Anthony Bowens erlebt bei AEW derzeit eine Phase der Veränderung. Nach seiner langjährigen Zeit bei The Acclaimed präsentiert sich der 35-Jährige mittlerweile in einer deutlich anderen Rolle und blickt zugleich auf die Entwicklung der Promotion insgesamt.
Im Gespräch mit Sportkolumnist Charles Hallman sprach Bowens darüber, was AEW seiner Meinung nach von anderen Wrestling-Unternehmen unterscheidet. Dabei ging es um die Zusammensetzung des Rosters, unterschiedliche Wrestling-Stile und die Frage, weshalb er die Promotion bewusst als Alternative zu WWE betrachtet.
Bowens hebt die Vielfalt des AEW-Rosters hervor
Bowens zeigte sich besonders von der Zusammensetzung des AEW-Rosters überzeugt. Für ihn gehört die Promotion zu den vielfältigsten Wrestling-Unternehmen weltweit, wobei er diesen Begriff nicht ausschließlich auf Herkunft oder persönliche Hintergründe der Talente bezieht. Vielmehr sieht er die Stärke darin, dass Wrestler aus zahlreichen Ländern und unterschiedlichen Wrestling-Kulturen bei AEW aufeinandertreffen. Dadurch würden verschiedene Stile miteinander kombiniert, die sich innerhalb einer einzelnen Show teilweise deutlich voneinander unterscheiden können.
Für Bowens ist genau diese Mischung ein wesentlicher Bestandteil der Identität von All Elite Wrestling. Zuschauer könnten innerhalb desselben Produkts technische Matches, Lucha Libre, Strong Style oder stärker charakterorientiertes Wrestling erleben. Er betrachtet diese Bandbreite als einen Vorteil, weil AEW dadurch unterschiedliche Gruppen von Wrestlingfans ansprechen könne, ohne sämtliche Matches nach demselben Muster präsentieren zu müssen.
AEW soll laut Bowens bewusst eine Alternative zu WWE sein
Im weiteren Verlauf des Gesprächs ging Bowens auch auf den Vergleich zwischen AEW und WWE ein. Dabei stellte er nicht infrage, dass WWE seinen eigenen erfolgreichen Ansatz verfolgt. Nach seiner Einschätzung verbindet WWE Professional Wrestling besonders stark mit Popkultur und klassischem Entertainment.
AEW setze dagegen stärker darauf, unterschiedliche Formen des Wrestlings selbst in den Vordergrund zu stellen. Bowens nannte unter anderem Technical Wrestling, Lucha Libre und Strong Style als Beispiele für Ausrichtungen, die innerhalb des AEW-Programms regelmäßig ihren Platz finden.
Für ihn bedeutet „Alternative“ deshalb nicht automatisch, das Konkurrenzprodukt grundsätzlich abzulehnen. Vielmehr gehe es darum, Zuschauern eine andere Form der Präsentation anzubieten. Gerade Wrestlingfans, die verschiedene Stile sehen möchten, könnten bei AEW seiner Ansicht nach etwas finden, das sich bewusst von anderen großen Angeboten unterscheidet.
Unterschiedliche Hintergründe sollen sich auch im Ring widerspiegeln
Bowens verbindet die Vielfalt des Rosters unmittelbar mit dem Wrestling-Stil der Promotion. Talente, die ihre Karriere in Mexiko, Japan, Europa oder auf der nordamerikanischen Independent-Szene aufgebaut haben, bringen unterschiedliche Erfahrungen und Einflüsse mit. Statt diese Unterschiede vollständig anzugleichen, sieht Bowens einen Reiz darin, dass sie bei AEW sichtbar bleiben. Dadurch entstehen Begegnungen zwischen Wrestlern, deren Stilrichtungen unter anderen Umständen möglicherweise kaum aufeinandertreffen würden.
Diese Vorstellung passt zu AEWs grundlegender Präsentation seit der Gründung des Unternehmens. Die Promotion verpflichtete über die Jahre Wrestler aus zahlreichen internationalen Szenen und arbeitete zudem regelmäßig mit anderen Organisationen zusammen. Bowens betrachtet diese Mischung als Teil dessen, was AEW langfristig von WWE unterscheiden könne.
Bowens fand selbst über einen anderen Sport zum Wrestling
Seine Einschätzung der sportlichen Anforderungen wird auch durch seinen eigenen Werdegang geprägt. Bevor Bowens seine Wrestling-Karriere begann, spielte er rund elf Jahre Baseball und war unter anderem auf College-Ebene für Montclair State und Seton Hall aktiv. Als Centerfielder verfolgte er zunächst einen anderen sportlichen Weg.
Während seiner College-Zeit habe er allerdings zunehmend die Freude am Baseball verloren. Seiner Darstellung zufolge wurde der Sport irgendwann stärker von den Vorstellungen der Coaches bestimmt, während seine eigene Begeisterung zurückging.
Bowens suchte deshalb nach einer Tätigkeit, die seine Athletik mit einer stärkeren kreativen Komponente verbinden konnte. Im Professional Wrestling fand er schließlich genau diese Kombination. Der Wechsel erklärt auch, weshalb er Wrestling nicht ausschließlich als Show betrachtet. Für Bowens verbindet die Branche sportliche Leistung mit der Möglichkeit, eine eigene Persönlichkeit und einen Charakter vor Publikum darzustellen.
Neue Rolle bei The Opps verändert Bowens‘ eigene Präsentation
Auch innerhalb seiner eigenen AEW-Karriere erlebt Bowens aktuell, wie unterschiedlich Wrestling präsentiert werden kann. Über Jahre war er gemeinsam mit Max Caster als Teil von The Acclaimed bekannt. Die Darstellung des Teams setzte stark auf Catchphrases, Publikumsinteraktion und Entertainment. Mittlerweile gehört Bowens zu The Opps und befindet sich damit in einer deutlich anderen Umgebung. Gemeinsam mit Namen wie Samoa Joe, HOOK und Katsuyori Shibata wird er wesentlich ernster und aggressiver präsentiert.
Bowens hatte bereits erklärt, dass diese Veränderung eine gewisse Eingewöhnungszeit erfordere. Seine neue Version solle sich schrittweise entwickeln und nicht lediglich eine leicht veränderte Variante seiner früheren Darstellung sein.

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