WWE Night of Champions 2026 bot mit insgesamt sechs Matches eine größere Card als viele der vergangenen Premium Live Events. Wie nun bekannt wurde, war das kein Zufall. Hintergrund soll der Einfluss von ESPN sein, das in den USA die WWE-Premium-Live-Events überträgt und sich für zusätzliche Matches eingesetzt haben soll.
ESPN wollte mehr Matches hinter der Bezahlschranke
Nach Informationen von WrestleVotes Radio auf Fightful Select wandte sich ESPN vor Night of Champions an WWE mit der Bitte, ein oder zwei zusätzliche Matches auf die Card zu setzen.
Der Grund dafür liegt im aktuellen Übertragungsmodell in den USA. Die erste Stunde eines WWE Premium Live Events wird kostenlos im linearen ESPN-Fernsehen ausgestrahlt. Danach läuft der Rest der Veranstaltung ausschließlich über den kostenpflichtigen Streamingdienst ESPN Unlimited.
Offensichtlich wollte ESPN sicherstellen, dass sich nach der ersten kostenlosen Stunde noch mindestens vier Matches exklusiv hinter der Bezahlschranke befinden. Dadurch sollte der kostenpflichtige Teil der Show für Zuschauer attraktiver werden und einen stärkeren Anreiz für ein Abonnement bieten.
ESPN nimmt aktiv Einfluss
Dave Meltzer bestätigte die Informationen im Wrestling Observer Newsletter weitgehend und erklärte, dass ESPN deutlich stärker in die Zusammenarbeit mit WWE eingebunden sei, als viele Fans vermuten.
Nach seiner Einschätzung bringt der Sender regelmäßig eigene Vorschläge ein und beschränkt sich nicht darauf, die Veranstaltungen lediglich zu übertragen. Der eigentliche Kern der Geschichte sei deshalb nicht die höhere Matchanzahl, sondern der wachsende Einfluss eines TV-Partners auf die Struktur und den Ablauf von WWE Premium Live Events.
So war Night of Champions aufgebaut
Bei Night of Champions am 27. Juni in Riad fanden die beiden Finalmatches des King and Queen of the Ring Turniers bereits während der kostenlosen ersten Stunde statt. Oba Femi setzte sich im King of the Ring-Finale gegen Jey Uso durch, während IYO SKY das Queen of the Ring Finale gegen Liv Morgan gewann.
Die übrigen vier Matches wurden ausschließlich über ESPN Unlimited ausgestrahlt. Dazu gehörten unter anderem das Steel Cage Match zwischen Seth Rollins und Bron Breakker sowie die drei Championship Matches, darunter auch Sami Zayns überraschender Titelgewinn im Main Event.
Nach Informationen von ITR Wrestling könnte der Wunsch von ESPN nach einem zusätzlichen Match außerdem der Grund gewesen sein, warum Tiffany Stratton ihre WWE Women’s United States Championship erstmals überhaupt bei einem Premium Live Event verteidigte.
Das Übertragungsmodell soll vorerst bestehen bleiben
Nach Angaben von WrestleVotes plant WWE derzeit keine Änderungen am gemeinsamen Übertragungsmodell mit ESPN. Die kostenlose erste Stunde der Premium Live Events soll mindestens bis zum Herbst 2026 beibehalten werden.
Während die WWE-Premium-Live-Events in den USA weiterhin über ESPN und ESPN Unlimited ausgestrahlt werden, können Fans in vielen Ländern außerhalb der Vereinigten Staaten die Veranstaltungen live über Netflix verfolgen.
Für den SummerSlam am 1. und 2. August in Minneapolis rechnet WWE derzeit mit insgesamt 13 bis 14 Matches an beiden Veranstaltungstagen. Sollte das ESPN-Modell unverändert bleiben, dürfte die Aufteilung der Matches erneut eine wichtige Rolle bei der Planung spielen.
Fans sehen die Entwicklung kritisch
Die Zusammenarbeit zwischen WWE und ESPN wird von einem Teil der US-Fans weiterhin kritisch gesehen. Viele Zuschauer bezahlen bereits ein Netflix-Abonnement, um Raw zu verfolgen, benötigen für die Premium Live Events jedoch zusätzlich ein kostenpflichtiges ESPN-Unlimited-Abo.
Diese zusätzlichen Kosten sorgen regelmäßig für Kritik innerhalb der Fan-Community. Sollte ESPN auch künftig Einfluss auf die Gestaltung der Shows nehmen, könnten Entscheidungen über Matchanzahl, Card-Struktur und den Aufbau künftiger Premium Live Events nicht mehr ausschließlich von WWEs Kreativteam getroffen werden.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar