Neue Details zu zwei der wichtigsten WWE-Verträge der vergangenen Jahre sind durch die Veröffentlichung unredigierter Gerichtsdokumente einsehbar geworden. Im Rahmen einer laufenden Aktionärsklage gegen WWE im Bundesstaat Delaware wurden die kompletten Vereinbarungen mit NBCUniversal und FOX über die Ausstrahlungsrechte von Raw und SmackDown von 2019 bis 2024 erstmals ohne Schwärzungen freigegeben. Sie zeigen, mit welchen Konditionen, Klauseln und Garantien das Unternehmen seine Flaggschiff-Shows damals abgesichert hatte.
Vertragsdetails und Gesamtvolumen in Milliardenhöhe
Die Verträge liefen zu jener Zeit jeweils vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2024 und betreffen die Ausstrahlung von Monday Night Raw auf USA Network sowie Friday Night SmackDown auf FOX. Für Raw zahlte NBCUniversal im Schnitt 265 Millionen Dollar pro Jahr. Über die fünfjährige Laufzeit ergibt sich daraus ein Gesamtvolumen von 1,325 Milliarden Dollar. Der SmackDown-Deal mit FOX wurde mit einem durchschnittlichen Jahreswert von 205 Millionen Dollar abgeschlossen. Hier liegt das Gesamtvolumen bei 1,025 Milliarden Dollar. Beide Vereinbarungen lassen sich auf Daten im Mai beziehungsweise Juni 2018 zurückführen, also auf einen Zeitpunkt rund anderthalb Jahre vor Vertragsbeginn.
Exklusivitätsklauseln mit klar definierten Ausnahmen
Im Mittelpunkt beider Vereinbarungen standen weitreichende Exklusivitätsklauseln. Sowohl NBCUniversal als auch FOX verpflichteten sich, keinerlei konkurrierende Wrestling-Inhalte auszustrahlen oder zu bewerben. Ausgenommen waren ausdrücklich andere Kampfsportarten, darunter MMA-Veranstaltungen wie UFC, Bellator und Glory Kickboxing sowie Amateur- und College-Wrestling.
Auch das damalige MMA-Format Combate Americas wurde im Vertrag explizit nicht als konkurrierende Wrestling-Marke definiert. NBCUniversal durfte zudem auf seinem spanischsprachigen Kanal NBC Universo internationale Wrestling-Inhalte wie Lucha Libre senden, allerdings ausschließlich auf dieser Plattform.
Genau diese Klauseln rückten 2023 ins Licht, als die unabhängige Promotion MLW eine Antitrust-Klage gegen WWE einreichte und die Bestimmungen als monopolistisch kritisierte. Der Streit endete in einem Vergleich, bei dem MLW eine Zahlung in Höhe von 20 Millionen Dollar zugesprochen bekam.
WWE behielt die volle kreative Kontrolle
Bei den inhaltlichen Befugnissen behielt WWE in beiden Deals das letzte Wort. NBCUniversal und FOX bekamen Beratungsrechte bei Produktion und kreativen Elementen, die finalen Entscheidungen lagen jedoch ausnahmslos bei WWE. Eine Bedingung gab es allerdings: Das Grundkonzept und das Format von Raw durften nicht ohne Zustimmung von NBCUniversal grundlegend verändert werden. Eine Umstellung auf eine reine Highlight-Show, die nur Inhalte aus SmackDown bündelt, war ausdrücklich ausgeschlossen.
NBCUniversal hatte den Sendeplatz für ein wöchentliches Flaggschiff mit neuen Inhalten gekauft. Bemerkenswert ist zudem, dass WWE selbst entscheiden durfte, ob Raw als zwei- oder dreistündige Show produziert wird. Diese Klausel erhält im Rückblick zusätzliches Gewicht, weil Raw seit dem Wechsel zu Netflix Anfang 2025 erneut auf drei Stunden ausgedehnt wurde.
FOX als exklusiver Free-TV-Partner mit Promotion-Garantie
Der SmackDown-Deal mit FOX enthielt darüber hinaus weitreichende Werbeverpflichtungen. Vertraglich war FOX gehalten, SmackDown auf seinen Plattformen so prominent zu bewerben, wie es das Unternehmen für seine Top-Sport-Partner NFL, MLB und NASCAR tat. Inbegriffen waren konkrete Werbeplätze während ausgewählter NFL-Donnerstags- und Sonntagsspiele sowie weiterer Fox-Sports-Sendungen.
Der zugesicherte Promotional Value belief sich vertraglich auf 125 Millionen Dollar über einen Zeitraum von fünf Jahren. Im Gegenzug verpflichtete sich die WWE, die FOX-Sportpartner nicht herabzuwürdigen, und musste vorab Rücksprache mit FOX halten, falls Inhalte denkbar gewesen wären, die diese Beziehungen belasten könnten. Hinzu kam eine wichtige Marktklausel. Während der Vertragslaufzeit war FOX der exklusive Free-TV-Partner für WWE-Programminhalte. „Raw” durfte parallel nicht auf NBC ausgestrahlt werden.
Verhandlungsfenster und das WWE-TV-Bild von heute
Beide Sender besaßen exklusive Verhandlungsfenster für eine Verlängerung. Die schriftliche Mitteilung über das Interesse an einer Vertragsfortsetzung musste bis zum 15. März 2023 erfolgen. NBCUniversal bat damals um eine Fristverlängerung, weil die Frist mitten in die WWE-Endeavor-Verhandlungen fiel. FOX entschied sich am Ende gegen eine Verlängerung. Erst nach Ablauf der ursprünglichen Verträge erweiterte sich die NBCUniversal-Beziehung erheblich, als Saturday Night’s Main Event auf NBC landete und NXT zugleich auf The CW wechselte.
Die heutige WWE-TV-Landschaft sieht entsprechend anders aus: Raw läuft seit Januar 2025 weltweit bei Netflix, SmackDown ist seit Herbst 2024 wieder bei USA Network, NXT bei The CW und die Premium-Live-Events seit Herbst 2025 bei ESPN. Die nun freigegebenen Verträge liefern damit eine wichtige Vergleichsgröße für die aktuelle WWE-Medienrechte-Welt.
SmackDown am 8. Mai aus Jacksonville als finale Show vor WWE Backlash
Welche Inhalte das neue Geflecht aus Sendern und Plattformen tatsächlich trägt, lässt sich diese Woche besonders gut an SmackDown ablesen. Am Freitag, 8. Mai, geht die Show live aus der VyStar Veterans Memorial Arena in Jacksonville, Florida, über USA Network auf Sendung und übernimmt zugleich die Aufgabe der finalen Go-Home-Show vor dem Premium-Live-Event Backlash 2026.
Highlights der Show im Überblick
Women’s United States Championship
Tiffany Stratton (c) vs. Kiana James
Six-Women Tag Team Match
Rhea Ripley, Charlotte Flair & Alexa Bliss vs. Fatal Influence: Jacy Jayne, Fallon Henley & Lainey Reid
Singles Match
Damian Priest vs. Talla Tonga
Segment
Jacob Fatu eröffnet SmackDown und fordert anschließend Roman Reigns bei WWE Backlash heraus
Segment
Gunther äußert sich zum Überraschungsangriff auf Cody Rhodes in der vergangenen Woche
Segment
Trick Williams veranstaltet eine Beerdigung für den Lebkuchenmann
Wir berichten von der Show ab 02:00 Uhr im Live-Ticker

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