Luke Menzies, WWE-Fans besser bekannt als Ridge Holland, hat in einem ausführlichen Interview mit dem Sports Jedi Network offen über seine Karriere gesprochen. Dabei sprach er über verpasste Chancen, interne Widerstände, den folgenschweren Unfall mit Big E und darüber, warum er sich innerhalb der WWE oft nicht vollständig unterstützt fühlte.
Ein einflussreicher WWE-Verantwortlicher wollte ihn offenbar nicht
Eines der brisantesten Themen des Interviews betrifft Menzies‘ Zeit nach dem Ende der Brawling Brutes. Er hatte das Gefühl, dass sich die Gruppierung kreativ festgefahren hatte und weder er noch sein Tag Team Partner Pete Dunne davon profitierten. Deshalb suchte er das Gespräch mit William Regal und Triple H. Gemeinsam entstand die Idee, für einige Monate nach NXT zurückzukehren, sich dort neu zu positionieren und später mit frischem Schwung ins Main Roster zurückzukehren.
Nach Aussage von Menzies unterstützten sowohl Regal als auch Triple H diesen Plan. Allerdings habe es innerhalb der WWE-Führung eine einflussreiche Person gegeben, die ihn aus persönlichen Gründen nicht habe fördern wollen. Diese Ablehnung habe mit früheren Ereignissen zusammengehangen. Er sei deshalb mehrfach aus kreativen Plänen gestrichen worden und habe den Eindruck gehabt, dass nicht alle Verantwortlichen hinter ihm standen.
Der Wechsel ins Main Roster kam aus seiner Sicht zu früh
Auch seinen Wechsel vom NXT-Kader ins Main Roster sieht Menzies heute kritisch. Nach einer Verletzung sei er zwar ins Hauptroster berufen worden, habe seine Entwicklung bei NXT aber noch nicht abgeschlossen.
Vor seiner Verletzung habe er sich bei NXT gerade gegen etablierte Namen wie Adam Cole durchgesetzt und begonnen, sich eine eigene Identität aufzubauen. Durch die Verletzung und den anschließenden Wechsel ins Main Roster sei dieser Entwicklungsprozess jedoch unterbrochen worden.
Im Main Roster seien die Voraussetzungen deutlich anders gewesen als bei NXT. Jeder kämpfe dort um seine eigene Position, da deutlich mehr auf dem Spiel stehe. Gleichzeitig habe das Kreativteam keine klare Vorstellung davon gehabt, wie seine Figur eingesetzt werden sollte, weil seine Entwicklung bei NXT noch nicht abgeschlossen gewesen sei. Deshalb habe er praktisch noch einmal von vorn anfangen müssen.
Der Unfall mit Big E brachte ihn an seine Grenzen
Am stärksten belastete ihn nach eigenen Aussagen jedoch der Unfall mit Big E. Bei den SmackDown-Tapings im März 2022 erlitt Big E nach einem German Suplex von Menzies eine schwere Nackenverletzung.
Menzies erklärte, dass ihn dieses Ereignis psychisch stark getroffen habe. Zeitweise habe er sogar darüber nachgedacht, seine Wrestling-Karriere zu beenden. Sein Selbstvertrauen sei massiv erschüttert gewesen, wodurch er auch im Ring nicht mehr mit derselben Sicherheit auftreten konnte. Dieses fehlende Selbstvertrauen hätten seiner Meinung nach auch die Zuschauer bemerkt.
Entscheidenden Rückhalt habe er in dieser schwierigen Zeit von seiner Ehefrau, seinen drei Kindern sowie von Pete Dunne und Sheamus erhalten. Ohne ihre Unterstützung hätte er seine Karriere möglicherweise beendet.
Zusätzlich habe ihn belastet, dass viele Fans und auch einige Personen hinter den Kulissen ihn nach dem Unfall vorschnell als unsicheren Wrestler abgestempelt hätten. Dabei hätten viele seine tatsächlichen Leistungen im Ring gar nicht richtig beurteilen können.
Die Zeit an der Seite von Sheamus
Seine Zusammenarbeit mit Sheamus bewertet Menzies rückblickend mit gemischten Gefühlen. Einerseits sei es für ihn eine große Ehre gewesen, gemeinsam mit einem künftigen WWE Hall of Famer zu arbeiten und bei großen Veranstaltungen wie WrestleMania oder in Matches gegen die Usos im Ring zu stehen.
Andererseits habe diese Konstellation auch ihre Grenzen gehabt. Sheamus habe stets im Mittelpunkt der Gruppierung gestanden, während Pete Dunne und er selbst eher unterstützende Rollen übernommen hätten. Für einen Wrestler, der sich selbst etablieren und eine eigene Figur entwickeln wolle, sei das nicht einfach gewesen.
Rückblickend ist Menzies überzeugt, dass er und Dunne in erster Linie dazu dienten, Sheamus zu unterstützen – und genau das sei auch die Rolle gewesen, die WWE für sie vorgesehen habe.
Der Neustart bei NXT verlief nicht wie erhofft
Nach seiner Rückkehr zu NXT entwickelte Menzies eine neue Idee für seinen Charakter. Er wollte zunächst einen Babyface spielen, das trotz guter Absichten immer wieder versehentlich andere Wrestler verletzte. Daraus sollte sich nach und nach ein glaubwürdiger Heel-Charakter entwickeln.
Besonders das Segment mit Ilja Dragunov, in dem frühere Verletzungen thematisiert wurden, habe nach seinen Angaben sehr gute Einschaltquoten erzielt. Trotzdem erklärte Shawn Michaels ihm kurze Zeit später, dass man die Geschichte zurückfahren müsse, weil sie innerhalb der WWE als zu heikel angesehen worden sei.
Auch seine spätere Rolle bei Chase U, mit der er als Heel starke Reaktionen des Publikums erhielt, sei nach seiner Einschätzung nicht konsequent weiterentwickelt worden. Menzies ist überzeugt, dass er in dieser Phase die beste Arbeit seiner Karriere gezeigt habe.
Sein Fazit fällt entsprechend deutlich aus: Ein Wrestler könne sich allein nicht dauerhaft durchsetzen. Letztlich müsse die WWE-Führung entscheiden, einem Talent wirklich eine Chance zu geben. Wer diese Unterstützung nicht erhalte, habe es schwer, unabhängig davon, wie gut die Reaktionen des Publikums ausfielen.

Auch abseits des Unfalls mit Big E, der wirklich schlimm war, fand ich ihn nie wirklich interessant, weder im noch außerhalb des Rings.