Bryan Danielson schließt eine mögliche Rückkehr in den Ring weiterhin nicht vollständig aus, macht gleichzeitig aber deutlich, dass seine gesundheitliche Situation einen erneuten Einstieg aktuell erheblich erschwert. Seit September 2025 gehört Danielson fest zum Kommentatoren-Team von AEW Dynamite. Diese Rolle bereitet ihm nach eigenen Angaben große Freude, zeigt ihm jedoch gleichzeitig sehr deutlich seine körperlichen Grenzen auf.
Besonders das regelmäßige Reisen belastet seinen angeschlagenen Nacken stark. Vor der Annahme der Kommentatorenrolle hatte Danielson noch darüber nachgedacht, ein oder zwei Matches pro Jahr zu bestreiten. Durch die Belastung der Reisen rückte diese Idee jedoch in den Hintergrund. Laut Danielson führt allein das Tour-Pensum dazu, dass er teilweise nur etwa viereinhalb Stunden pro Nacht schläft, selbst ohne körperliche Belastung durch Matches.
Sein Vollzeit-Run als aktiver Wrestler endete im Oktober 2024. Ob er jemals wieder aktiv wrestlen wird, lässt Danielson bewusst offen. Er schließt einzelne Matches nicht kategorisch aus, betont jedoch gleichzeitig, dass er eine Operation an seinem Nacken unbedingt vermeiden möchte. Vor allem der Reiseaufwand gilt für ihn aktuell als entscheidender Faktor gegen ein mögliches Comeback.
Hoffnungsschimmer durch Behandlung und Schlafverbesserung
Danielson berichtete, dass er nach seinem Match gegen Will Ospreay bei AEW Dynasty 2024 etwa ein Jahr lang massive Schlafprobleme hatte. Nackenschmerzen hätten ihn regelmäßig nach wenigen Stunden Schlaf wieder geweckt.
Eine deutliche Verbesserung trat laut Danielson im April 2025 ein, nachdem Adam Copeland ihm einen spezialisierten Physiotherapeuten empfohlen hatte. Über diese Behandlung sagte Danielson: „Im April 2025 schickte Adam Copeland mich zu seinem Physiotherapeuten. Er sagte, dieser sei ein führender Spezialist auf seinem Gebiet. Dieser behandelte mich zwei Tage hintereinander jeweils sechs Stunden lang. Nach der ersten Nacht schlief ich neun Stunden am Stück. Nach der zweiten Nacht schlief ich acht Stunden am Stück. Danach schlief ich fast jede Nacht sieben oder acht Stunden. Das verändert das Gefühl grundlegend.“
Danielson bezeichnete diese Veränderung für sein allgemeines Wohlbefinden als entscheidend. Mit Beginn der regelmäßigen Reisetätigkeit für AEW-Shows wurde die Situation jedoch erneut komplizierter.
Comeback nicht ausgeschlossen, aber Zweifel bleiben
Auf die Frage nach einer möglichen Rückkehr in den Ring erklärte Danielson offen: „Ich schließe es nicht aus. Vielleicht.“
Danielson betont damit, dass er sich selbst nicht als endgültig zurückgetreten betrachtet, auch wenn seine aktuelle körperliche Situation ein regelmäßiges In-Ring-Comeback aktuell unrealistisch erscheinen lässt.
Schwere Kopfverletzungen, Gehirnerschütterungen und nicht gemeldete Vorfälle
Neben seinen Nackenproblemen sprach Danielson auch offen über seine medizinische Vergangenheit. Er erklärte, dass bei ihm 13 dokumentierte Gehirnerschütterungen festgestellt wurden, er jedoch glaubt, dass die tatsächliche Zahl höher sein könnte, da ihm zu Beginn seiner Karriere teilweise das nötige medizinische Wissen gefehlt habe.
Besonders brisant ist seine Aussage, dass er 2016 Symptome nach Gehirnerschütterungen vor WWE geheim gehalten habe. Danielson schilderte dies mit folgenden Worten: „Was also passiert war, war, dass ich einige Anfälle nach einer Gehirnerschütterung hatte, von denen ich der WWE nie erzählt hatte. Dann war da Brie, die Zeugin eines solchen Anfalls geworden war. Sie sagte: ‚Wenn du das nächste Mal eine Gehirnerschütterung hast, musst du ihnen davon erzählen.‘“
Darüber hinaus erzählte Danielson von einem Vorfall während seiner Flitterwochen, bei dem Gedächtnisverlust bei seiner Frau Brie Bella für Panik sorgte. Er selbst führte diesen Vorfall jedoch eher auf eine allgemeine mentale Distanz als auf ein konkretes Schädeltrauma zurück.
Warum die WrestleMania 28 Niederlage seine Karriere trotzdem prägte
Neben seinen aktuellen gesundheitlichen Herausforderungen blickte Danielson im Interview auch auf prägende Momente seiner Karriere zurück. Dabei sprach er unter anderem über seine Niederlage bei WrestleMania 28, die sich rückblickend als wichtiger Wendepunkt erwies.
Rückblickend belastete Bryan Danielson seine Niederlage gegen Sheamus bei WrestleMania 28 weniger als viele Fans damals vermutet hatten. In dem Match verlor Danielson innerhalb von 18 Sekunden den World Heavyweight Championship-Titel. Die Entscheidung sollte Sheamus stärken, führte jedoch zu starker Fan-Unterstützung für Danielson.
Rückblickend erinnerte sich Danielson an diesen Moment und sagte: „Als sie Sheamus bei WrestleMania in 18 Sekunden gegen mich gewinnen ließen … vielleicht 28 … jubelten die Fans wie verrückt, als ich da rausging. Man merkte, dass sie enttäuscht waren, weil das Mazch so kurz gewesen war. Dann ging ich in den Backstagebereich, und ausgerechnet The Great Khali meinte: ‚Das war verdammt noch mal Schwachsinn!‘“ Ich antwortete: ‚Oh, Khali, ich wusste gar nicht, dass dir das wichtig ist. Danke!“ Aber dann, am nächsten Abend, dachte ich: „Okay, es gibt eine Menge Leute, die ‚Yes‘ rufen!“ und dann ging es einfach weiter. Als es nach ein paar Monaten immer noch so war, dachte ich: ‚Okay. Das wird wohl noch eine Weile so bleiben.“
Danielson erklärte außerdem, dass er kreative Entscheidungen grundsätzlich akzeptiert habe und sich selten aktiv dagegen gewehrt habe. Dabei verwies er auch auf ein Beispiel aus AEW: „Ich war noch nie jemand, der gesagt hat: ‚Moment mal, warum hast du mich in 18 Sekunden besiegt?‘ Oder ‚Warum hast du mich mit nur einem Move besiegt?‘ oder so etwas. Ich dachte mir: ‚Okay, das ist die kreative Ausrichtung. Ich werde mein Bestes geben.‘ Ich finde, dass viele Leute sich über vieles aufregen, egal was es ist, aber natürlich kann man sich ein wenig wehren, wenn man etwas wirklich nicht mag.
Aber wenn das der Wunsch des Chefs ist, dann ist es besser, sein Bestes zu geben, um diesen Wunsch zu erfüllen, und dann zu versuchen, darüber hinwegzukommen. Ein gutes Beispiel dafür bei AEW ist Swerve Strickland. Er kam dazu und verlor viele Matches. Aber er sagte immer: „Ja, Sir Tony. Was auch immer du brauchst, ich werde hinausgehen und es tun.“ Und jetzt ist er Main Eventer bei PPVs. Er ist fantastisch.“
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