Ein Jahr nach der WWE-Entlassung: Charlie spricht Klartext
Fast genau ein Jahr ist es her, dass die WWE Dakota Kai im Mai 2025 entließ. In einem ausführlichen Interview mit Chris Van Vliet bei „Insight“ hat sich die Wrestlerin, die mittlerweile unter dem Namen Charlie auftritt, erstmals umfassend zu ihrer Auszeit, ihrer Rückkehr und ihrer Zukunft im Wrestling-Business geäußert. Das Gespräch lieferte gleich mehrere bemerkenswerte Einblicke, von der Frage nach einem neuen Vertrag bis zu einer überraschenden Anekdote über Stephanie McMahon.
Keine Eile bei einem neuen Vertrag
Auf die Frage, ob sie aktuell aktiv versuche, bei einer großen Promotion unter Vertrag zu kommen, gab Charlie eine klare Antwort. Sie verfolge dieses Ziel im Moment nicht aktiv, würde sich freilich freuen, wenn sich die Gelegenheit ergebe. Ihr Weg führe sie aktuell über die Independent-Szene, wo sie Spaß haben und regelmäßig wrestlen wolle.
Auch konkrete Namen wie AEW oder TNA wurden im Gespräch angesprochen. Charlie betonte, dass sie nicht zwingend auf diesem Niveau sofort einsteigen wolle. Nach ihrer langen Pause stehe für sie zunächst der eigene Rhythmus im Vordergrund. Größere Möglichkeiten könnten sich mit der Zeit ergeben, momentan jedoch sei der Fokus auf ausgewählte Indie-Auftritte gerichtet. Seit ihrer Entlassung bei der WWE bestritt sie zwei Matches, in denen sie auf Kris Statlander und Shotzi Blackheart traf.
Die Tür zur WWE bleibt offen, aber sie rennt nicht durch
Auch zur Frage einer möglichen WWE-Rückkehr äußerte sich Charlie offen. Sie wolle sich keine Türen verbauen, betonte aber gleichzeitig, dass sie nicht hektisch zurückkehren werde. Die WWE habe sie immer gut behandelt und ihr Chancen gegeben, weshalb sie nichts kategorisch ausschließe. Aktuell konzentriere sie sich allerdings auf sich selbst und auf das, was für sie das Beste sei.
Mit Blick auf ihre Karriereplanung machte sie deutlich, dass sie an einem Punkt angekommen sei, an dem jeder Schritt mit Bedacht gewählt werden müsse. Sie wolle nicht einfach um des Vertrags willen irgendwo unterschreiben, nur um beschäftigt zu sein. Diese Aussage knüpft an frühere Äußerungen bei Busted Open Radio an, in denen sie bereits eingeräumt hatte, dass ihr WWE-Abschied sie zu einem Schritt zurück gezwungen habe. Sie sprach offen über die Herausforderungen ihrer Zeit dort, darunter das Gefühl, im Unternehmen an eine gläserne Decke gestoßen zu sein, und merkte an, dass diese Erfahrung keineswegs einzigartig sei.
Warum der zweite WWE-Cut härter traf als der erste
Ein besonders persönlicher Moment des Interviews ergab sich bei der Frage, wie sie ihre Entlassung 2025 im Vergleich zur ersten Trennung 2022 wahrgenommen habe. Charlie schilderte den Unterschied deutlich. Beim ersten Mal sei sie nach drei Monaten zurück bei der WWE gewesen, mit dem direkten Sprung zu SummerSlam 2022 und der Geburt von Damage CTRL. Rückblickend habe sich diese Phase kaum wie eine echte Entlassung angefühlt.
Anders sei es 2025 gewesen. Sie habe gerade durch das Intercontinental-Championship-Turnier wieder Fahrt aufgenommen und neue Gelegenheiten erhalten, als der Cut sie überraschend traf. Genau dieser Schock sei der Grund, warum sie diesmal länger Abstand zum Wrestling-Geschäft habe nehmen müssen, sowohl mental als auch emotional.
Bayley als heimliche Architektin von Damage CTRL
Charlie nutzte das Interview auch, um die Entstehung von Damage CTRL aus ihrer Sicht zu schildern, und lieferte dabei eine bislang weitgehend unbekannte Vorgeschichte. Bayley habe die Idee einer reinen Frauen-Faction bereits seit Charlies NXT-Anfangstagen immer wieder eingebracht. Bereits ein Jahr vor SummerSlam 2022 habe es im Performance Center eine inszenierte Fotosession gegeben, an der neben Bayley, IYO SKY und Charlie auch Raquel Rodriguez und Alba Fyre teilnahmen. Ziel sei gewesen, Triple H die Vision konkret vor Augen zu führen.
Aus diesem Anlauf wurde zunächst nichts. Etwa zwei Tage vor SummerSlam 2022 erhielt Charlie dann eine überraschende Nachricht von Bayley, die ihr mitteilte, sie habe den Pitch erneut bei Triple H eingebracht und wolle sie unbedingt dabeihaben. Charlie hielt die Idee zunächst für unrealistisch, schließlich war sie zu diesem Zeitpunkt nicht einmal bei der WWE unter Vertrag. Einen Tag vor dem PLE bestätigte Triple H seine Zustimmung. Damage CTRL debütierte daraufhin mit Bayley, IYO SKY und Charlie und entwickelte sich zu einer der prägendsten Frauen-Stables der vergangenen Jahre.
Will Ospreay öffnete die Tür zurück in den Ring
Den entscheidenden Anstoß für ihr Comeback gab Will Ospreay. Er kontaktierte Charlie und bot ihr einen Auftritt bei Wrestle Queendom 8 in London an. Als Charlie erfuhr, dass sie dort auf Kris Statlander treffen würde, eine Gegnerin, die seit Jahren auf ihrer persönlichen Wunschliste stand, war für sie klar, dass dies der perfekte Zeitpunkt für die Rückkehr sei.
Charlie betonte, dass sie keine konkrete Auszeit-Dauer geplant habe. Es sei mehr ein Gefühl gewesen. Die Sehnsucht nach dem Ring sei während der Pause immer stärker geworden, gleichzeitig habe sie diese Zeit gebraucht, um die Leidenschaft für das Geschäft wiederzufinden. Dass es am Ende fast ein ganzes Jahr wurde, sei nicht so geplant gewesen, habe sich aber genau richtig angefühlt.
Klare Ansage an Fans: „Ich bin noch nicht im Ruhestand“
Im Verlauf des Interviews ging Charlie auch auf die Spekulationen ein, sie habe ihre Karriere nach der WWE still und leise beendet. Je länger sie nach der Entlassung weg vom Ring blieb, desto lauter wurden diese Stimmen in den sozialen Medien. Sie selbst hielt sich bewusst von solchen Plattformen fern, weil dort mit voller Überzeugung Behauptungen aufgestellt würden, die schlicht erfunden seien.
Sie machte deutlich, dass sie sich noch nicht im Ruhestand befinde, auch wenn sie nachvollziehen könne, warum nach einem Jahr Pause solche Theorien entstanden. Sollte sie tatsächlich aufhören, werde sie es offen kommunizieren und niemanden im Ungewissen lassen.
Stephanie-McMahon-Anekdote sorgt für emotionalen Moment
Einen besonderen Moment des Gesprächs bildete die Reaktion auf Stephanie McMahons jüngste Aussagen in deren Podcast „What’s Your Story?“. McMahon hatte dort öffentlich gemacht, dass Charlie neben Sara Amato und Lacey Evans zu jenen Personen gehörte, die sie auf ihr WrestleMania 34 Match gegen Ronda Rousey und Kurt Angle vorbereitet haben. Charlies spezielle Aufgabe sei es gewesen, McMahon das korrekte Annehmen hoher Clotheslines beizubringen.
Charlie zeigte sich gerührt, dass McMahon dieses Detail überhaupt noch erinnere. Sie schilderte, wie sie damals mit McMahon, Rousey, Kurt Angle und Triple H gemeinsam im Ring trainierte. Ein Höhepunkt war für Charlie der Moment, als McMahon ihr eine DDT verpassen durfte. Diese Erfahrung sei für sie gleichermaßen surreal und cool gewesen. Seither habe McMahon sie bei jeder Gelegenheit Backstage mit Namen begrüßt, was Charlie als außergewöhnliche Geste in Erinnerung geblieben sei.
Spielerische Herausforderung an Kay Lee Ray
Zum Schluss des Interviews machte Charlie deutlich, dass sie weiterhin offen für interessante Indie-Matches bleibt. Bereits in den Tagen vor dem Insight-Auftritt hatte sie auf den sozialen Plattformen eine spielerische Herausforderung an Kay Lee Ray ausgesprochen, die in der WWE als Alba Fyre auftrat. Kay Lee Ray nahm die Einladung umgehend an. Wann und wo das Match stattfindet, ist noch nicht bestätigt.

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