Nach fast einem Jahr Pause kehrte Chris Jericho am 1. April bei AEW Dynamite überraschend ins Fernsehen zurück. Dass sein Comeback bis zuletzt geheim blieb, war jedoch kein Zufall. In einem ausführlichen Interview mit Renée Paquette verriet der 55-Jährige nun, wie aufwendig AEW und er die Rückkehr vorbereitet und abgeschirmt hatten.
Privatjet, separates Hotel und ein Tag im Zimmer
Jericho erklärte, dass seine Rückkehr bereits mehrere Monate im Voraus geplant worden sei. Damit niemand vorzeitig von seiner Ankunft erfuhr, reiste er am Abend vor der Show mit einem Privatjet nach Winnipeg und übernachtete bewusst nicht im offiziellen Hotel der AEW-Crew.
Nach seiner Ankunft überprüfte er zunächst die Hotellobby, um sicherzugehen, dass sich dort keine bekannten Gesichter aufhielten. Anschließend zog er sich für rund 24 Stunden auf sein Hotelzimmer zurück und verließ es bis kurz vor der Show nicht mehr.
Selbst enge Freunde wussten nichts von seinem Comeback. Einer seiner besten Freunde war eigens aus Las Vegas nach Winnipeg gereist und erfuhr erst in dem Moment von Jerichos Rückkehr, als dieser überraschend in der Arena erschien.
Warum Jericho bewusst die Treppe nahm
Etwa 15 Minuten vor seinem Auftritt machte sich Jericho auf den Weg zur Arena. Dabei verzichtete er bewusst auf den Aufzug und nahm die Treppe. Der Grund war einfach: Er wollte jedes noch so kleine Risiko vermeiden. Hätte der Aufzug eine Störung gehabt oder wäre er stecken geblieben, hätte das seinen Auftritt verzögert und die Überraschung gefährdet.
Auch der Fahrer, der ihn vom Hotel zur Arena brachte, wusste bis zuletzt nicht, wen er eigentlich abholen sollte. Erst als Jericho ins Auto stieg, erkannte er seinen Fahrgast.
An der Arena angekommen, blieb Jericho sogar noch im Wagen sitzen. Das Auto hielt direkt hinter dem Eingangsbereich, wo er bis etwa 30 Sekunden vor seinem Einsatz wartete. Erst dann stieg er aus und ging direkt zur Bühne.
Nur zwei Worte zum Comeback
Für seine Rückkehr hatte sich Jericho bewusst für eine extrem kurze Ansprache entschieden. Er betrat die Bühne und sagte lediglich: „I’m home.“
Nach eigenen Angaben orientierte er sich dabei an einem Ratschlag der verstorbenen Wrestling-Legende Pat Patterson. Dieser habe ihm einst erklärt, dass man nicht alles sofort in einer einzigen Promo erzählen müsse. Entscheidend sei zunächst der Überraschungseffekt. Die eigentliche Geschichte könne man anschließend Schritt für Schritt weitererzählen.
Jericho ist überzeugt, dass dieser Plan aufging. Bereits in Winnipeg erhielt er einen lautstarken Empfang der Fans. In den darauffolgenden Wochen seien die Reaktionen in Edmonton und anschließend in Vancouver sogar noch stärker ausgefallen.
Ein Neustart mit neuem Auftreten
Jericho bezeichnete seine Rückkehr selbst als einen bewussten Neustart. Gleichzeitig vereinfachte er auch seine Darstellung vor den Kameras. Statt eines besonderen Spitznamens tritt er seitdem nur noch unter dem Namen „Jericho“ auf.
Diese neue Phase seiner Karriere beschreibt er als seine „Self-Titled Album Era“. Damit meint er, dass er sich auf das Wesentliche konzentrieren und bewusst auf viele zusätzliche Elemente verzichten möchte. Schon allein die Namensänderung habe nach seiner Rückkehr zahlreiche Diskussionen ausgelöst.
Ricochet war der ideale erste Gegner
Auch über seinen ersten Gegner nach dem Comeback sprach Jericho ausführlich. Seiner Meinung nach war Ricochet die perfekte Wahl. Dessen schneller und spektakulärer Wrestling-Stil habe ihm sofort gezeigt, dass er körperlich weiterhin auf höchstem Niveau mithalten könne und im Ring nichts von seinen Fähigkeiten verloren habe.
Derzeit befindet sich Jericho in einer Storyline mit Tommaso Ciampa. Rückblickend zeigte er sich mit den ersten Monaten nach seiner Rückkehr äußerst zufrieden und erklärte, dass der Neustart aus seiner Sicht kaum besser hätte verlaufen können.

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