Vince McMahon im Streit um die WWE-UFC-Fusion: Neue Millionen-Details zum Vergleich

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Im Rechtsstreit um die Fusion von WWE und UFC sind neue Details zum geplanten Vergleich bekannt geworden. Aus aktuellen Gerichtsunterlagen geht hervor, dass die finanzielle Dimension der Einigung deutlich größer ist, als es die bisherige Darstellung von TKO vermuten ließ.

Gleichzeitig sorgen noch offene Fragen zwischen Vince McMahon und weiteren ehemaligen WWE-Verantwortlichen dafür, dass der Fall weiterhin nicht endgültig abgeschlossen ist.

McMahon und Versicherer übernehmen weitere 42,5 Millionen US-Dollar

Wie Bloomberg Law unter Berufung auf eine am Freitag, dem 7. August 2026, eingereichte Mitteilung an das Delaware Court of Chancery berichtet, haben McMahon und seine Versicherer zugesagt, 42,5 Millionen US-Dollar zur Beilegung des Verfahrens beizusteuern. Dieser Betrag kommt zu den bereits bekannten 105 Millionen US-Dollar hinzu, die dem WWE-Anteil zugerechnet werden. Damit beträgt die vollständige Vergleichssumme 147,5 Millionen US-Dollar.

Dabei ist wichtig, dass bislang nicht öffentlich aufgeschlüsselt wurde, welchen Teil der 42,5 Millionen US-Dollar McMahon tatsächlich persönlich bezahlen muss und welcher Betrag von Versicherungen übernommen wird. Entsprechend wäre es zu weitgehend, davon auszugehen, dass der frühere WWE-Chairman die komplette Summe aus eigener Tasche trägt.

Auch bei den 105 Millionen US-Dollar auf WWE-Seite ist die tatsächliche finanzielle Belastung des Unternehmens deutlich geringer. TKO hatte in seinem aktuellen Quartalsbericht erklärt, dass voraussichtlich 75 Millionen US-Dollar durch Versicherungsleistungen gedeckt werden. WWE erwartet deshalb einen tatsächlichen Verlust von rund 30 Millionen US-Dollar aus dem Vergleich.

Kläger kritisieren TKOs bisherige Darstellung

Die Kläger machten die Gesamtsumme öffentlich und übten zugleich Kritik an der bisherigen Kommunikation von TKO. In der vorausgegangenen Börsenmeldung hatte das Unternehmen ausdrücklich lediglich von „WWE’s portion“, also dem WWE-Anteil des Vergleichs, gesprochen und die 105 Millionen US-Dollar genannt. Die vollständigen 147,5 Millionen US-Dollar waren dort nicht aufgeführt worden.

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Nach Auffassung der Kläger habe diese teilweise Offenlegung dazu geführt, dass in der Öffentlichkeit und in Medienberichten ein unvollständiges Bild vom tatsächlichen Umfang des Vergleichs entstanden sei. Die fehlenden 42,5 Millionen US-Dollar seien McMahon und/oder Versicherern auf seiner Seite zugeordnet.

Streit zwischen McMahon und den übrigen WWE-Beklagten verzögert Abschluss

Gleichzeitig ist der Rechtsstreit trotz der bereits Anfang Juni erzielten grundsätzlichen Einigung noch immer nicht vollständig beendet. Nach Angaben von POST Wrestling besteht zwischen McMahon und den übrigen Beklagten Nick Khan, Paul „Triple H“ Levesque, George Barrios und Michelle Wilson ein als eng begrenzt beschriebener Streit über Versicherungs- und Freistellungsfragen.

Dabei geht es offenbar darum, welche Partei für welche Verpflichtungen aufkommen muss, welche Kosten von Versicherungen getragen werden und in welchem Umfang sich die Beklagten gegenseitig von möglichen Forderungen freistellen.

McMahons Anwälte teilten dem Gericht mit, dass ihr Mandant bereit sei, die ausgearbeitete Vergleichsvereinbarung zu unterzeichnen, und keinen Grund sähe, weshalb diese interne Auseinandersetzung den Abschluss weiter verzögern sollte.

Die Kläger machten ebenfalls deutlich, dass interne Fragen zwischen den verschiedenen Beklagtengruppen ihrer Ansicht nach keinen Einfluss auf den bereits vereinbarten Vergleich haben sollten. Der zuständige Vice Chancellor J. Travis Laster muss der endgültigen Vereinbarung ohnehin noch zustimmen.

Aktionäre warfen McMahon Manipulation des WWE-Verkaufs vor

Der Rechtsstreit geht auf die 2023 vollzogene Fusion von WWE und UFC unter dem Dach der neu gegründeten TKO Group Holdings zurück. Eine Gruppe ehemaliger WWE-Aktionäre warf McMahon und weiteren damaligen Führungskräften vor, ihre treuhänderischen Pflichten verletzt zu haben.

Nach Darstellung der Kläger soll McMahon den Verkaufsprozess zugunsten von Endeavor beeinflusst haben, weil ihm eine Transaktion mit dem damaligen UFC-Mutterkonzern ermöglichte, auch nach dem Zusammenschluss eine bedeutende Rolle im Unternehmen zu behalten.

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Andere Interessenten, darunter Liberty Media, KKR und eine mit AEW-Präsident Tony Khan verbundene Bietergruppe, hätten dadurch keine gleichwertige Gelegenheit erhalten, WWE zu übernehmen. Die Beklagten bestritten die zentralen Vorwürfe.

Die Kläger argumentierten außerdem, dass die damaligen WWE-Aktionäre bei einer faireren Transaktion einen größeren Anteil an TKO hätten erhalten können. Ein von ihnen beauftragter Finanzexperte bezifferte den möglichen Schaden je nach Berechnung auf 466 bis 957 Millionen US-Dollar zuzüglich Zinsen. Experten der Gegenseite hielten dagegen, dass die Transaktion fair gewesen sei und überhaupt kein Schaden entstanden sei.

Gelöschte Signal-Nachrichten erhöhten das Prozessrisiko

Kurz vor dem geplanten Prozess hatte sich die rechtliche Situation insbesondere für McMahon und Nick Khan zusätzlich verschärft. Richter Laster verhängte Sanktionen gegen beide, nachdem relevante elektronische Kommunikation trotz bestehender Aufbewahrungspflichten nicht erhalten worden war. Im Mittelpunkt standen unter anderem Nachrichten über den Messenger Signal, bei dem automatische Löschfunktionen verwendet worden waren – wir berichteten.

Die Sanktionen hätten dazu geführt, dass mehrere für die Kläger wichtige Annahmen im Prozess zunächst zugunsten der Aktionäre behandelt worden wären und McMahon beziehungsweise Khan diese hätten widerlegen müssen. Dadurch wäre die Ausgangslage für die Beklagten erheblich schwieriger geworden.

Der auf vier Tage angesetzte Prozess sollte ursprünglich am 8. Juni 2026 beginnen. Am letzten Geschäftstag zuvor erzielten die Parteien jedoch eine grundsätzliche Einigung, woraufhin das Verfahren kurzfristig vom Terminkalender gestrichen wurde.

Mit der nun bekannt gewordenen Gesamtsumme von 147,5 Millionen US-Dollar wird deutlich, welchen finanziellen Umfang diese Einigung tatsächlich besitzt. Ein Schuldeingeständnis der Beklagten ist mit dem Vergleich nicht verbunden.

Bevor der jahrelange Streit endgültig abgeschlossen werden kann, müssen allerdings zunächst noch die offenen Fragen zwischen McMahon und den übrigen Beklagten geklärt und die Vereinbarung anschließend vom Gericht genehmigt werden.

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