Nach einem viel diskutierten Moment beim AEW Worlds End 2025 Pay-per-View hat sich William Regal mit einer außergewöhnlich deutlichen Botschaft an aktive Wrestler gewandt.
Auslöser war ein Avalanche Sleeper Suplex von Jon Moxley gegen Kyle Fletcher, bei dem Fletcher ungeschützt auf seinem Nacken landete. Während Teile der Fan-Community die Aktion feierten, überwog bei vielen Zuschauern die Sorge um die Gesundheit des Athleten.
the fuck you and kill yourself driver pic.twitter.com/4fSQOfQo8q
— fish (@fishwikipedia_) December 28, 2025
Regal erklärte zu Beginn seines Statements, dass er sich normalerweise aus öffentlichen Debatten heraushalte, dieses Mal jedoch bewusst das Wort ergreife: „Normalerweise halte ich mich zurück, aber heute wurde ich auf etwas aufmerksam gemacht, das mich alarmiert hat. Ich lese keine Kommentare, also verschwendet eure Zeit nicht damit, zu argumentieren oder eure völlig falschen Meinungen zu diesem Thema zu rechtfertigen.“
Regals eigene Verletzungen als eindringliche Warnung
Im weiteren Verlauf schilderte Regal offen seine eigene Leidensgeschichte und machte deutlich, warum ihn solche Aktionen besonders alarmieren. Er erklärte: „Ich habe mir zweimal das Genick gebrochen, 1993 im Ring und 1997 bei einem Autounfall, und habe dummerweise niemandem davon erzählt.“
Regal führte aus, dass er während seiner aktiven Zeit korrekt darin geschult worden sei, Brücken zu schlagen und nicht auf dem Kopf zu landen. Diese Fähigkeit sei jedoch extrem selten geworden: „Mir wurde richtig beigebracht, wie man eine Brücke macht und nicht auf dem Kopf landet. Das ist eine Fähigkeit, die vielleicht 99,9 Prozent der Menschen nicht kennen oder jemals lernen werden.“
Er betonte, dass er nur deshalb weitermachen konnte, weil er Techniken beherrschte, die heute kaum noch vermittelt würden. Stattdessen würden viele Wrestler lediglich Videomaterial studieren und riskante Aktionen kopieren, ohne die nötige Ausbildung zu haben.
Verweis auf Misawa und die verharmlosten Risiken
Besonders emotional wurde Regal, als er auf den Tod von Mitsuharu Misawa zu sprechen kam. Er erklärte, dass er nach diesem tragischen Ereignis gehofft habe, dass gefährliche Nackenaktionen aus dem Wrestling verschwinden würden:
„Nachdem Misawa San wegen seiner Nackenprobleme verstorben war, dachte ich, dass dieser Unsinn aufhören würde, aber es ist noch schlimmer geworden.“
Regal kritisierte die Verharmlosung solcher Risiken und schilderte, wie ihm oft begegnet werde, dass diese Aktionen angeblich nicht schmerzen würden: „Wenn ich mit Leuten darüber spreche, sagen sie: ‚Nun, es tut doch nicht weh.‘ Glaubt mir, es wird wehtun.“
Chronische Schmerzen als tägliche Realität
Ein zentraler Teil seiner Botschaft befasste sich mit den langfristigen gesundheitlichen Folgen. Regal machte deutlich, dass diese Probleme nicht theoretisch seien, sondern viele ehemalige Wrestler täglich begleiteten: „Ich habe jetzt Menschen in meinem Umfeld, darunter auch Bryan Danielson), die wie ich täglich unter Nackenschmerzen leiden. Es ist ein tägliches Leid, und Schlaf und jeder andere Aspekt des Lebens sind mehr als schwer.“
Damit unterstrich Regal, dass die Konsequenzen solcher Aktionen oft erst Jahre später sichtbar würden, dann jedoch das gesamte Leben bestimmten.
Klare Kritik an Ruhm und kurzfristiger Anerkennung
Regal wandte sich anschließend deutlich gegen die Motivation, die hinter vielen dieser riskanten Manöver stehe. Er stellte klar, dass er sich selbst nie als besonders hart gesehen habe und diesen Begriff ablehne: „Obwohl die Leute mich als harten Hund bezeichnen, werde ich das nie sagen, denn ich bin es nicht und glaube auch nicht, dass ich es je war.“
Er ergänzte unmissverständlich: „Geld und was auch immer dieser Unsinn von Ruhm sein soll, sind die Schmerzen und den vermeintlichen zweitägigen Ruhm, den man durch diese lächerlichen Moves bekommt, bei denen man sich auf den Kopf fallen lässt, nicht wert.“
Zudem wies Regal darauf hin, dass viele Zuschauer den Unterschied zwischen sicheren und wirklich gefährlichen Aktionen gar nicht erkennen könnten: „Die große Mehrheit der Fans kennt den Unterschied zwischen einem Vertical Suplex und einem Brainbuster nicht, und das ist ein weitaus harmloserer Move als vieles von dem, was ich heute sehe.“
Eindringlicher Appell an die nächste Generation
Zum Ende seines Statements richtete Regal einen direkten Appell an aktive Wrestler. Er machte deutlich, dass er mit 57 Jahren selbst nicht mehr im Mittelpunkt stehe, Ruhm für ihn aber ohnehin nie eine Rolle gespielt habe: „Ich bin 57 Jahre alt und werde von Tag zu Tag irrelevanter, aber Ruhm war noch nie mein Ding, also werden die meisten von euch, die diese dummen Sachen machen, nicht auf mich hören, aber hoffentlich tun es ein paar doch.“
Sein abschließender Appell fiel besonders deutlich aus: „Hört jetzt damit auf, wenn ihr nach dem Wrestling eine anständige Lebensqualität haben wollt, denn dieser Teil eures Lebens wird vorbei sein, bevor ihr es merkt. Wrestling richtig gemacht ist schon schwer genug, aber ein Genickbruch oder der Tod sind nichts, was man für hart oder cool halten sollte. Das ist idiotisches Denken.“
I stay off here but was alerted to something to day that has alarmed me. I don’t read any comments so don’t waste your time trying to argue or justify your very wrong opinions on this. I broke my neck twice,9/93 in ring and a car wreck in ‘97 and stupidly never told anyone. And I… pic.twitter.com/BHxtPm6rjM
— William Regal (@RealKingRegal) December 28, 2025
Keine Reaktion der beteiligten Wrestler
Jon Moxley und Kyle Fletcher haben sich bislang nicht öffentlich zu Regals Aussagen geäußert. Dennoch wurde seine Botschaft deutlich wahrgenommen. Regal ist derzeit als Vice President of Global Talent Development bei WWE tätig und gilt weiterhin als eine der erfahrensten Stimmen im professionellen Wrestling.
William ist eine Legende im Wrestling. Der Mann weiß, was er sagt. Wenn man die Möglichkeit hat, von ihm trainiert zu werden oder Tipps und Ratschläge zu erhalten, nimmt es an!
@ Franky
Da bin ich ganz deiner Meinung. Er war auch immer jemand der unterschätzt wurde als aktiver Wrestler.
Endlich mal jemand dessen Wort auch was zählen sollte…
Die Eric Bischoffs dieser Welt kann ich nicht mehr hören. Ständig die selben Leute die keine Relevanz mehr haben aber täglich irgendwas kritisieren wollen um irgendwie noch Relevant zu bleiben. Einen William Regal hört man selten, aber wenn er was zu sagen hat sind es klare Worte und man weiß das es sich lohnt hinzuhören.
Als ich den Move sah dachte ich auch erst das es sogar ein Botch ist, bis ich mir wieder ins Gedächtnis gerufen hab das wir hier bei AEW sind und Kyle Fletcher zu den Workern gehört die das Wort „Risiko“ nicht kennen. Moves gegen den Kopf und Nacken sind bei AEW totaler Standard. Jedesmal wenn ich sowas sehe zucke ich ein wenig zusammen.
Ich mag das weichgespüle bei WWE nicht sonderlich… bei jedem Move kann was schief gehen deshalb muss man sie nicht gleich verbannen. Ein 08/15 Piledriver ist ein Move bei dem wirklich nicht oft was passiert und auch nur dann wenns wirklich schlecht ausgeführt ist. Ja Steve Austin brach sich da den Nacken… passiert.
Doch es gibt Moves die von sich aus einfach nur mega Riskant sind und ein wenig anders ausgeführt trotzdem noch Spektakulär wären mit deutlich geringerem Risiko. Dieser Sleeper-Plex vom Toprope gehört dazu… man hätte da auch zb einen Half and Half Release Suplex draus machen können oder so und es wäre trotzdem noch ne krasse Aktion gewesen ohne das Fletcher komplett ungeschützt auf den Nacken knallt mit Mox als zusätzlichem Gewicht.
Ein Brainbuster ist gut ausgeführt relativ ok… Fletcher macht den ganz gut und man sieht auch das er den Nacken des Kontrahenten gut mit seinem Arm un der Schulter schützt… Wenn der Gegner mitspielt knickt er seinen Rücken und Nacken auch entsprechend ein so das er eher auf den Schultern landet. Das geht schon…
Wie gesagt, es gibt moves gegen Kopf und Nacken wo richtig ausgeführt eigentlich nicht viel passieren kann… vergleichweise… beim Wrestling kann ja immer was passieren.
Doch diese Aktion von Mox und Fletcher war wirklich ein bisschen zuviel und muss nicht sein. Auch ohne die Aktion wäre es ein tolles Match gewesen, war das beste Match des PPV… wer hätte gedacht das ich das zu einem Mox-Match mal wieder sagen könnte.
Aber ja, die Aktion war dumm und sau gefährlich. muss nicht sein. Und zu allem anderen sagt Regal nie was, das er hier was sagt sollte jedem aufzeigen wie Risikoreich das wirklich war.
Ganz ehrlich: Bei aller Liebe zum Wrestling – diese „Steve Austin brach sich den Nacken… passiert“-Haltung ist einfach daneben. Ein Genickbruch ist kein Kollateralschaden, den man locker wegwischt, sondern ein lebensveränderndes Ereignis. Karrieren enden so, Menschen tragen dauerhafte Schäden davon oder haben im schlimmsten Fall ihr ganzes Leben mit den Folgen zu kämpfen. Das mit einem „passiert halt“ abzutun, ist respektlos gegenüber jedem, der seinen Körper für diesen Sport riskiert.
Du argumentierst dir das Thema selbst schön. Erst heißt es, WWE sei zu weichgespült, Risiken gehörten dazu und Moves gegen Kopf und Nacken seien Standard – und im nächsten Moment ist genau dieser eine Spot plötzlich „dumm und sau gefährlich“. Entweder Sicherheit ist ein Thema oder eben nicht. Man kann nicht jahrelang gefährliche Aktionen glorifizieren und dann überrascht tun, wenn selbst einem mal klar wird, dass hier eine Grenze überschritten wurde.
Auch dieses „die kennen das Wort Risiko nicht“ ist kein Kompliment. Ein guter Worker kennt Risiko sehr genau – und weiß, wie man es minimiert. Wer Risiko ignoriert, ist nicht mutig, sondern kurzsichtig. Technik hin oder her: Physik lässt sich nicht wegdiskutieren. Toprope, Rotation, zusätzliches Gewicht und Nacken bleiben ein enormes Restrisiko, egal wie erfahren jemand ist. „Meistens passiert nichts“ ist kein Argument – meistens geht vieles gut, bis es einmal eben nicht mehr gutgeht.
Und genau deshalb ist es bezeichnend, dass ausgerechnet William Regal hier den Mund aufmacht. Nicht, weil er irgendwem was madig reden will, sondern weil selbst für jemanden mit seiner Erfahrung klar war: Diese Aktion war unnötig. Dass ein Match auch ohne diesen Spot hervorragend gewesen wäre, sagst du ja selbst – und genau das entlarvt die Aktion als reinen Selbstzweck.
Wrestling lebt von Risiko, ja. Aber die Haltung „Nackenbruch? Na und?“ ist einfach falsch. Es geht hier um Menschen, nicht um GIFs oder Pops. Kein Match, kein Spot und kein PPV ist es wert, dass jemand dafür dauerhaft seine Gesundheit oder seine Karriere opfert. Wer das anders sieht, verwechselt Härte mit Verantwortungslosigkeit.
Word!
Ich habe keine Haltung von „Nackenbruch? Na Und?“ hör auf Worte reinzudichten die ich nicht geschrieben hab.
Schau dir doch mal die ganzen Beiträge von mir an wo ich jede Verletzung bedaure und bei Leuten wie Omega eher denke das sie besser aufhören sollten als sich ganz kaputt zu machen…
LEg mir keine Worte in den Mund.
Was ich ausdrücken will ist folgendes… absolute Sicherheit im Wrestling wird es niemals geben. Das Verletzungen, auch schlimme Nackenverletzungen passieren gehört leider dazu.
ABER es gibt gewaltige Unterschiede in der Höhe des Risiko bei einem 08/15 Piledriver und der Aktion von Mox und Fletcher… Das Verletzungsrisiko bei der Aktion ist um ein zig faches Höher eindeutig, die Höhe, das zusätzliche Gewicht weil beide Wrestler auf die Matte knallen, die völlig ungeschützheit von Fletcher bei dem Move. Bei einem sauber ausgeführten Piledriver sieht die welt ganz anders aus. Was den Move zwar immer noch gefährlich macht, aber kein Vergleich zu diesem Suplex vom Toprope ist.
Niemand behauptet ernsthaft, dass du wörtlich „Nackenbruch? Na und?“ geschrieben hast. Aber genau diese Haltung transportierst du inhaltlich, wenn du einen realen, dokumentierten Genickbruch mit „passiert“ relativierst. Sprache ist nicht nur Wortlaut, sondern Wirkung. Und die war eindeutig verharmlosend – ob dir das gefällt oder nicht.
Du weichst außerdem elegant aus. Der Satz „absolute Sicherheit gibt es nicht“ ist eine Binse. Das weiß jeder, der länger als fünf Minuten Wrestling schaut. Das ist kein Argument, sondern eine Ausrede. Der Punkt ist Risikomanagement, nicht Risikoexistenz. Und genau da wird deine Argumentation inkonsequent.
Du sagst selbst:
08/15-Piledriver = vergleichsweise kontrollierbar
Toprope-Sleeper-Plex mit Zusatzgewicht = massiv höheres Risiko
Richtig. Willkommen bei dem Punkt, den Regal kritisiert hat. Und jetzt kommt der Teil, den du unterschlägst: Wenn zwei Aktionen qualitativ unterschiedlich riskant sind, dann rechtfertigt das nicht die gefährlichere – es entlarvt sie.
Dass du bei Leuten wie Omega für ein Karriereende plädierst, ehrt dich persönlich – ändert aber nichts am Kern der Debatte. Hier geht es nicht um Mitgefühl nach Verletzungen, sondern um Verantwortung vor dem Spot.
Und genau deshalb ist der Vergleich zwischen WWE und AEW so unerquicklich. WWE ist nicht „weichgespült“, sondern kalkuliert. AEW ist nicht „realistischer“, sondern oft schlicht nachlässiger. Risiko wird dort zu oft mit Glaubwürdigkeit verwechselt. Das ist kein Stilmittel, das ist Philosophie – und keine besonders kluge.
Dass ausgerechnet William Regal den Finger hebt, ist kein Zufall. Regal redet nicht über Twitter-Diskurse, sondern über Biomechanik, Langzeitschäden und Karrieren. Wenn der sagt „zu viel“, dann ist das kein Meinungsbeitrag, sondern ein Warnsignal.
Und ja: Ein sauberer Piledriver ist nicht risikofrei – aber er ist beherrschbar. Ein Toprope-Move mit Rotation, Höhe, Zusatzgewicht und fehlender Nackenkontrolle ist objektiv nicht beherrschbar, sondern Glückssache. Das ist Physik, kein Stilgeschmack.
Du hast also völlig recht mit deiner Analyse der Risiken. Was du falsch machst: Du ziehst daraus nicht die logische Konsequenz.
Wrestling braucht kein Maximum an Gefahr, sondern ein Maximum an Kontrolle. Alles andere ist nicht „hart“, nicht „real“ und schon gar nicht respektvoll – sondern unnötig.
Rene hat alles gesagt, da muss man nicht mehr viel dazu sagen. Daumen hoch!