Im Podcast „What’s Your Story?“ von Stephanie McMahon gewährte CM Punk einige der persönlichsten Einblicke in sein Leben abseits des Wrestlings. Der neue Undisputed WWE Champion berichtete vom wohl chaotischsten Moment seines Privatlebens, sprach über den schmerzhaftesten Verlust der vergangenen Monate und erklärte, wie Ruhm und finanzieller Erfolg einen Menschen und dessen Umfeld verändern können.
Der Heiratsantrag, der beinahe gescheitert wäre
Punk ließ keinen Zweifel daran, welcher Moment ihn in seinem Leben am meisten eingeschüchtert habe. Mit einem Kampf im UFC-Käfig hatte dieser allerdings nichts zu tun. Die Vorstellung, in der Öffentlichkeit niedergeschlagen oder bloßgestellt zu werden, sei für ihn nichts im Vergleich zu dem Augenblick gewesen, in dem er einen Verlobungsring gekauft habe, ohne zu wissen, ob AJ Lee seinen Antrag überhaupt annehmen würde. Er habe weder gewusst, ob sie zu diesem Zeitpunkt bereits über eine Hochzeit nachgedacht habe, noch welche Ringgröße sie trug. Diese Information habe er sich deshalb heimlich über eine Person bei WWE beschafft.
Den eigentlichen Antrag versteckte Punk in einem Blumenstrauß, den er nach Hause liefern ließ, während er und AJ gemeinsam Lebensmittel einkauften. Sein Plan sah vor, dass sie nach der Lieferung die beiliegende Karte lesen sollte. Dabei hatte Punk jedoch ein wichtiges Detail übersehen: Normalerweise schrieb er nie eine Nachricht auf die Karten seiner Blumensendungen.
AJ stellte den Strauß deshalb lediglich auf die Küchentheke, begann damit, die Einkäufe einzuräumen, und beachtete die Karte überhaupt nicht. Sie forderte Punk sogar dazu auf, ihr zu helfen, während dieser wie angewurzelt in der Küche stand und ununterbrochen die Blumen anstarrte.
Wenig später bedankte sich AJ für den Strauß, ging ins Wohnzimmer und schaltete den Fernseher ein. Punk blieb allein in der Küche zurück, schwitzte und dachte ernsthaft darüber nach, den gesamten Antrag abzubrechen und einfach zu fliehen.
Erst als AJ bemerkte, dass mit ihm etwas nicht stimmte, kehrte sie zu den Blumen zurück. Sie nahm die Karte, öffnete sie und las die darin enthaltene Nachricht. Als sie sich anschließend zu Punk umdrehte, holte er den Ring hervor. Beide standen mit Tränen in den Augen voreinander, ehe Punk fragte, ob er für den Antrag auf die Knie gehen solle. AJ bejahte dies und nahm den Antrag an. Das Paar heiratete im Jahr 2014.
Larry und die große Lücke, die er hinterlassen hat
Der emotionalste Teil des Gesprächs drehte sich um Larry, den gemeinsamen Hund von Punk und AJ Lee, der im November 2025 gestorben ist. AJ habe seitdem deutlich erklärt, dass sie nie wieder einen Hund haben wolle. Punk könne sich dagegen vorstellen, irgendwann erneut einen Hund aufzunehmen. Gleichzeitig verstehe und respektiere er die Haltung seiner Frau vollständig.
Besonders schwer sei für ihn der Moment gewesen, als er nach einer längeren Abwesenheit erstmals wieder in das gemeinsame Haus in Chicago zurückgekehrt sei und dort staubsaugte. Als er den Behälter des Staubsaugers leerte, habe dessen Inhalt fast ausschließlich aus Larrys Fell bestanden. Für einen kurzen Augenblick hat Punk den Impuls verspürt, das Fell wieder aus dem Müll zu nehmen und als Erinnerung aufzubewahren.
Bevor AJ nach Hause kam, entfernte er außerdem sämtliche Gegenstände von Larry aus ihrem direkten Sichtfeld, damit sie nicht unvorbereitet damit konfrontiert würde. Als bleibende Erinnerung hätten die beiden Tonabdrücke von Larrys Pfoten anfertigen lassen.
Larrys Tod habe zugleich eine unerwartete Veränderung in ihrem Alltag mit sich gebracht. Seit Punk und AJ den Hund kurz nach ihrer Hochzeit bei sich aufgenommen hatten, seien gemeinsame Reisen kaum noch möglich gewesen. In den vergangenen Monaten hätten sie daher mehrere Reisen nachgeholt, die sie über einen langen Zeitraum aufgeschoben hatten. Punk stellte jedoch klar, dass er jeden einzelnen dieser Ausflüge sofort zurückgeben würde, wenn er dafür Larry wieder bei sich haben könnte.
Was Ruhm und finanzieller Erfolg wirklich bedeuten
Ein weiterer persönlicher Teil des Interviews beschäftigte sich mit Punks nüchterner Sicht auf Ruhm und Geld. Er sei nicht Wrestler geworden, weil er berühmt sein wollte. Ruhm stelle für ihn kein erstrebenswertes Ziel dar, sondern lediglich eine Begleiterscheinung, die eintrete, wenn jemand in seinem Beruf besonders erfolgreich sei. Als eigenständige Größe existiere Ruhm für ihn daher nicht wirklich.
Mit dem finanziellen Erfolg seien plötzlich Menschen in sein Leben zurückgekehrt, die zuvor lange Zeit nicht für ihn da gewesen waren. Wer erfolgreich wird, erkennt laut Punk sehr schnell, welche Personen nur auftauchen, weil sie sich davon einen persönlichen Vorteil erhoffen.
Er habe im Laufe der Jahre für zahlreiche Menschen Hypothekenraten und Beerdigungskosten übernommen. Das Geld sei für ihn nie das eigentliche Problem gewesen, schließlich könne er Neues verdienen. Schwerer wiege die Erkenntnis, dass einige dieser Menschen erst wieder in sein Leben getreten seien, als er erfolgreich und wohlhabend geworden war.
Das Gemeinschaftsgefühl, das Punk in seinem eigenen Zuhause vermisst habe, fand er schon früh in der Punkrock-Szene und später auch im Wrestling. Dort habe niemand danach gefragt, welche Hautfarbe ein Mensch habe oder woran er glaube. Entscheidend sei lediglich gewesen, dass alle gemeinsam Wrestling betrieben hätten. Diese Menschen hätten ihn häufig besser behandelt als Mitglieder seiner eigenen Familie.
Diese Erfahrungen hätten Punk gelehrt, dass ein Mensch sich die Familie, die er benötigt, notfalls selbst suchen müsse. Aus dieser Zeit stamme auch sein persönliches Lebensmotto: Wer das Gefühl habe, gerade durch die Hölle zu gehen, solle nicht stehenbleiben, sondern seinen Weg fortsetzen. Auf der anderen Seite wird etwas Besseres warten.

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