Carlito hatte sich zuletzt nicht nur zu seinem WWE-Abgang geäußert. In einem Gespräch mit Chris Van Vliet sowie in einem weiteren Interview bei Busted Open Radio kamen auch amüsante Erlebnisse von Conventions sowie seine offene Haltung gegenüber der Zukunft zur Sprache – ebenso wie eine bemerkenswerte Einschätzung darüber, was AEW für die gesamte Wrestling-Welt geleistet hat.
Carlitos berühmter Apfel-Spuck-Moment bleibt Fans verwehrt
Wer Carlito auf einer Convention trifft und glaubt, er könne sich für ein bisschen Geld seinen legendären Apfelspucken-Moment direkt ins Gesicht liefern lassen, liegt völlig falsch. Die häufigste Anfrage, die er auf Fan-Veranstaltungen erhält, ist tatsächlich genau diese. Wie viel er dafür verlange, berichtete er im Van-Vliet-Interview.
Seine Reaktion darauf sei zweigeteilt: Erstens verstehe er nicht, warum überhaupt jemand das wolle. Zweitens sei das seiner Einschätzung nach ein rechtliches Problem, das nur darauf warte, zu entstehen. Wer sich anspucken lasse, könne danach klagen. Er werde das also schlicht nicht tun. Der Apfel-Spuck-Moment ist seit seinen frühen WWE-Jahren ein fester Bestandteil seiner Figur: Carlito nahm einen Bissen Apfel und spuckte denjenigen an, den er für uncool hielt. Im Wrestling-Fernsehen funktionierte das prächtig. Auf einer Convention mit einem zahlenden Fan ist das für ihn eine andere Geschichte.
Äpfel signieren? Gerne. Anspucken? Nein.
Trotzdem bleibt Carlito auf Conventions nicht apfelfrei. Fans bringen ihm dort nämlich regelmäßig Äpfel zum Signieren, darunter auch echte. Er verstehe das ehrlich gesagt nicht ganz, denn echte Äpfel faulten innerhalb eines Tages, erklärte er. Die Fans hätten jedoch offenbar Pläne für ihre Souvenirs: Manche wollten sie in Plastiktüten verpacken, andere in den Gefrierschrank legen. Was auch immer. Er signiere es, egal ob Plastik oder echt.
Auf die Frage, wie lange ein echter Apfel als Sammlerstück wohl Bestand habe, antwortete Carlito mit einer entspannten Pointe, die das Gespräch auf die einzig logische Weise abschloss: Wenn ein Apfel vergänglich sei, dann solle man vielleicht lieber die Kerne behalten. Baumsamen würden schließlich ewig halten. Das war weniger ein ernsthafter Ratschlag als ein Schmunzeln über die Tatsache, dass Fans offensichtlich alles versuchen, um ein Stück seiner Karriere zu konservieren. Auch wenn der Plan mit dem Gefrierbeutel oder der Plastiktüte vielleicht nicht aufgeht.
Loyalität ist keine Einbahnstraße: Wir sind offen für AEW und andere
Im Gespräch bei Busted Open Radio gab Carlito zu Protokoll, dass er für Angebote außerhalb der WWE nun grundsätzlich offen sei. Früher habe er das anders gesehen. Der Grund für den Sinneswandel: Er habe das Gefühl, das Unternehmen habe ihm nicht dieselbe Loyalität entgegengebracht, die er der Organisation früher entgegengebracht habe. Eine Beziehung, in der Zuneigung nicht erwidert werde, habe keine Zukunft. Also sei er jetzt offen für alles, einschließlich AEW, andere Promotions und die Indy-Szene.
AEW hat das Arbeitsklima bei WWE verbessert
Im selben „Busted Open“-Interview teilte Carlito eine bemerkenswerte Einschätzung zum Klima im WWE-Backstagebereich im Vergleich zu früher. Unter Vince McMahon habe das Unternehmen es geliebt, wenn die Wrestler auf Zehenspitzen herumgeschlichen seien, so Carlito. Dies sei möglich gewesen, da die WWE damals das einzige Spiel in der Stadt gewesen sei. Die Leute wussten, dass sie keine Alternative hatten, und wurden entsprechend behandelt.
Heute, da AEW eine etablierte zweite Option ist, hat sich das grundlegend verändert. Die WWE kann es sich nicht mehr leisten, Talente so zu behandeln wie früher, denn die Leute können tatsächlich anderswo hingehen. Carlito bezeichnete dies ausdrücklich als positive Entwicklung und würdigte die Existenz von AEW als wichtigen Faktor für ein besseres Arbeitsumfeld in der Wrestling-Welt insgesamt.

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