Das Ministerium warnt außerdem davor, dass sich die Auseinandersetzungen schnell über die unmittelbar betroffenen Gebiete hinaus ausweiten könnten. Amerikanische Staatsbürger, die in die Region reisen oder diese verlassen möchten, sollen deshalb aktuelle Informationen über Flughäfen und Fluggesellschaften verfolgen und vorsorglich alternative Reisepläne entwickeln.
Zusätzlich verweist die Behörde auf mögliche Gefahren für amerikanische Interessen im Ausland. Dazu gehören auch Unternehmen und andere Einrichtungen mit Verbindungen zu den Vereinigten Staaten.
Saudi-Arabien bleibt weiterhin auf Reisewarnstufe 3
Unabhängig von der neuen Mitteilung gilt für Saudi-Arabien weiterhin die Reisewarnstufe 3 des US‑Außenministeriums. Amerikanischen Staatsbürgern wird damit empfohlen, geplante Reisen in das Land zu überdenken. Als Gründe nennt die Behörde unter anderem bewaffnete Konflikte, Terrorismus sowie die Gefahr von Drohnen- und Raketenangriffen.
Dabei handelt es sich nicht um eine neue Hochstufung vom 19. Oktober. Die entsprechende Einstufung bestand bereits zuvor und wurde bei der Aktualisierung der offiziellen Reisehinweise am 12. Oktober unverändert beibehalten.
Für WWE besitzt die zusätzliche Warnung dennoch unmittelbare Bedeutung. Das Unternehmen muss für Crown Jewel zahlreiche Wrestler, Mitarbeiter und Produktionskräfte nach Riad transportieren. Neben der Anreise ist dabei auch eine zuverlässige Rückreise nach der Veranstaltung erforderlich.
Wie berichtet, wurde der Betrieb am King Khalid International Airport am 18. Oktober teilweise wieder aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt waren jedoch zahlreiche internationale Flugverbindungen weiterhin ausgesetzt.
WWE hält vorerst an Crown Jewel in Riad fest
Ungeachtet der neuen Sicherheitsmitteilung wird Crown Jewel weiterhin für Samstag, den 7. November 2026, im Riyadh Season Stadium at KAFD beworben. Auf der offiziellen Veranstaltungsseite der WWE ist Riad nach wie vor als Austragungsort angegeben. Eine Verlegung oder Absage wurde bislang nicht angekündigt.
Bereits seit einiger Zeit existieren Berichte über mögliche Ausweichpläne für eine Austragung in den Vereinigten Staaten. Eine entsprechende Entscheidung wurde jedoch noch nicht offiziell bestätigt.
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