WWE-Deal mit ESPN: Nick Khan überzeugt von der Treue der WWE Fans, WrestleMania 42 als erstes Event – Netflix bot nicht mit, Super-Bowl-Inszenierung geplant, Gespräche über zwei WrestleManias pro Jahr

WWE-Präsident Nick Khan äußerte sich im Podcast „The Varsity“ ausführlich zum bevorstehenden Plattformwechsel der WWE-Premium-Live-Events von Peacock zu ESPN. Ab 2026 werden in den USA alle PLEs exklusiv auf der neuen ESPN-Streamingplattform für 29,99 US-Dollar pro Monat zu sehen sein. Im Gespräch betonte Khan seine Überzeugung, dass die WWE-Fans diesen Preissprung im Vergleich zu den aktuellen 10,99 US-Dollar bei Peacock akzeptieren werden.

Laut Khan habe die Vergangenheit gezeigt, dass die Fangemeinde dem Produkt unabhängig vom Anbieter treu bleibt. Der Wechsel vom WWE Network zu Peacock sei ein voller Erfolg gewesen, da die Abonnentenzahlen bei Peacock erheblich gesteigert werden konnten. Gleiches erwarte man nun beim Wechsel zu ESPN.

Der milliardenschwere Fünfjahresvertrag mit ESPN hat einen Gesamtwert von 1,625 Milliarden US-Dollar und umfasst ab 2026 alle großen WWE-Veranstaltungen wie WrestleMania, SummerSlam und Royal Rumble. Während ESPN und die WWE davon wirtschaftlich profitieren, bedeutet der höhere Preis für viele Fans eine Belastung. Bislang ist unklar, ob es Sonderkonditionen für bestehende ESPN-Kabelkunden geben wird. Fest steht: Seit 2025 läuft RAW exklusiv bei Netflix und SmackDown bleibt bis mindestens 2029 die Heimat von USA Network. Die exklusiven Premium-Live-Events sichert sich ESPN.

Netflix war laut TKO nie ernsthafter Bieter für WWE PLEs

Mark Shapiro, Chief Operating Officer der WWE-Muttergesellschaft TKO, bestätigte während des TKO Earnings Calls zum zweiten Quartal 2025, dass Netflix kein Gebot für die US-Rechte an den WWE Premium Live Events abgegeben habe. Obwohl Netflix ein starker internationaler Partner für WWE-Inhalte sei, habe der Streamingdienst nie Interesse daran gezeigt, auch die PLEs in den USA zu übernehmen.

Shapiro begründete die Entscheidung zugunsten von ESPN mit der starken Präsenz und dem etablierten Ruf des Senders bei Sportfans. Dies habe bei der Entscheidungsfindung eine zentrale Rolle gespielt. Gleichzeitig zeigte sich TKO zufrieden mit der Entscheidung, bestimmte kostenintensive Inhalte aus dem früheren Peacock-Vertrag nicht weiterführen zu müssen. Dazu gehörten unter anderem Original-Dokumentationen und Eigenproduktionen in großem Umfang.

TKO-Finanzchef Andrew Schleimer ergänzte, dass diese neue Vereinbarung deutlich effizienter sei. Auch wenn ESPN mit einem deutlich höheren Preis aufwartet, geht TKO davon aus, dass die WWE-Fans dem Angebot treu bleiben werden.

WrestleMania 42 wird das erste WWE-PLE auf ESPN

Laut Dave Meltzer vom Wrestling Observer Radio wird WrestleMania 42 im Jahr 2026 das erste Premium-Live-Event der WWE sein, das im Rahmen des neuen ESPN-Deals ausgestrahlt wird. ESPN wird dafür seinen neuen Streamingdienst bis dahin vollständig ausrollen und als neue Heimat für jährlich zehn PLEs positionieren, die sich über insgesamt zwölf Nächte erstrecken werden.

Geplant ist, dass sowohl WrestleMania als auch der SummerSlam künftig auch weiterhin jeweils an zwei Abenden stattfinden, um die Inhalte weiter auszubauen. Meltzer betonte, dass ESPN für sportaffine Zuschauer die ideale Plattform darstelle und WWE daher eine optimale Sichtbarkeit erhalte.

TKO vergleicht erste ESPN-WWE-Show mit dem Super Bowl

Während des TKO Earnings Calls verglich Chief Operating Officer Mark Shapiro die geplante erste WWE-Übertragung auf ESPN mit dem Super Bowl. Er erklärte, dass man das Event auf derselben Prestige-Ebene bewerben wolle. Da ESPN im Jahr 2026 auch den Super Bowl gemeinsam mit ABC ausstrahlen wird, seien Parallelen bei der medialen Inszenierung durchaus beabsichtigt.

Shapiro erwähnte zwar nicht explizit WrestleMania, doch der neue Deal unterstreiche ESPNs Bestreben, große Sportformate auf höchstem Niveau zu präsentieren. Shapiro räumte zudem ein, dass WWE möglicherweise ein höheres Angebot von einem anderen Anbieter hätte annehmen können. Allerdings habe man sich bewusst für die starke Marke ESPN entschieden, da diese langfristig den größten Nutzen für WWE verspreche. Der Vertrag umfasst zehn WWE-Premium-Live-Events pro Jahr an insgesamt zwölf Abenden und startet 2026.

Zwei WrestleManias in einem Jahr? Saudi-Arabien zeigt Interesse

Ein bemerkenswertes weiteres Detail enthüllte Dave Meltzer in einer aktuellen Ausgabe des Wrestling Observer Radio. Hinter den Kulissen werde über die Möglichkeit diskutiert, künftig zwei WrestleMania-Events pro Jahr auszurichten. Eine davon könnte in Saudi-Arabien stattfinden.

Auslöser dieser Spekulationen war ein kryptischer Tweet von Turki Alalshikh, einem der einflussreichsten Unterhaltungsförderer Saudi-Arabiens. In dem Tweet kündigte er an, einen großen Deal für eine kommende Entertainment-Veranstaltung abgeschlossen zu haben, ohne jedoch ins Detail zu gehen. In Branchenkreisen wurde vermutet, dass es sich dabei um WrestleMania handeln könnte – wir berichteten.

Meltzer betonte, dass Gespräche über zwei WrestleManias pro Jahr im Gange seien, wobei ein Event in Saudi-Arabien und ein weiteres an einem traditionellen WrestleMania-Standort stattfinden könnte. Das wäre ein Novum in der Geschichte der WWE und würde die Bedeutung Saudi-Arabiens als finanzieller Partner weiter unterstreichen.

Sollte es zu diesem Szenario kommen, würde es das erste Mal sein, dass die größte WWE-Veranstaltung des Jahres mehr als einmal im Kalenderjahr ausgetragen wird. Für WWE und TKO könnte dies ein weiteres lukratives Kapitel in der Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien einläuten.

10 Kommentare

  1. Das ist doch bitte nicht mehr normal. Von allem was viel Geld bringt immer mehr mehr mehr! Und alles immer teurer teurer teurer! Man merkt wirklich das TKO/Endavor die WWE auschlachtet bis zum geht nicht mehr. Und wenn dann alles Zusammenbricht und die Umsätze einbrechen lassen sie sie fallen wie eine heiße Kartoffel!

  2. Die WWE wird für Mania 42 sich den A*sch aufreißen um etwas vergleichbares zur Netflix Premiere von RAW aufzufahren. Ich denke sie werden auf jeden Fall versuchen Stone Cold noch einmal in den Ring zu schicken, kann mir vorstellen, dass wir eventuell das Farewell Match für AJ Styles bekommen und die Rückkehr von Lazer macht angesichts des ESPN Deal sehr viel Sinn. Bin nur gespannt, ob die Cena Farewell Tour nicht doch erst bei Mania 42 enden wird.

  3. Ich hoffe ehrlich gesagt, dass die WWE auf die Schnauze fällt damit die Fans in den USA nicht so blöd sind und diesen Wucherpreis bezahlen. Wobei, der Typ mit dem grünen Shirt ist vermutlich der erste der weiterhin der WWE treu bleiben wird.

    Man bin ich froh, dass wir in Deutschland quasi nur „einen“ Anbieter haben wo WWE läuft und das ist beid er ProSiebenSat.1 Gruppe auf deren Kanal ProSieben MAXX und Joyn. Jetzt muss man nur nochmal schauen, dass Joyn am besten das WWE Network komplett bekommen kann, falls es geplant sein sollte, dieses bei uns auch abzuschalten. Bild+ zählt nicht! ProSieben MAXX oder Joyn könnten dann auch die Live Ausstrahlungen von RAW, NXT und SmackDown! übernehmen.

    Aber hey, ich träume gerade nur.

  4. Wenn das auch irgendwann dann nach Deutschland kommen sollte mit den 30 Euro für einen PPV, werden die Zahlen denk ich massiv sinken. Außer es gibt da Abstufungen. Ich persönlich würde dann wahrscheinlich nur noch den Rumble, Mania und den Summerslam schauen. Gerade für irgendwelche B oder C-PPVs würde ich einen Teufel tun und da extra 30 Euro für hinblättern.

    • Wäre nichts neues. Diese Preise gab es bei Premiere / Sky Deutschland schon, als man die PPV’s buchen musste. Das waren glaube ich auch immer 29,95 € für die Live Übertragung und deren Wiederholungen.

      Das wird es bei uns nicht mehr geben, denke da wird ProSieben MAXX gut verhandeln.

      WWE gehört in Deutschland ins Free TV.

  5. Sky verlange damals 15 Euro pro ppv

    Bezüglich den 30 usd.. Vergisst nicht das es zum Beispiel früher wwe ppvs Standard waren und heute bei der aew pro big Event Summe x verlangt wird.

    • Waren es doch „nur“ 15,00 € ? Oder war das erst bei Sky so? Habe irgendwie in Erinnerung das Anfang der 2000er Jahre bei Premiere noch teurer war. Aber wie gesagt, ich glaube es nur. Kann mich natürlich auch irren und wenn dem so ist, dann ist das natürlich auch kein Problem. Die Zeit wird es bei uns aber nicht mehr geben, denke ich.

Kommentare sind deaktiviert.