Chelsea Green hat in einem ausführlichen Gespräch ungewöhnlich offen darüber gesprochen, wie anders ihre zweite WWE-Laufbahn verlaufen ist, als sie selbst ursprünglich erwartet hatte. Dabei gab sie Einblicke in ihre damalige Denkweise, verworfene Ideen für große Matches und eine Entwicklung, die inzwischen selbst innerhalb des Unternehmens kaum noch aufzuhalten scheint.
Chelsea Green rechnete nach ihrer WWE-Rückkehr bereits mit der nächsten Entlassung
Als Chelsea Green Anfang 2023 zu WWE zurückkehrte, verband sie damit nach eigener Aussage keineswegs die Erwartung, wenige Jahre später an der Spitze der Women’s Division zu stehen. Im Gespräch mit Chris Van Vliet erklärte sie, dass sie damals praktisch jede Rolle akzeptiert hätte. Ob sie nur wenige Sekunden im Fernsehen zu sehen gewesen wäre, mehrfach hintereinander verloren oder unmittelbar aus einem Royal Rumble ausgeschieden wäre, habe für sie keine große Rolle gespielt. Entscheidend sei zunächst lediglich gewesen, wieder Teil des Unternehmens zu sein.
Diese Haltung entstand nach Jahren, in denen Green ihre Karriere außerhalb von WWE weitgehend selbst organisieren musste. Seit 2014 habe sie ständig darüber nachgedacht, welche Bookings in den kommenden Monaten anstünden, wie sie mehr Geld verdienen und ihre eigene Marke weiter aufbauen könne. Auch wenn ein Zeitraum bereits vollständig geplant gewesen sei, habe sie gedanklich schon beim nächsten Abschnitt ihrer Karriere gelegen. Dieser permanente Druck habe sie irgendwann so sehr erschöpft, dass sie Triple H kontaktiert habe und um eine Rückkehr zur WWE bat.
Dabei ging Green keineswegs von einer langfristigen Erfolgsgeschichte aus. Sie habe eher damit gerechnet, einige Jahre ihr Gehalt zu verdienen, die verlangte Arbeit zu erledigen und eines Tages erneut entlassen zu werden. Nach ihrer ersten WWE-Trennung hatte sie offensichtlich wenig Vertrauen darin, dass das Unternehmen sie dieses Mal dauerhaft als bedeutende Persönlichkeit einplanen würde. Die tatsächliche Entwicklung verlief vollkommen anders und führte sie inzwischen bis zur WWE Women’s Championship.
Green wollte für Nikki Bella bei WrestleMania sogar ihre Haare opfern
Wie ambitioniert Green ihre Rolle innerhalb von WWE inzwischen betrachtet, zeigt eine Idee, die sie für WrestleMania vorgeschlagen hatte. Sie bestätigte, dass sie sowohl für WrestleMania 41 als auch für WrestleMania 42 ein Hair vs. Hair Match gegen Nikki Bella ins Gespräch gebracht habe. Green wäre dabei nach eigener Aussage sogar bereit gewesen, das Match zu verlieren und sich anschließend den Kopf rasieren zu lassen.
Hinter dem ungewöhnlichen Vorschlag steckte jedoch weit mehr als nur der Wunsch nach einem spektakulären WrestleMania-Moment. Green wollte mit einer großen Rivalität gegen Bella hauptsächlich die WWE Women’s United States Championship aufwerten. Während ihrer Regentschaften habe sie versucht, den Titel so bedeutend erscheinen zu lassen, dass er nicht lediglich als Championship unterhalb der World Titles wahrgenommen werde.
Ihre Vorstellung ging sogar noch weiter. So hätte sich Green beispielsweise gewünscht, dass eine Gewinnerin des Women’s Royal Rumble theoretisch auch die United States Championship als Ziel auswählen könnte. Damit wollte sie erreichen, dass diese als eigenständiger großer Erfolg wahrgenommen wird und nicht nur als Zwischenstation auf dem Weg zu einem „World Title”.
Das geplante Hair vs. Hair Match kam letztlich nicht zustande. Die grundsätzliche Idee hat Green dennoch nicht vollständig verworfen. Zwar scherzte sie, dass sie als aktuelle WWE Women’s Championesse inzwischen etwas weniger begeistert davon sei, ihre Haare zu verlieren, grundsätzlich würde sie für eine Storyline, von der sie wirklich überzeugt ist, aber weiterhin weit gehen.
Aus einem Gunther-Segment entstand bei Green direkt die nächste Idee
Auch ihre jüngste Begegnung mit Gunther hat bei Green offenbar kreative Gedanken ausgelöst. Nachdem beide bei SmackDown verbal aneinandergeraten waren und Matt Cardona schließlich ebenfalls in das Segment eingebunden wurde, traf Green Gunther kurz darauf bei einer WWE-Liveveranstaltung wieder. Dort fragte sie ihn scherzhaft, ob sie sich durch ihre Interaktion möglicherweise selbst in eine Fehde gebookt hätten.
Green machte deutlich, dass sie einem Match gegen Gunther grundsätzlich nicht abgeneigt wäre. Gleichzeitig betonte sie, dass WWE bei körperlichen Interaktionen zwischen männlichen und weiblichen Talenten normalerweise klare Grenzen setzt. Gerade deshalb sei das Segment für sie so besonders gewesen. Sie habe zuvor kaum mit Gunther im Ring interagiert und die Atmosphäre sofort als ungewöhnlich intensiv empfunden.
Besonders lobte Green ihren Kollegen dafür, dass er ihr während der Promo viel Raum ließ. Gunther habe nicht versucht, seine eigene Position zu schützen oder ihre Aussagen abzuschwächen, sondern ihr ermöglicht, die verbale Konfrontation vollständig auszuspielen.
Die Fans zwangen WWE offenbar zu einem Kurswechsel
Noch deutlicher wird Greens veränderte Position bei ihrer Entwicklung vom Heel zum Babyface. Dieser Wandel war laut ihrer Darstellung nicht das Ergebnis eines klassischen Turns oder einer ausführlichen kreativen Besprechung. Vielmehr habe das Publikum selbst entschieden, sie zu unterstützen.
Green erinnerte sich daran, dass WWE ihr schließlich mitgeteilt habe, sie könne nicht länger als Heel auftreten. Die Reaktionen der Zuschauer seien so eindeutig geworden, dass es keinen Sinn mehr ergeben habe, gegen diese Entwicklung anzukämpfen. Interessanterweise sollte sie ihren Charakter dabei überhaupt nicht verändern. Green durfte weiterhin dieselben überzeichneten Eigenschaften zeigen, nur die Wahrnehmung durch das Publikum hatte sich grundlegend verschoben.

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