Damian Priest hat sich öffentlich kritisch zur jüngsten Storyline rund um Pat McAfee, Randy Orton und Cody Rhodes geäußert und erklärt, dass die Stimmung in der WWE-Umkleidekabine alles andere als positiv sei. Im Vorfeld von WrestleMania sorgt der ehemalige NFL-Punter mit seinem aggressiven Auftreten für Diskussionen – sowohl on-screen als auch hinter den Kulissen.
Wie McAfee in die Fehde geriet
Die Geschichte nahm in der SmackDown-Ausgabe vom 3. April 2026 ihren Lauf. Nach einem Angriff Ortons auf Rhodes wurde McAfee als der mysteriöse Anrufer enttarnt, der hinter den Aktionen von „The Viper“ steckte. Eine Woche zuvor war der frühere RAW-Kommentator bereits im Eröffnungssegment während einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen Rhodes und Orton in den Ring gestürmt und hatte „The American Nightmare“ mit einem Tiefschlag attackiert, bevor er sich offen zu seiner Rolle bekannte.
Priests deutliche Kritik an der Richtung
Im Gespräch mit Gabby LaSpisa machte Damian Priest unmissverständlich klar, dass ihm die gesamte Entwicklung gegen den Strich geht. Er bezeichnete die Storyline als ärgerlich und betonte, dass sie überhaupt nicht seinem Geschmack entspreche. Zwar wollte er McAfee als Person nicht angreifen und räumte ein, dass diejenigen, die ihn persönlich kennen, gut mit ihm auskämen, doch inhaltlich sehe er in dem gesamten Handlungsstrang keinerlei Mehrwert.
Priest unterstrich zudem, dass McAfee eine solche Aufmerksamkeit gar nicht nötig gehabt habe. Ihm sei bewusst, dass seine offene Kritik bei manchen schlecht ankommen werde, dennoch wolle er ehrlich bleiben. Vor allem in der Umkleidekabine, so der ehemalige World Heavyweight Champion, habe es bei vielen Kollegen erheblichen Unmut über die Richtung der Geschichte gegeben – und genau das sei die Realität hinter den Kulissen.
Darüber hinaus erzählte Priest, dass mehrere jüngere Wrestler aus dem Kader das Gespräch mit ihm gesucht hätten, um zu erfahren, wie er die Sache einschätze. Für ihn sei das Ganze schlicht unsinnig gewesen, da die WWE schließlich ein PG-Format produziere, in dem strenge sprachliche Vorgaben gelten. Umso unverständlicher fand er es, dass ausgerechnet McAfee davon offenbar ausgenommen war und nahezu nach Belieben deftige Ausdrücke verwenden sowie inhaltlich freie Hand bekommen konnte.
Priest sieht in dieser Sonderbehandlung ein klares Zeichen von Doppelmoral. Während sich der reguläre Kader an die etablierten Regeln halten müsse, genieße McAfee Freiheiten, die anderen Akteuren in dieser Form nicht zustehen.
Vorwurf der Doppelmoral im Kader
Für den ehemaligen World Heavyweight Champion zeigt sich an der Behandlung McAfees eine deutliche Schieflage bei der Verteilung von Chancen innerhalb der WWE. Während sich viele Wrestler über lange Zeit hinweg beweisen und hart darum kämpfen müssten, überhaupt Aufmerksamkeit zu bekommen, werde einem nur unregelmäßig auftretenden Akteur eine Bühne geboten, von der reguläre Kadermitglieder nur träumen könnten.
Priest verdeutlichte, dass bereits eine einzige Gelegenheit oder ein einziges starkes Wort ausreichen würde, um zahlreichen anderen Talenten einen entscheidenden Karriereschub zu verschaffen. Stattdessen werde diese wertvolle Plattform an jemanden vergeben, der ohnehin nicht dauerhaft Teil des Rosters sei. Dieser Umstand sorgte bei ihm sichtlich für Frust. Er sagte wörtlich: „Ich möchte nicht lügen, aber das hat mich irgendwie sauer gemacht.“
Hintergründe zur umstrittenen Promo
Wie der Wrestling Observer Newsletter berichtet, stammte McAfees Ansprache nicht aus der Feder des Kreativteams. Laut Dave Meltzer geht die gesamte Storyline auf eine Initiative von Chief Content Officer Paul „Triple H“ Levesque zurück. In seiner Promo hatte McAfee die WWE, das Kreativteam, den Kader sowie Cody Rhodes attackiert und auf angeblich rekordniedrige Einschaltquoten von SmackDown verwiesen. Zudem stellte er die Frage, warum für WrestleMania 42 trotz Ortons Beteiligung noch Tickets verfügbar seien.
Dem Bericht zufolge hat McAfee seine Zeilen selbst verfasst und dafür eine Erlaubnis erhalten. Der eigentliche Writer des Segments, Christian Sowell, soll Levesque vorab nichts von dem späteren Werbespot mitgeteilt haben. Nick Khan sei zudem in den gesamten Vorgang eingebunden gewesen.
Schwarzbild bei SmackDown nach Mittelfinger-Geste
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte McAfee in der SmackDown Ausgabe vom 10. April 2026. Während seines Einzugs zeigte er wiederholt beide Mittelfinger in Richtung Publikum. Daraufhin wurde mehrfach auf ein komplett schwarzes Vollbild umgeschaltet. Die Szene wurde nicht herausgeschnitten, sondern aktiv zensiert: Sobald McAfee die Geste zeigte, wurde das Bild schwarz, bis die Kamera mit einer Nahaufnahme zurückkehrte – allerdings ohne seine Hände zu zeigen. Als der ehemalige Punter auf den Ringrand trat und die Geste wiederholte, reagierte die Produktion mit einem schnellen Schnitt auf eine Publikumsaufnahme, was wie ein abrupter Wechsel wirkte. Den Live-Zuschauern fielen die Eingriffe besonders auf, da sie mitten im Auftritt erfolgten.
McAfee hat sich in den vergangenen Wochen zu einer aggressiven Figur entwickelt, mehrere WWE-Stars attackiert und sich klar an die Seite von Randy Orton gestellt. Bislang deutet nichts darauf hin, dass er für seine Geste bestraft wird – angesichts seiner prominenten Rolle im Vorfeld von WrestleMania dürfte der Vorfall als Bestandteil der Storyline behandelt werden.
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