Die Erinnerungen an Benjamin Satterley reichen von gemeinsamen Karrierehöhepunkten bis zu persönlichen Begegnungen abseits des Rings. Nach PACs Tod haben weitere Weggefährten von ihrer Verbindung zu ihm erzählt, während ein Journalist Vorwürfe zu einem schwierigen Abschnitt seiner Laufbahn erhebt.
David Bixenspan erhebt Vorwürfe gegen WWE
Journalist David Bixenspan hat auf Bluesky einen bislang nicht unabhängig bestätigten Vorwurf im Zusammenhang mit PACs früheren Visaproblemen veröffentlicht. Seiner Darstellung zufolge habe WWE die US-Einwanderungsbehörde USCIS kontaktiert, als die Markenanmeldungen für AEW eingereicht wurden. Dabei soll das Unternehmen geltend gemacht haben, dass PAC die Bedingungen seines damaligen Arbeitsvisums nicht eingehalten habe.
Bixenspan kritisierte insbesondere den Zeitpunkt des angeblichen Vorgehens. WWE habe PAC zuvor etwa ein Jahr lang unbehelligt gelassen und schließlich dessen Vertragsauflösung ermöglicht. Erst als sich die Gründung einer finanzstarken neuen Wrestling-Promotion abgezeichnet habe, sei das Unternehmen nach seiner Darstellung gegenüber der Behörde aktiv geworden.
Ob PAC tatsächlich gegen die Bedingungen seines Visums verstoßen hatte, könne er selbst nicht beurteilen, erklärte Bixenspan. Zugleich behauptete er, die Angelegenheit habe den Wrestler stark belastet und ihn langfristig hinsichtlich seines Aufenthaltsstatus in den USA verunsichert.
Seinen Entschluss, die Geschichte erst jetzt öffentlich anzusprechen, begründete der Journalist ebenfalls. Einwanderungsfragen würden in der Branche üblicherweise nicht ohne Zustimmung der Betroffenen veröffentlicht. Nach PACs Tod sehe er diese Rücksichtnahme anders. Als Anlass nannte er seinen Vorwurf, WWE versuche, aus dem Tod des früheren Neville Kapital zu schlagen.
Was über die Visaprobleme von 2019 bekannt ist
Dokumentiert ist, dass PAC im Frühjahr 2019 wegen Visaproblemen Auftritte absagen musste. WrestleCon erklärte damals, trotz entsprechender Bemühungen kein geeignetes Visum für seine geplanten Einsätze während der WrestleMania-Woche erhalten zu haben. Dieser Vorgang belegt die damaligen Schwierigkeiten, klärt jedoch nicht, wodurch sie verursacht wurden.
Auch das ursprünglich für das erste Double or Nothing angesetzte Match gegen Adam Page fand nicht wie geplant statt. Dave Meltzer nannte in einem aktuellen Rückblick bei Wrestling Observer Radio sowohl ein Visumproblem als auch unterschiedliche Vorstellungen über den Matchausgang. PAC wollte demnach während seiner Regentschaft als Champion von Dragon Gate keine entsprechende Niederlage hinnehmen. Bereits im Mai 2019 hatte ProWrestling neben den Berichten über kreative Differenzen auf Quellen verwiesen, die ein Arbeitsvisumproblem als Hintergrund nannten.
Tony Schiavone spricht über kreative Meinungsverschiedenheiten
Tony Schiavone erinnerte sich im Podcast „What Happened When“ an seine Zusammenarbeit mit PAC. Nachdem Conrad Thompson festgestellt hatte, nie etwas Negatives über den Wrestler gehört zu haben, erklärte Schiavone, dieser habe schlicht keinen Anlass für solche Aussagen gegeben.
Schiavone berichtete, dass er sich häufig mit PAC unterhalten habe. Deshalb habe er auch gewusst, dass dieser nicht mit jeder kreativen Entscheidung zufrieden gewesen sei. Dabei ging es nach seiner ausdrücklichen Aussage nicht um Siege oder Niederlagen, sondern um bestimmte Matches und Storylines.
Trotz dieser Meinungsverschiedenheiten hat PAC seine Aufgaben stets professionell erfüllt. Er habe weder eine Szene gemacht noch den verantwortlichen Coaches die Arbeit erschwert. Konkrete Matches oder Storylines benannte Schiavone nicht. Er beschrieb seinen verstorbenen Kollegen als Gentleman und großartigen Menschen, dessen Verlust eine schmerzhafte Lücke hinterlasse.
Eddie Kingston verabschiedet sich von einem engen Freund
Eddie Kingston widmete PAC auf Instagram einen besonders persönlichen Abschied. Dabei sprach er auch über den Tod von Andy Williams, der als „The Butcher“ bekannt war. Mit beiden habe er Menschen verloren, die an ihn geglaubt und ihn unterstützt hätten.
PAC, den Kingston liebevoll „Benji“ nannte, soll ihn bei ihren Begegnungen umarmt und nach seinem Befinden gefragt haben. Kingston wiederum habe sich nach ihm und seiner Frau erkundigt. Gerade in schwierigen Phasen hat PAC ihn zur Seite genommen und ihm versichert: „Eddie, wir brauchen dich. Ich liebe dich.“
Besonders fehlen werde ihm, dass PAC ihn verstehen wollte, statt vorschnell über ihn zu urteilen. Kingston bedankte sich dafür, dass sein Freund immer für ihn da gewesen sei. Während seines Abschieds rang er mehrfach um Worte.
Neben seiner Trauer teilte Kingston Erinnerungen an gemeinsame Restaurantbesuche und eine ungewöhnlich lange Promo während der Pandemie, über die beide später lachen mussten. Außerdem stellte er klar, weiterhin wrestlen zu wollen. Andy und Benji seien gute Menschen gewesen, die ihm sehr fehlen würden.
Corey Graves erinnert an seinen Freund, Partner und Rivalen
Auch Corey Graves hat sich mit persönlichen Worten von PAC verabschiedet. Auf Instagram veröffentlichte er gemeinsame Fotos und erklärte, die Bedeutung von Benjamin Satterley für sein Leben lasse sich unmöglich in einem einzigen Beitrag zusammenfassen. Über ihre gemeinsamen Erlebnisse könne er tagelang Geschichten erzählen.
Graves erinnerte daran, dass PAC ihn bei jedem großen Schritt seiner Karriere begleitet habe. Er sei sein Freund, sein Tag Team Partner und sein größter Rivale gewesen. Selbst ein besonderer Moment seiner späteren Kommentatorenlaufbahn verbinde ihn mit Satterley: Das erste Match, das Graves bei WrestleMania kommentierte, sei eines von PAC gewesen.
Im Ring sei sein Freund herausragend gewesen, außerhalb davon sogar ein noch besserer Mensch. Graves richtete sein Mitgefühl an PACs Ehefrau, seine Familie sowie Freunde und Fans weltweit. Zum Abschluss griff er dessen früheren Beinamen „The Man That Gravity Forgot“ auf: „Die Schwerkraft hat ihn vergessen. Wir werden das niemals.“
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an