AJ Styles hat einen ungewöhnlichen Vorschlag für die Zukunft der WWE gemacht. Im „Phenomenally Retro“-Podcast sprach sich der frühere WWE Champion und heutige Hall of Famer dafür aus, dass WWE eine Wrestling-Promotion in Japan übernimmt – nach dem Vorbild der AAA-Übernahme im April 2025.
AAA-Übernahme soll als Vorbild dienen
Styles stellte klar, dass es ihm nicht darum geht, das japanische Wrestling zu verändern. Stattdessen solle WWE eine bestehende Promotion unterstützen und ihr zusätzliche Möglichkeiten bieten, ohne deren Identität oder Traditionen zu zerstören. Seiner Ansicht nach sollte die Promotion weiterhin ihren eigenen Stil beibehalten und lediglich von den Ressourcen und der Reichweite der WWE profitieren.
Auch die Wrestler sollten nach seinen Vorstellungen nicht dauerhaft zu RAW oder SmackDown wechseln. Stattdessen könnten sie weiterhin ausschließlich in Japan antreten und dort eine eigenständige WWE-Marke repräsentieren.
Als Beispiel führte Styles die frühere Praxis an, junge japanische Wrestler für Auslandserfahrungen nach Mexiko zu schicken. Mit einer WWE-Promotion in Japan und der bereits übernommenen AAA in Mexiko könnte dieses System seiner Meinung nach in moderner Form wiederbelebt werden. Talente könnten zwischen beiden Promotions wechseln, internationale Erfahrungen sammeln und sich dadurch weiterentwickeln.
Pandemie hat das japanische Wrestling zurückgeworfen
Styles sieht für einen solchen Schritt auch einen konkreten Anlass. Seiner Ansicht nach hat die COVID-19-Pandemie das japanische Wrestling besonders hart getroffen. Zwar habe sich die Szene inzwischen teilweise erholt, doch sie erreiche seiner Meinung nach noch immer nicht das Niveau früherer Jahre. Sowohl die Atmosphäre als auch die Qualität vieler Storylines hätten darunter gelitten.
Er hofft deshalb, dass WWE dabei helfen könnte, dem japanischen Wrestling neuen Aufschwung zu verleihen. Sein persönliches Ziel wäre es, den Tokyo Dome wieder regelmäßig ausverkauft zu sehen – so wie in den frühen 1990er-Jahren, als große Veranstaltungen dort oftmals vor voller Kulisse stattfanden.
Als Beispiele für erfolgreiche japanische Wrestler im WWE-System nannte Styles Shinsuke Nakamura, IYO SKY sowie Naraku, der früher unter dem Ringnamen EVIL bekannt war. Alle drei hätten aus seiner Sicht gezeigt, dass japanische Talente auch auf der großen WWE-Bühne erfolgreich sein können.
Große Pläne für WrestleMania und Survivor Series
Im weiteren Verlauf des Podcasts sprach Styles über mögliche gemeinsame Großveranstaltungen. So könne er sich vorstellen, dass bei einer zukünftigen Survivor Series Champions von WWE, NXT und AAA gemeinsam antreten. Sollte WWE eines Tages auch eine Promotion in Japan besitzen, könnte diese als vierte Marke ebenfalls Teil des Events werden.
Noch größer wäre für Styles die Idee einer WrestleMania, bei der Wrestler aus WWE, NXT, AAA und einer japanischen WWE-Promotion gemeinsam auf einer Bühne stehen. Ein solches Event wäre für ihn ein einmaliges Spektakel, das verschiedene Wrestling-Kulturen miteinander verbinden würde.
Dave Meltzer sieht das AAA-Modell kritischer
Wrestling-Observer-Chefredakteur Dave Meltzer beurteilt das AAA-Modell allerdings deutlich zurückhaltender. In einer früheren Ausgabe des Wrestling Observer Newsletter erklärte er, dass WWE nach der Übernahme bereits Veränderungen an der AAA-Produktion vorgenommen habe. Demnach sei das Wrestling-Tempo spürbar reduziert worden und riskante Aktionen würden seltener gezeigt.
Genau diese Veränderungen könnten im Widerspruch zu Styles‘ Wunsch stehen, die Kultur und den Stil einer möglichen japanischen Promotion möglichst unverändert zu erhalten.
Styles kennt die japanische Wrestling-Szene aus erster Hand
Sein Vorschlag kommt nicht von ungefähr. Bevor AJ Styles 2016 zur WWE wechselte, verbrachte er zwei erfolgreiche Jahre bei New Japan Pro-Wrestling. Bereits in seinem ersten Match gewann er die IWGP Heavyweight Championship und führte anschließend den Bullet Club durch eine der erfolgreichsten Phasen der Gruppierung.
Dadurch kennt Styles die japanische Wrestling-Kultur, die Fans und die Besonderheiten der dortigen Szene aus eigener Erfahrung. Seine Einschätzung stammt daher nicht von einem außenstehenden Beobachter, sondern von jemandem, der sowohl das japanische Wrestling als auch die WWE aus nächster Nähe erlebt hat.

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