Kenny Omega hat ungewöhnlich offen über die gesundheitlichen Sorgen gesprochen, die ihn vor seinem AEW World Championship Match gegen Will Ospreay bei All In in London begleiteten.
In der von Crunchyroll produzierten Podcastshow erklärte er zugleich, weshalb sein von All Might inspirierter Auftritt im Wembley-Stadion weit mehr als eine optische Anspielung auf „My Hero Academia“ war. Hinter der Präsentation stand eine sehr persönliche Verbindung zwischen der Geschichte der Animefigur und Omegas eigener körperlicher Situation.
Kenny Omega erlebt seit seiner Rückkehr gute und schlechte Tage
Omega beschrieb seine Zeit seit der Rückkehr in den Ring als eine Phase mit deutlichen Schwankungen. An manchen Tagen habe er sich während seiner Matches gut gefühlt, an anderen dagegen ausgesprochen schlecht. Nach außen habe er dennoch weiter gelächelt und versucht, seine Beschwerden nicht zum Mittelpunkt seiner Auftritte werden zu lassen.
Der frühere AEW World Champion machte deutlich, dass er von den Zuschauern nach seiner Leistung beurteilt werden möchte. Seine gesundheitliche Vorgeschichte solle weder dauerhaft Mitleid erzeugen noch als vorab eingebaute Entschuldigung für ein Match dienen. Deshalb habe er schlechte Tage teilweise hinter einer Maske verborgen. Fans sollten sich auf das konzentrieren können, was im Ring geschieht, anstatt bei jeder Bewegung darüber nachzudenken, ob sein Körper erneut Probleme verursacht.
Omega bestätigte damit keine neue Diagnose und nannte auch keinen neuen Ausfallzeitraum. Seine Aussagen beschreiben vielmehr den Umgang mit den fortbestehenden körperlichen Unsicherheiten, die ihn nach seiner schweren Erkrankung und seiner Rückkehr begleiten.
All Mights Verletzung machte den Wembley-Auftritt persönlich
Die Verbindung zu All Might entstand für Omega nicht allein aus seiner Begeisterung für „My Hero Academia“. In der Geschichte wird die Kraft des Helden durch eine schwere Verletzung im Bauchbereich immer weiter eingeschränkt. All Might kann seine Energie zunehmend nur noch für kürzere Zeit aufrechterhalten, weil sein Körper Nährstoffe nicht mehr wie zuvor aufnehmen und speichern kann.
Omega erkannte darin Parallelen zu seinen eigenen Problemen. Besonders eindrücklich sei für ihn gewesen, dass seine Operationsnarben nahezu an derselben Stelle liegen wie die Verletzung der Animefigur. Der All-Might-Bezug seines Einzugs griff damit die Frage auf, wie lange ein angeschlagener Körper noch Höchstleistungen abrufen kann. Die Präsentation erzählte zugleich von dem Versuch, trotz sichtbarer und unsichtbarer Einschränkungen weiter Stärke zu zeigen.
Vor dem Match fürchtete Omega ein frühes körperliches Ende
Diese Gedanken begleiteten Omega unmittelbar vor dem Main Event im Wembley-Stadion. Er habe sich gefragt, ob er sich schon in den ersten fünf Minuten verletzen könnte. Ebenso befürchtete er, am Veranstaltungstag von einer heftigen Attacke im Bauchbereich getroffen zu werden und dadurch nicht das zeigen zu können, was die Zuschauer von ihm erwarteten.
Seine Sorge bezog sich auch auf den Anspruch des Matches. Omega wollte den Fans die Leistung bieten, für die sie bezahlt hatten, und das große Titelduell nicht aufgrund eines körperlichen Zwischenfalls abbrechen müssen. Hinzu kam das Wetter: Regen hatte die Stage während des Einzugs rutschig gemacht. Omega schilderte, dass bereits ein umgeknickter Knöchel auf dem Weg zum Ring das gesamte Vorhaben hätte gefährden können. Der spektakuläre Auftritt habe deshalb gleichzeitig beeindruckend und riskant gewirkt.
Die Niederlage wurde im Ring entschieden
Omega erreichte den Ring ohne Zwischenfall und absolvierte das vollständige Match. Will Ospreay besiegte ihn nach rund 35 Minuten und gewann die AEW World Championship. Für Omega überwog trotz des Titelverlusts die Erleichterung darüber, dass weder eine Verletzung noch eine akute körperliche Reaktion das Ende bestimmt hatte. Er konnte sein geplantes Pensum absolvieren, alles geben und die Entscheidung im Match zulassen.
Auch die beiden Wrestler mussten während der Veranstaltung reagieren. Ospreay erklärte später im „Insight“-Interview mit Chris Van Vliet, dass eine zuvor vorgesehene Idee bereits in einem anderen Match der Veranstaltung verwendet worden sei. Als Ersatz entwickelten Omega und Ospreay eine Abfolge, in der beide jeweils nach dem geschützten Finisher des Gegners bei eins die Schulter hoben: Ospreay nach dem One-Winged Angel und Omega nach dem Stormbreaker. Anschließend führte Ospreay das Match zum entscheidenden Ende.

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