Will Ospreays Karriere stand auf dem Spiel: Nun blickt er auf die schwerste Zeit zurück

Will Osprey liefert eine starke Performance ab

Will Ospreay hat in den vergangenen Jahren einen Wrestling-Stil geprägt, der ihn weltweit bekannt machte, seinem Körper aber gleichzeitig enorm viel abverlangte. Inzwischen blickt der AEW-Star deutlich anders auf manche Belastungen seiner Karriere.

In einem ausführlichen Gespräch mit Ariel Helwani sprach Ospreay nun über die schwerste gesundheitliche Phase seiner Laufbahn, die Angst vor einer Operation und die Frage, ob er seinen früheren Umgang mit dem eigenen Körper heute bereut.

Erste Warnsignale bemerkte Ospreay bereits Ende 2024

Die Probleme begannen nach Ospreays Angaben während des Continental Classic im Jahr 2024. Zunächst bemerkte er ein ungewöhnliches Gefühl in einer Hand. Ospreay ging zunächst davon aus, dass die Beschwerden von den zahlreichen Chops oder wiederholten Stürzen auf die Matte stammen könnten.

Mit der Zeit verschlimmerte sich die Situation jedoch deutlich. Seine Nacken- und Schultermuskulatur begann sich immer wieder zu verkrampfen, ehe selbst vergleichsweise gewöhnliche Aktionen im Ring ernsthafte Auswirkungen hatten. Ospreay schilderte, dass bereits ein normaler Sturz nach einem Shoulder Tackle oder einer Clothesline dazu führen konnte, dass er zeitweise die Kontrolle über einen Arm verlor. Der Arm habe sich teilweise verkrampft und regelrecht nach innen gezogen. Zu diesem Zeitpunkt habe er selbst noch nicht verstanden, wie schwerwiegend die Ursache tatsächlich war.

Drei Bandscheiben waren betroffen

Spätere Untersuchungen brachten schließlich Klarheit. Bei Ospreay wurden Probleme an drei Bandscheiben im Bereich C5, C6 und C7 festgestellt. Diese drückten auf das Rückenmark und führten zusätzlich zu einer Verengung des Spinalkanals. Damit war deutlich geworden, dass es sich nicht um gewöhnliche Verschleißerscheinungen handelte, die sich mit einigen Wochen Pause beheben ließen.

Die endgültige Diagnose erreichte Ospreay ausgerechnet während eines privaten Ausflugs mit seinem Sohn. Die beiden wollten gemeinsam den neu eröffneten Freizeitpark Epic Universe besuchen, als ihn sein Arzt kontaktierte und ihm erklärte, dass eine Operation notwendig sei. Für Ospreay wurde aus einem eigentlich unbeschwert geplanten Familientag damit innerhalb weniger Minuten eine völlig andere Situation.

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Die bevorstehende Operation bereitete ihm große Angst

Ospreay machte deutlich, wie sehr ihn die Aussicht auf den Eingriff belastete. Eine Operation an der Halswirbelsäule sei für ihn keineswegs eine Kleinigkeit gewesen. Besonders die Unsicherheit darüber, wie sein Körper danach reagieren würde und ob er überhaupt noch einmal auf demselben Niveau wrestlen könne, habe ihn beschäftigt.

Er habe Geschichten über komplizierte Verläufe gehört und über längere Zeit kaum abschalten können. Am 17. September 2025 unterzog sich Ospreay schließlich einer doppelten Nackenfusion. Damit begann eine monatelange Rehabilitationsphase, in der nicht nur seine Rückkehr in den Ring, sondern zeitweise auch seine grundsätzliche Zukunft als aktiver Wrestler offen war.

AEW übernahm laut Ospreay die Kosten des Eingriffs

Für Ospreay spielte in dieser Phase auch das Verhalten von AEW und Tony Khan eine wichtige Rolle. Nach seinen Angaben kostete die notwendige Nackenoperation mehr als 420.000 Dollar und wurde vollständig von AEW beziehungsweise Khan bezahlt. Die Höhe der Rechnung habe ihn selbst überrascht. Zwar hätte Ospreay die Kosten nach eigener Aussage auch selbst tragen können, umso mehr beeindruckte ihn jedoch, dass Khan die gesamte Summe übernahm.

Ospreay erklärte, dass diese Unterstützung seine Loyalität gegenüber Khan und AEW nachhaltig beeinflusst habe. Wenn ein Arbeitgeber in einer gesundheitlich schwierigen Situation derart hinter einem stehe, habe dies für ihn eine enorme persönliche Bedeutung und zeige, wie sehr Khan sich um seine Talente kümmere.

Nach mehreren Monaten der Rehabilitation erhielt Ospreay am 25. Februar 2026 schließlich die medizinische Freigabe für seine Rückkehr. Bei AEW Revolution am 15. März tauchte er wieder im Fernsehen auf. Wenige Tage später bestritt er gegen Blake Christian sein erstes Match seit der Operation.

Ospreay bereut seinen riskanten Wrestling-Stil dennoch nicht

Ariel Helwani konfrontierte Ospreay im Interview auch mit der naheliegenden Frage, ob er rückblickend einige seiner riskanteren Aktionen aus früheren Jahren lieber vermieden hätte. Ospreays Antwort fiel überraschend eindeutig aus. Grundsätzlich würde er seinen bisherigen Weg nicht ändern. Gerade die spektakulären Aktionen und die Bereitschaft, seinen Körper auf ungewöhnliche Weise einzusetzen, hätten ihn von anderen Wrestlern unterschieden. Dieser Stil habe dazu beigetragen, dass Menschen weltweit auf ihn aufmerksam wurden und seine Matches besonders wahrgenommen hätten.

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Ospreay sieht darin einen entscheidenden Teil seiner künstlerischen Identität. Seine Leistungen in Japan und in der internationalen Independent-Szene hätten schließlich auch den Weg zu seinem heutigen AEW-Vertrag ermöglicht und damit sein gesamtes Leben verändert.

Bei den Landungen würde er heute vorsichtiger sein

Völlig uneingeschränkt blickt Ospreay dennoch nicht auf seine Vergangenheit zurück. Wenn er etwas verändern könnte, würde er bei bestimmten Landungen vorsichtiger vorgehen. Gleichzeitig widersprach er der Vorstellung, dass einzelne spektakuläre Aktionen allein für seine Nackenprobleme verantwortlich gewesen seien. Nach seiner eigenen Einschätzung handelte es sich eher um das Ergebnis jahrelanger Belastung und zunehmenden Verschleißes.

Ospreay erinnerte daran, wie problemlos sein Körper früher selbst extreme Belastungen verkraftet habe. Gerade während seiner frühen Jahre in Japan sei er immer wieder mit hoher Geschwindigkeit und großem Risiko in seine Umgebung gesprungen. Lange habe er sich darauf verlassen können, sich schnell davon zu erholen. Bei der Nackenverletzung funktionierte das erstmals nicht mehr.

Die Verletzung veränderte seinen Blick auf die eigene Karriere

Trotz der schweren Monate betrachtet Ospreay die Erfahrung nicht ausschließlich negativ. Die Verletzung habe ihm vor Augen geführt, welchen Preis sein Körper für die vergangenen Jahre bezahlt habe. Gleichzeitig schätze er heute umso mehr, überhaupt wieder im Ring stehen zu können.

Bereits in anderen Interviews hatte Ospreay erklärt, dass eine vergleichbare Verletzung noch vor einigen Jahren möglicherweise das Ende seiner Karriere bedeutet hätte. Die moderne Medizin habe ihm eine Rückkehr ermöglicht, dennoch ist ihm bewusst, dass er seinen Stil langfristig anpassen muss.

Von einem vollständigen Abschied von seiner bekannten Intensität ist allerdings nichts zu erkennen. Ospreay möchte weiterhin auf höchstem Niveau antreten, gleichzeitig aber besser darauf achten, wie viel Belastung sein Körper tatsächlich verkraftet.