GUNTHER spricht offen über WWE-Wandel, Heel-Heat und Triple Hs Europa-Scouting

Gunther hält eine sichtlich angespannte Rede im Ring
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GUNTHER hat sich in einem ausführlichen Gespräch mit dem italienischen YouTuber Enry Lazza so offen wie selten gezeigt. Der „Ring General“ sprach darüber, warum er die geballte Ablehnung der Fans regelrecht auskostet, wie nah seine WWE-Figur an seiner echten Persönlichkeit liegt, weshalb ihn der Sprung zu einem globalen Massenpublikum zu einem neuen Erscheinungsbild zwang und wie sich die Talentsuche der WWE unter Triple H verändert hat.

Warum GUNTHER die Ablehnung der Fans genießt

Lazza gab zu Beginn zu, dass er als langjähriger John Cena Fan derzeit wenig für GUNTHER übrig habe, meinte das jedoch als größtes Kompliment, da es belege, wie gut der Österreicher seine Heel-Rolle ausfülle. GUNTHER stimmte dem zu und erklärte, nicht jeder Wrestler genieße echte Heel-Heat. Viele seiner Kollegen hätten damit zu kämpfen, gezielt negative Reaktionen hervorzurufen, weil sich das schlicht nicht gut anfühle. Ihm selbst mache genau das Spaß. Er betonte, er sei gern derjenige, der für Chaos und Unruhe sorge, und mit John Cena habe das besonders gut funktioniert.

Ein Charakter, der kaum vom echten Ich entfernt ist

Auf die einschüchternde Ausstrahlung angesprochen, die er im WWE-Fernsehen verbreitet, stellte GUNTHER klar, dass seine Rolle stark mit seiner Persönlichkeit im echten Leben übereinstimme. Die Figur basiere auf Realismus und sei bewusst nicht übertrieben theatralisch angelegt. Natürlich habe er sich als Teenager wie viele andere verändert, doch sein Charakter sei am Ende gar nicht so weit hergeholt.

Es gebe Wrestler, bei denen Bühnenfigur und Privatperson wie zwei völlig verschiedene Menschen wirkten. Bei ihm sei das nicht der Fall, sein Charakter sei weder verrückt noch überdreht. Die Grundidee sei von Anfang an gewesen, sich als dominanter Profi-Wrestler zu präsentieren, der den Ring beherrsche und seine eigenen Entscheidungen treffe.

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Das Vorbild kommt aus dem Fußball

Für das Gefühl, das er im Ring erzeugen möchte, bemühte GUNTHER einen ungewöhnlichen Vergleich. Der einzige Sport, mit dem er aufgewachsen sei, sei Fußball gewesen, den er lange selbst gespielt habe. Schon damals habe er darauf geachtet, welche Spieler eine Ausstrahlung besäßen, bei der die Gegner sofort dachten, gegen diesen Mann möchte man nicht antreten.

Er vergleicht sein Ideal bis heute mit dem historischen WM-Sieg Deutschlands gegen Brasilien, bei dem die deutsche Mannschaft so überlegen war, dass es fast unangenehm war, zuzusehen. Wenn er diese überwältigende Wucht in den Ring übertragen könne, habe er aus seiner Sicht viel erreicht.

Warum das Netflix-Publikum einen neuen Look erzwang

Den zweiten großen Themenblock bildete GUNTHERs auffällige körperliche Verwandlung. Mit seiner früheren, massigeren Figur habe er sich nie unwohl gefühlt, verriet er. Seine Wrestling-Idole seien immer die bulligen Schwergewichte aus Amerika gewesen, die nach Japan gegangen seien und dort die heimischen Babyfaces verprügelt hätten: breitschultrige Typen mit einem kleinen Bauch. In diese Kategorie habe er sich selbst lange eingeordnet.

Der Grund für die Veränderung liege woanders: Die WWE sei zuletzt enorm gewachsen und erreiche, vor allem über Netflix, ein deutlich größeres und breiteres Publikum. Bis zu seinem Wechsel ins Unternehmen sei er ausschließlich vor eingefleischten Hardcore-Fans angetreten, die sein Auftreten einordnen könnten.

Für das Mainstream-Publikum aber, so seine Befürchtung, hätte er womöglich wie jemand gewirkt, der nicht in Form sei und nicht wie ein Champion aussehe. Im Main Roster habe er deshalb die Entscheidung getroffen, dass es Zeit für eine Veränderung sei, einen Weg also, sich selbst treu zu bleiben und dem Ganzen trotzdem einen frischen Anstrich zu geben.

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Der Kampf gegen den inneren Schweinehund

Offen sprach GUNTHER auch über den mentalen Teil dieser Verwandlung. Am schwersten sei es gewesen, gegen die innere Stimme anzukämpfen, die zu schlechten Gewohnheiten und mangelnder Disziplin verleite. Er griff dafür auf den deutschen Begriff „innerer Schweinehund“ zurück, jene Instanz, die wie ein Teufel auf der Schulter sitze und einen zum Falschen dränge. Genau an diesem Punkt habe er, was Disziplin betreffe, am meisten zu kämpfen gehabt. Habe man dieses Hindernis aber erst einmal überwunden, werde der Rest zur Routine.

Lob für Triple H und das europäische Scouting

Den dritten Themenblock widmete GUNTHER seinen Anfängen und der Frage, wie WWE heute nach Talenten sucht. Lange sei es schwierig gewesen, aus der europäischen Szene den Sprung zu schaffen, da WWE damals noch nicht so offen aufgestellt gewesen sei. Das habe sich erst mit Triple H grundlegend geändert, der als Verantwortlicher von NXT die Strategie umgestellt und praktisch jeden Wrestler in Betracht gezogen habe.

Europa sei sehr lange unter dem Radar gelaufen, betonte GUNTHER. Gerade Italien habe bereits um das Jahr 2008 herum eine starke Szene mit Zuschauerzahlen in den Tausenden gehabt. Er erinnerte an einen Gegner namens Kyle, gegen den er gelegentlich angetreten sei. Damals habe schlicht die Reichweite gefehlt, um die Aufmerksamkeit der WWE auf diese Talente zu lenken.

Er selbst war zur richtigen Zeit dabei, als die europäischen Indies wieder erstarkten, und die WWE erkannte sein Potenzial. Zwar war er nicht der Erste aus dieser Szene, der den Aufstieg schaffte, aber vermutlich hinterließ er den größten Eindruck und öffnete damit die Tür für weitere Wrestler.

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