Rey Mysterio befindet sich in einer Phase seiner Karriere, in der sich seine Rolle zunehmend verändert. Der WWE Hall of Famer steht weiterhin selbst im Ring, übernimmt gleichzeitig aber auch Verantwortung abseits des aktiven Geschehens und bekommt dadurch einen immer größeren Einblick in die nächste Generation.
In einem neuen ausführlichen Gespräch sprach der 51-Jährige nun darüber, wie er seine eigene Zukunft bewertet und warum er sich trotz seiner langen Karriere bewusst dagegen entschieden hat, einen festen Zeitpunkt für seinen Abschied festzulegen.
Das Karriereende beschäftigt Rey Mysterio inzwischen häufiger
Im Podcast „What’s Your Story? With Stephanie McMahon“ räumte Mysterio ein, dass der Gedanke an einen möglichen Rücktritt inzwischen häufiger auftauche. Nach mehreren Jahrzehnten im Wrestling sei ihm natürlich bewusst, dass seine aktive Laufbahn nicht unbegrenzt weitergehen könne. Trotzdem gebe es derzeit keinen bestimmten Tag oder ein konkretes Alter, an dem er sich verabschieden wolle.
Entscheidend sei für ihn vielmehr das Gefühl, das ihm sein eigener Körper vermittle. Mysterio möchte den Zeitpunkt nicht künstlich erzwingen, sondern darauf warten, bis er körperlich oder mental merke, dass die Belastungen des Wrestlings nicht mehr sinnvoll seien. Diesen Punkt habe er momentan noch nicht erreicht.
Gleichzeitig machte er deutlich, dass er sich vorstellen könne, eines Tages relativ spontan zu dieser Entscheidung zu kommen. Es müsse nicht zwangsläufig eine lange angekündigte Abschiedstour geben. Für ihn könne möglicherweise irgendwann ein Moment eintreten, in dem er nach einem Match oder einer bestimmten Phase erkenne, dass der richtige Zeitpunkt gekommen sei.
Ein früherer Zeitplan spielt für ihn keine Rolle mehr
Damit hat sich Mysterios Haltung gegenüber früheren Aussagen deutlich verändert. Noch 2023 hatte er davon gesprochen, seine Karriere möglicherweise innerhalb der folgenden anderthalb bis zwei Jahre ausklingen lassen zu wollen. Dieser Zeitraum ist inzwischen überschritten, ohne dass der Hall of Famer ernsthafte Schritte in Richtung eines endgültigen Abschieds unternommen hat.
Bereits später rückte Mysterio von einer festen Altersgrenze ab und erklärte, dass er stattdessen verstärkt auf seinen körperlichen Zustand und seine mentale Einstellung achten wolle. Genau diesen Gedanken führte er nun weiter aus.
Seine lange Karriere hat ihm gezeigt, dass sich solche Entscheidungen nur schwer Jahre im Voraus planen lassen. Solange er Freude daran habe, in den Ring zu steigen, und sein Körper die Belastung zulasse, sehe er keinen Grund, allein aufgrund seines Alters aufzuhören.
Die neue AAA-Rolle verändert seinen Blick auf das Wrestling
Eine zusätzliche Perspektive erhält Mysterio mittlerweile durch seine Tätigkeit als General Manager von AAA. Seit Mai übernimmt er dort verstärkt Verantwortung außerhalb des Rings und beschäftigt sich unter anderem mit der Entwicklung und Präsentation jüngerer Talente.
Mysterio erklärte, dass ihm diese Aufgabe gefalle. Er genieße es, junge Wrestler zu beobachten und mitzuerleben, wie sie ihre eigenen Möglichkeiten erhalten. Gerade im Lucha Libre sei ihm bewusst, wie wichtig es sei, die nächste Generation aufzubauen und neuen Namen ausreichend Raum zu geben.
Dabei sprach er auch einen Punkt an, der unmittelbar mit seiner eigenen Karriere zusammenhängt. Die Zahl der verfügbaren Möglichkeiten sei begrenzt. Jeder Platz, den ein etablierter Wrestler weiterhin einnimmt, könne letztlich auch ein Platz sein, der einem jüngeren Talent fehlt. Mysterio scheint diesen Übergang inzwischen deutlich bewusster wahrzunehmen als früher.
Trotzdem zieht es Mysterio weiterhin in den Ring
Seine Arbeit hinter den Kulissen hat jedoch nichts daran geändert, wo seine größte Leidenschaft liegt. Mysterio stellte klar, dass er weiterhin deutlich lieber selbst wrestle, als ausschließlich eine Funktion außerhalb des Rings zu übernehmen.
Gerade dieses Gefühl ist für ihn offenbar ein wichtiger Maßstab bei der Frage nach seinem Karriereende. Solange die Begeisterung für aktive Matches vorhanden sei, wolle er sich diese Möglichkeit nicht vorschnell nehmen. Gleichzeitig sei er realistisch genug, um zu erkennen, dass sich seine Rolle mit zunehmendem Alter verändern müsse.
Die AAA-Position könnte daher bereits einen Vorgeschmack darauf geben, wie Mysterios Wrestling-Zukunft nach seiner aktiven Laufbahn aussehen wird. Derzeit betrachtet er sie jedoch eher als Ergänzung und nicht als Ersatz für seine Karriere im Ring.
Rey Mysterio war schon einmal deutlich näher am Rücktritt
Dass Mysterio heute noch aktiv ist, war vor einigen Jahren keineswegs selbstverständlich. Erst vor wenigen Monaten blickte er darauf zurück, dass er ungefähr fünf oder sechs Jahre zuvor ernsthaft darüber nachgedacht habe, seine Karriere zu beenden.
Damals hätten sich die vielen Jahre im Ring körperlich und mental bemerkbar gemacht. Mysterio habe zeitweise das besondere Gefühl vermisst, das ihn über große Teile seiner Karriere begleitet hatte, und sich gefragt, ob die Leidenschaft für das Wrestling noch ausreichend vorhanden sei.
Diese Phase konnte er letztlich überwinden. Seine Karriere erhielt neuen Schwung, und seitdem erlebte Mysterio weitere große WWE-Momente, die seine ursprüngliche Zeitplanung für einen Rücktritt immer weiter in den Hintergrund rückten.
WWE setzt weiterhin auf den aktiven Rey Mysterio
Auch aktuell gibt es keine Hinweise darauf, dass WWE unmittelbar mit einem Abschied plant. Ende Juli stand Mysterio noch bei RAW gegen Ethan Page im Ring, während er parallel seine Aufgaben bei AAA wahrnimmt.
In der RAW-Ausgabe vom 10. August brachte Intercontinental Champion Chad Gable zudem ein mögliches Championship Match gegen Mysterio ins Gespräch. Dadurch wird auch deutlich, dass die WWE den 51-Jährigen weiterhin als aktiven Bestandteil der Shows betrachtet und für bedeutendere Matches einsetzen kann.

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