Kevin Owens spricht über seine zweite Chance und warum er heute jedes Match anders erlebt

Kevin Owens wirkt unentschlossen
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Kevin Owens hatte sich bereits mit dem Gedanken auseinandergesetzt, dass seine Zeit im Ring möglicherweise vorbei sein könnte. Nach einer langen Pause änderte sich seine Situation jedoch innerhalb weniger Wochen grundlegend.

In einem neuen Interview blickte der Kanadier auf die entscheidende Phase vor seinem Comeback zurück und erklärte, warum er seine Karriere heute mit einer völlig anderen Einstellung betrachtet.

Noch im April war Kevin Owens weit von einer Rückkehr entfernt

Im Gespräch mit dem „FACES Magazine“ erinnerte sich Owens an die Monate vor seinem Comeback beim „WWE SummerSlam 2026“. Seine Nackenprobleme hatten ihn 17 Monate lang außer Gefecht gesetzt und es war lange völlig unklar, ob er je wieder ein Wrestling-Match bestreiten könnte.

Noch im April hatte ein Scan wenig Anlass für Optimismus gegeben. Nach Owens’ Darstellung war er zu diesem Zeitpunkt weiterhin deutlich von einer Rückkehr entfernt. Als WWE ihn im Mai für Werbeaufnahmen zu den späteren Kanada-Shows einsetzte, rechnete Owens deshalb selbst nicht damit, dort tatsächlich wrestlen zu können.

Vielmehr vermutete er, dass die WWE ihm während seiner langen Auszeit eine Aufgabe geben wollte, da er die Verantwortlichen immer wieder darum gebeten hatte, trotz seiner Verletzung beschäftigt zu bleiben. Zwischen April und Juli machte sein Heilungsprozess allerdings überraschend große Fortschritte.

Owens verkürzte seinen Urlaub und absolvierte den Freigabeprozess in neun Tagen

Mitte Juli erhielt Owens schließlich die Nachricht, dass er den entscheidenden Freigabeprozess aus medizinischer Sicht beginnen könne. Der Zeitpunkt fiel eigentlich in seinen Urlaub, doch statt die verbleibenden freien Tage auszunutzen, kehrte er früher zurück.

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Nach seinen Angaben dauert dieser Prozess, abhängig von Verletzung, Operation und Länge der Auszeit, normalerweise ungefähr vier Wochen. Owens wollte nach 17 Monaten ohne Wrestling jedoch keinen weiteren unnötigen Tag verlieren.

Er absolvierte die erforderlichen Untersuchungen deshalb möglichst direkt hintereinander und erkundigte sich wiederholt danach, ob der jeweils nächste Test sofort durchgeführt werden könne. Auf diese Weise schloss Owens einen normalerweise mehrere Wochen dauernden Vorgang innerhalb von lediglich neun Tagen ab.

Die Zeitspanne bezieht sich dabei ausschließlich auf die abschließenden WWE-Untersuchungen und nicht auf seinen gesamten Heilungsverlauf. Kurz nach der endgültigen Freigabe erhielt Owens den Anruf für seinen SummerSlam‑Auftritt. Zwischen der medizinischen Freigabe und seiner Rückkehr in den Ring lagen damit nur rund zwei Wochen.

Nach seinem Comeback besiegte Owens Finn Bálor, Sami Zayn und Gunther und sicherte sich dadurch schließlich ein Match gegen CM Punk um die Undisputed WWE Championship.

17 Monate Ungewissheit veränderten seine Einstellung

Die lange Pause hatte jedoch nicht nur körperliche Auswirkungen. Owens erklärte, dass sich dadurch auch seine Sicht auf seine Karriere grundlegend verändert habe. Früher sei er ständig mit neuen Zielen beschäftigt gewesen. Weitere Erfolge bedeuteten größere Möglichkeiten und letztlich auch mehr finanzielle Sicherheit für seine Familie. Dieser Gedanke habe über Jahre einen erheblichen Druck erzeugt.

Während seiner Verletzungspause wurde Owens bewusst, dass er bereits eine Karriere erlebt hatte, die weit über seine anfänglichen Erwartungen hinausging. Gleichzeitig erkannte er, dass er viele dieser Momente nicht ausreichend genossen hatte, weil seine Gedanken bereits beim nächsten Ziel lagen. Heute betrachtet er deshalb jedes Match und jede Show als etwas Besonderes.

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Wie lange Owens noch wrestlen kann

Eine konkrete Vorstellung von seiner verbleibenden Karrierezeit besitzt Owens nicht. Er hält es für möglich, dass ihm noch ein Jahr bleibt, ebenso könnten es zwei oder fünf Jahre sein. Nach seiner langen Auszeit möchte er sich jedoch nicht mehr darauf konzentrieren, wie viel Zeit ihm möglicherweise noch zur Verfügung steht. Entscheidend sei vielmehr, die verbliebenen Momente bewusst mitzunehmen.

Owens möchte vermeiden, eines Tages endgültig aufzuhören und festzustellen, dass er auch seinen letzten Karriereabschnitt hauptsächlich damit verbracht hat, schon über den nächsten Schritt nachzudenken.

Seinen Universal-Title-Run sieht Owens heute kritisch

Besonders deutlich wird diese neue Einstellung beim Rückblick auf seine Regentschaft als WWE Universal Champion. Owens gewann die Championship 2016 und erreichte damit einen der größten Erfolge seiner Karriere. Heute bedauert er allerdings, diese Zeit nicht intensiver erlebt zu haben.

Während seiner Regentschaft sei sein Blick praktisch ständig auf die nächste Raw-Ausgabe, die kommende Storyline oder das nächste große Match gerichtet gewesen. Selbst an den eigentlichen Abend seines Titelgewinns könne er sich heute nicht so detailliert erinnern, wie er es gerne würde. Die Nackenverletzung habe ihm noch einmal deutlich gemacht, wie schnell besondere Karrierephasen vorbeigehen können.

Steve Austin veränderte Owens’ Blick auf besondere Karrieremomente

Ganz anders erlebte Owens sein Match gegen „Stone Cold“ Steve Austin bei WrestleMania 38: Diesmal nahm er sich vor, den Abend nicht nur als nächsten Karriereschritt zu betrachten, sondern möglichst viele Eindrücke aufzunehmen, um sich später an diesen Moment erinnern zu können und genau diese Einstellung möchte er für den Rest seiner Laufbahn beibehalten.