Der WWE SummerSlam findet in knapp drei Wochen statt. Doch die aktuellen Ticketverkäufe für das zweitägige Premium Live Event im U.S. Bank Stadium in Minneapolis sorgen für Diskussionen. Gleichzeitig wird innerhalb der Wrestling-Branche immer lauter über die hohen Ticketpreise gesprochen, die nach Ansicht vieler Kritiker immer mehr Familien von einem Besuch abhalten.
Aktuelle Ticketzahlen bleiben deutlich hinter den Erwartungen
Nach den neuesten Zahlen von WrestleTix wurden für den ersten Veranstaltungsabend am 1. August bislang 22.069 Tickets verteilt. Für den zweiten Abend am 2. August liegt die Zahl aktuell bei 23.809 Tickets. Das U.S. Bank Stadium bietet normalerweise Platz für 66.200 Zuschauer und kann für Großveranstaltungen auf rund 72.000 Plätze erweitert werden.
WWE hat sich jedoch für eine deutlich kleinere Stadionkonfiguration mit 29.535 Plätzen entschieden und große Bereiche der Arena bereits geschlossen. Dennoch sind selbst in diesem verkleinerten Aufbau noch mehrere Tausend Plätze verfügbar.
Intern soll WWE ursprünglich mit 40.000 bis 50.000 verteilten Tickets pro Abend gerechnet haben. Gemessen an dieser Zielmarke liegen die aktuellen Verkaufszahlen deutlich darunter. Besonders deutlich wird die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr. Für den ersten Abend des SummerSlam 2025 in East Rutherford wurden 50.493 Tickets ausgegeben.
Dass die diesjährige Veranstaltung mit hochkarätigen Matches wie Roman Reigns gegen Seth Rollins um die World Heavyweight Championship, Brock Lesnar gegen Oba Femi in einem Hell in a Cell Match, Liv Morgan gegen IYO SKY um die Women’s World Championship sowie dem Intercontinental Championship Match von Penta bislang nicht annähernd ähnliche Verkaufszahlen erreicht, überrascht viele Beobachter der Branche.
Rabattaktion brachte nicht den erhofften Effekt
Bereits Anfang Juli versuchte WWE, den Ticketverkauf mit einer Rabattaktion anzukurbeln. Unter dem Aktionscode „America“, der anlässlich des 250. Geburtstags der Vereinigten Staaten angeboten wurde, erhielten Fans 25 Prozent Rabatt auf Tickets für beide SummerSlam-Abende. Die Aktion lief vom 29. Juni bis zum 6. Juli.
Vor Beginn der Rabattaktion hatte WrestleTix für den ersten Abend 23.672 verteilte Tickets gemeldet. Inzwischen liegt dieser Wert bei 22.069. Da die WrestleTix-Zahlen regelmäßig anhand der jeweils aktuellen Saalkonfiguration und verfügbarer Kontingente aktualisiert werden, können die ausgewiesenen Werte auch sinken, ohne dass tatsächlich Tausende bereits verkaufte Tickets storniert wurden.
Dave Meltzer erklärte im Wrestling Observer Newsletter, dass solche Rabattaktionen häufig einen unerwünschten Nebeneffekt hätten. Viele Fans würden dadurch künftig mit dem Ticketkauf warten, weil sie auf weitere Preisnachlässe hoffen.
Der aktuelle reguläre Ticketpreis beginnt bei 76,10 US-Dollar. Auf dem Zweitmarkt werden Eintrittskarten für Samstag derzeit ab rund 92 US-Dollar und für Sonntag ab etwa 86 US-Dollar angeboten. Dabei handelt es sich allerdings überwiegend um Plätze mit eingeschränkter Sicht oder in den obersten Stadionbereichen. Am anderen Ende der Preisskala kosteten die teuersten Premium-Ringside-Tickets im offiziellen Vorverkauf mehr als 8.000 US-Dollar pro Karte.
Kritik an der Ticketpolitik wird immer lauter
Auch innerhalb der Wrestling-Branche wächst die Kritik an der Preisgestaltung von WWE. Jonathan Coachman und Vince Russo beschäftigten sich in ihrem Podcast „The Coach and Bro Show“ ausführlich mit den SummerSlam-Ticketpreisen.
Russo stellte infrage, warum Fans bereit sein sollten, mehrere Tausend Dollar für einen Sitzplatz in den vorderen Rängen auszugeben. Coachman betonte, dass nicht die Match-Ansetzungen das eigentliche Problem seien, sondern die Preisstruktur. Er erinnerte daran, dass WWE früher vor allem als familienfreundliches Entertainment galt.
Damals seien Eltern mit ihren Kindern und selbst gebastelten Fan-Plakaten regelmäßig zu den Shows gekommen. Heute sei ein solcher Familienausflug für viele kaum noch bezahlbar. Für vier gute Sitzplätze könnten inzwischen schnell Kosten im fünfstelligen Bereich entstehen.
Coachman machte außerdem deutlich, dass sich das Problem nicht nur auf den SummerSlam beschränke. Selbst reguläre SmackDown-Ausgaben in mittelgroßen Märkten würden mittlerweile sehr hohe Einstiegspreise aufweisen. Russo schloss sich dieser Kritik an und erklärte, WWE entferne sich zunehmend von ihrem früheren Image als familienfreundliche Unterhaltung.
Zwei-Nächte-Format steht ebenfalls auf dem Prüfstand
Dave Meltzer erklärte im Wrestling Observer Newsletter, dass der SummerSlam grundsätzlich auch als zweitägiges Stadion-Event funktionieren könne. Gleichzeitig gehe er jedoch davon aus, dass WWE mit den bisherigen Verkaufszahlen nicht zufrieden sein dürfte. Nach seiner Einschätzung habe der Ticketverkauf seinen Höhepunkt bereits überschritten.
Meltzer regte deshalb an, dass WWE sowohl die Preisstruktur als auch das Konzept hinterfragen sollte. Seiner Meinung nach müsse geprüft werden, ob das Zwei-Nächte-Format in einem NFL-Stadion für Premium-Live-Events unterhalb von WrestleMania langfristig sinnvoll sei.
Hinzu kommt die Größe des Austragungsortes. Minneapolis zählt rund 430.000 Einwohner und verfügt über ein Einzugsgebiet von knapp vier Millionen Menschen. Ob dieser Markt groß genug ist, um ein zweitägiges Stadion-Event dauerhaft erfolgreich zu tragen, bleibt abzuwarten.
Für den SummerSlam 2027 hat WWE bislang noch keinen Veranstaltungsort bekannt gegeben. Sollten die Ticketverkäufe künftig erneut hinter den Erwartungen bleiben, könnten kleinere Stadien in bevölkerungsreicheren Regionen zu einer realistischen Alternative werden. Ähnliche Entscheidungen hatte WWE in den vergangenen Jahren bereits beim Royal Rumble und der Survivor Series getroffen.
Noch bleibt WWE Zeit, das Interesse zu steigern
Bis zum SummerSlam bleiben noch knapp drei Wochen. WWE hat damit weiterhin die Möglichkeit, mit weiteren Match-Ankündigungen, Überraschungen oder verstärkter regionaler Werbung zusätzliche Ticketkäufer zu gewinnen.
Außerdem sind noch mehrere wichtige Storylines offen. Dazu gehört unter anderem die Frage, ob WWE Women’s Champion Rhea Ripley nach ihrer Knieverletzung rechtzeitig für den SummerSlam zurückkehren kann.
Angesichts der aktuellen Ticketlage dürfte WWE in den kommenden Wochen verstärkt darauf setzen, möglichst viele große Matches frühzeitig offiziell zu bestätigen. Dadurch könnte die vollständige SummerSlam Card früher feststehen als in den vergangenen Jahren.

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