Warum Cody Rhodes bei WrestleMania 39 nicht Champion wurde – Liv Morgan Fall: Angeklagter verlangt zügiges Verfahren

Cody Rhodes blickt mit Wehmut auf den WWE-Champion-Belt hinab

Das umstrittene Ende von WrestleMania 39 war nicht allein eine kreative Entscheidung im WWE Backstagebereich. Laut aktuellen Informationen ging der entscheidende Impuls direkt von Roman Reigns aus und wurde von Vince McMahon unterstützt.

Ursprüngliche Pläne sahen Cody Rhodes als Champion vor

Wie Dave Meltzer im Wrestling Observer Newsletter berichtet, war ursprünglich vorgesehen, dass Cody Rhodes im Jahr 2023 den Undisputed WWE Universal Championship gewinnen sollte. Diese Planung wurde jedoch geändert, nachdem Roman Reigns persönlich vorgeschlagen hatte, den Titel zu behalten. Reigns argumentierte intern, dass eine Niederlage für Rhodes dessen späteren Titelgewinn deutlich bedeutungsvoller machen würde, wenn dieser nach einer längeren Aufbauphase erfolgen sollte. Vince McMahon unterstützte diesen Ansatz und gab dem Vorschlag schließlich grünes Licht.

Unterschiedliche Sichtweisen zwischen McMahon und Triple H

Zu diesem Zeitpunkt verfolgte Triple H laut Meltzer eine andere kreative Vision. Demnach setzte sich Levesque für einen klaren Generationswechsel ein und sah Cody Rhodes als Champion und neues Aushängeschild, das eine neue WWE Ära anführen sollte. Meltzer beschreibt dies als Wunsch nach einer sichtbaren Darstellung eines umfassenden Umbruchs an der Spitze der Company.

Am Ende lag die finale Entscheidung jedoch bei Vince McMahon, der den Vorschlag von Roman Reigns genehmigte. Ob Triple H dieser Entscheidung später aus Überzeugung oder aus Loyalität folgte, blieb offen. Meltzer merkte rückblickend jedoch an, dass sich die Argumentation aus heutiger Sicht als richtig erwiesen habe, da WrestleMania 40 ein deutlich größeres öffentliches Interesse und mehr Dynamik erzeugte als die Veranstaltung im Jahr zuvor.

Die Bloodline-Storyline als langfristiges Projekt

Auch wenn Cody Rhodes in der aktuellen WWE Phase häufig als enger Vertrauter von Triple H wahrgenommen wird, weist Meltzer darauf hin, dass die langfristige Bloodline Storyline maßgeblich unter Vince McMahon entstand. McMahon war es, der Rhodes zurück zur WWE holte und die mehrjährige Geschichte genehmigte, die sich über zwei WrestleMania Events erstreckte und schließlich in Rhodes’ Titelgewinn mündete.

Kurzzeitige Kehrtwende vor WrestleMania 40

Ein weiterer Rückschlag folgte Anfang 2024, als TKO einen Vertrag mit The Rock abschloss und Cody Rhodes zeitweise aus dem Main Event von WrestleMania 40 herausnahm. Diese Entscheidung sorgte für massive Reaktionen innerhalb der Fan-Community und führte dazu, dass WWE ihre Planung erneut anpasste. Rhodes wurde wieder in den Fokus gerückt, The Rock in eine Heel Rolle eingebunden und der ursprüngliche Kurs letztlich wiederhergestellt.

Ende von Vince McMahons kreativer Kontrolle

Die kreative Entscheidungsgewalt von Vince McMahon endete schließlich, als Ari Emanuel eingriff und ihm diese Befugnisse entzog. Dies geschah noch vor der später eingereichten Klage von Janel Grant. Seitdem trat McMahon bei keinem WWE Event mehr öffentlich in Erscheinung, auch nicht bei John Cenas Abschiedsveranstaltung.

Damit geht aus den Berichten hervor, dass die gesamte Geschichte rund um Codys Niederlage, seinen späteren Aufstieg und den finalen Titelgewinn aus einer langfristigen Planung unter Vince McMahon hervorging und nicht primär aus der kreativen Handschrift von Triple H.

Liv Morgan Stalking Fall: Verdächtiger fordert in Brief an Bundesgericht ein schnelles Verfahren

Im Bundesverfahren gegen den Mann, dem vorgeworfen wird, die WWE Wrestlerin Liv Morgan gestalkt zu haben, ist es kurz vor dem geplanten Prozessbeginn zu einer neuen Entwicklung gekommen. Der Angeklagte Shawn Chan wandte sich persönlich mit einem handgeschriebenen Brief an das zuständige Bundesgericht und pochte darin auf sein Recht auf eine zügige Verhandlung.

Handschriftlicher Brief kurz vor juristischem Wendepunkt

Laut Gerichtsunterlagen sandte Shawn Chan am 20. Dezember einen eigenhändig verfassten Brief an das US Bezirksgericht für den mittleren Bezirk von Florida. Darin machte er geltend, dass er zu keinem Zeitpunkt auf sein verfassungsmäßiges Recht auf ein schnelles Verfahren verzichtet habe. Zudem forderte er das Gericht ausdrücklich auf, künftige Vertagungen abzulehnen, und kündigte an, gegen bereits geplante Verzögerungen Einspruch einzulegen.

Der Brief wurde am 22. Dezember abgestempelt und am 29. Dezember offiziell in die Gerichtsakte aufgenommen. Der Zeitpunkt gilt als bemerkenswert, da Chans eigene Verteidiger nur wenige Tage später eine juristische Erklärung einreichten, die auf eine mögliche Unzurechnungsfähigkeitsverteidigung abzielt.

Verteidigung beruft sich auf psychischen Zustand

Am 23. Dezember reichte das Verteidigungsteam gemäß Federal Rule of Criminal Procedure 12.2(b) eine formelle Mitteilung ein, in der der psychische Zustand des Angeklagten als zentraler Bestandteil der Verteidigungsstrategie dargestellt wird. In dem Antrag heißt es, dass nach Sichtung der Beweismittel und einem persönlichen Treffen mit Chan eine weitergehende Untersuchung seines geistigen Zustands erforderlich erschienen sei.

Wörtlich erklärte die Verteidigung: „Nach Prüfung der Beweismittel und einem Treffen mit Herrn Chan kam der Verteidiger zu der Überzeugung, dass eine zusätzliche Untersuchung seines psychischen Zustands erforderlich sei, um ihn in der Sache zu verteidigen.“

Im weiteren Verlauf des Antrags wird ausgeführt, dass die Verteidigung am 5. September 2025 die forensische Psychologin Dr. Michelle Ayala mit einer Begutachtung beauftragte. Nach einer Terminverschiebung führte Dr. Ayala die Untersuchung am 24. Oktober durch und legte am 22. Dezember einen zehnseitigen Bericht vor.

Gutachten sieht Unzurechnungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt

In ihrem Bericht kam Dr. Ayala zu einer klaren Einschätzung. Sie stellte fest, dass Chan an einer akuten wahnhaften Störung leide, die ihn glauben lasse, er befinde sich in einer romantischen Beziehung mit dem mutmaßlichen Opfer. Auf dieser Grundlage gelangte sie zu dem Schluss, dass Chan zum Zeitpunkt der Tat unzurechnungsfähig gewesen sei.

Diese Einschätzung bildet die Grundlage für den Vorstoß der Verteidigung, den Fall unter Berücksichtigung des psychischen Zustands neu zu bewerten.

Staatsanwaltschaft widerspricht entschieden

Die Staatsanwaltschaft lehnt diese Argumentation jedoch entschieden ab. Sie teilte dem Gericht mit, dass der späte Versuch, eine Unzurechnungsfähigkeitsverteidigung einzubringen, unzulässig sei und vollständig zurückgewiesen werden sollte. Eine frühere gerichtliche Anordnung hatte festgelegt, dass entsprechende Anträge spätestens bis zum 12. Mai eingereicht werden mussten.

Da der Prozessbeginn weiterhin für den 12. Januar 2026 angesetzt ist, argumentiert die Staatsanwaltschaft, dass eine Zulassung dieses neuen Verteidigungsansatzes den bestehenden Zeitplan unmöglich machen würde.

Die Verteidigung hält dagegen und verweist auf organisatorische Gründe für die Verzögerung. In dem Antrag wird betont, dass der Anwalt sich sorgfältig um die Untersuchung des psychischen Zustands bemüht habe und Terminprobleme sowie die Fertigstellung des Gutachtens zu der zeitlichen Verschiebung geführt hätten.

Vorwürfe und aktueller Stand des Verfahrens

Shawn Chan wird vorgeworfen, am 26. Mai von Scarborough in der kanadischen Provinz Ontario nach Orlando in Florida gereist zu sein. Gegenüber Zollbeamten soll er angegeben haben, im WWE Performance Center übernachten zu wollen, obwohl dort keine Unterkünfte angeboten werden.

Laut Strafanzeige fuhr Chan vier Tage später mehrere Stunden zu Liv Morgans Wohnhaus in Florida. Dort soll er das Grundstück mehrfach umrundet, den Hinterhof betreten, versucht haben, sich Zugang zur Haustür zu verschaffen, und sich über mehrere Stunden in der Nähe aufgehalten haben. Beim Verlassen des Grundstücks soll er eine handschriftliche Notiz mit seinem Namen, seiner Telefonnummer und seiner kanadischen Adresse hinterlassen haben.

In dem Schreiben habe es unter anderem geheißen, dass er sich lediglich zu Besuch befinde und mitteilen wolle, dass er vor Ort gewesen sei.

Festnahme und drohende Strafe

WWE Sicherheitskräfte identifizierten Chan anhand von Überwachungsaufnahmen und informierten die Behörden. Das FBI nahm ihn am 3. Juni fest, am 25. Juni wurde offiziell Anklage erhoben. Seit seiner Festnahme befindet sich Chan in Haft. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Das Gericht hat die Staatsanwaltschaft aufgefordert, bis zum 6. Januar offiziell auf den Antrag der Verteidigung zu reagieren. Erst danach wird entschieden, ob der Prozess wie geplant beginnt oder ob die neue juristische Strategie zu einer Verzögerung führt.

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