Neue Berichte zeigen, dass Vince McMahon die kreative Kontrolle über WWE deutlich länger ausübte, als es öffentlich kommuniziert wurde. Entgegen früherer Darstellungen soll McMahon auch nach seiner Rückkehr in das Unternehmen weiterhin entscheidenden Einfluss auf die kreative Ausrichtung gehabt haben.
Bericht über Vince McMahons Rolle
Wie Dave Meltzer im Wrestling Observer Newsletter berichtet, blieb McMahon nach seiner Rückkehr bis weit ins Jahr 2023 hinein der zentrale Entscheidungsträger im kreativen Bereich. Zwar erarbeiteten Triple H und das WWE-Kreativteam die ersten Entwürfe für Shows und Storylines, doch McMahon hatte weiterhin die Befugnis, diese Entwürfe zu ändern oder zu überstimmen. Laut Meltzer war McMahon über weite Teile des Jahres hinweg faktisch die letzte Instanz bei kreativen Entscheidungen.
Eingreifen von Ari Emanuel verändert Machtverhältnisse
Erst als Ari Emanuel, CEO von TKO, eingriff, erfolgte eine Veränderung dieser Struktur. Laut Meltzer entschied Emanuel, dass Triple H die volle Verantwortung für den kreativen Bereich übernehmen solle. Auslöser dafür waren anhaltende interne Beschwerden über McMahons kurzfristige Änderungen an WWE-Shows, die regelmäßig für Unruhe im Produktionsablauf sorgten.
Cody Rhodes und die vermeintliche Post-McMahon Ära
Auch die jüngsten Main Event Auftritte von Cody Rhodes werden laut Meltzer häufig als Symbol einer neuen kreativen Phase unter Triple H interpretiert. Gleichzeitig weist der Bericht jedoch auf eine gewisse Ironie hin. Demnach war es McMahon selbst, der die Rückkehr von Rhodes zur WWE vertraglich abschloss und bereits im Jahr 2022 die langfristige Storyline entwickelte, die sich über WrestleMania 39 und WrestleMania 40 erstreckte.
Parallelen zur laufenden Aktionärsklage
Diese Einschätzungen decken sich mit Enthüllungen aus der laufenden WWE Aktionärsklage. Berichte von Wrestlenomics und Post Wrestling verweisen auf Gerichtsdokumente und Textnachrichten, die darauf hindeuten, dass führende Entscheidungsträger frühzeitig über McMahons Rückkehrpläne informiert waren.
Demnach schrieb Mark Shapiro, Präsident von Endeavor und heutiger Geschäftsführer von TKO, am 22. Juli 2022 eine Nachricht an die Endeavor Finanzchefs Andrew Schleimer und Jason Lublin. In dieser prognostizierte Shapiro, dass Nick Khan und Stephanie McMahon vorübergehend die Führung übernehmen würden, während Vince McMahon mit einem neu formierten Vorstand zurückkehren oder das Unternehmen verkaufen beziehungsweise an Endeavor übergeben könnte.
Rückkehr in den Vorstand und kreative Beteiligung
Diese Einschätzung erwies sich als zutreffend. Im Januar 2023 kehrte Vince McMahon in den Vorstand der WWE zurück, um den Verkauf des Unternehmens an Endeavor voranzutreiben. Trotz öffentlicher Aussagen von WWE CEO Nick Khan, wonach McMahon keinerlei kreativen Einfluss mehr gehabt habe, zeigen interne Unterlagen laut den Berichten ein anderes Bild.
Gerichtsdokumente sollen belegen, dass McMahon aktiv an den Vorbereitungen für WrestleMania 39 beteiligt war. Dies steht im Widerspruch zu Khans Aussage in einem CNBC Interview, in dem er erklärte, McMahon sei nicht eingebunden gewesen, da er keine operative Führungsposition mehr innegehabt habe.
Dr. Colker legt Berufung gegen Offenlegung zu Janel Grants Arztrechnungen ein
Im laufenden Rechtsstreit rund um die von Janel Grant erhobenen Vorwürfe gegen Vince McMahon kommt es zu einer neuen juristischen Auseinandersetzung. Die Anwälte von Carlon Colker und Peak Wellness Inc. haben eine gerichtliche Anordnung angefochten, die eine mögliche Verbindung McMahons zu den medizinischen Kosten von Grant offenlegen könnte.
Berufung gegen Anordnung des Gerichts von Connecticut
Das Anwaltsteam von Dr. Colker reichte beim Obersten Gerichtshof des US-Bundesstaates Connecticut eine Berufung ein. Hintergrund ist eine Entscheidung von Richter David Bothwell vom 11. Dezember, wonach Colker und Peak Wellness verpflichtet wurden, Abrechnungsunterlagen vorzulegen, aus denen hervorgeht, wer für die medizinische Behandlung von Janel Grant gezahlt hat. Das Gericht setzte dafür eine Frist bis zum 12. Januar.
Die vollständige Begründung der Berufung liegt dem Berufungsgericht bislang noch nicht vor. In früheren Schriftsätzen warf Colkers Seite dem Anwaltsteam von Grant jedoch vor, das Verfahren missbräuchlich zu nutzen. Die Forderung nach weiteren Unterlagen wurde dabei als unbegrenzte Ausforschung bezeichnet, die den zulässigen Rahmen einer Offenlegungsaufforderung überschreite.
Hintergrund des Offenlegungsstreits
Die Auseinandersetzung ist Teil einer größeren juristischen Strategie von Janel Grant, mit der geklärt werden soll, ob Vince McMahon persönlich für ihre medizinische Versorgung aufgekommen ist. Diese Frage spielt eine Rolle in dem laufenden Bundesverfahren, in dem Grant McMahon unter anderem sexuelle Nötigung und Sexhandel vorwirft. McMahon weist sämtliche Anschuldigungen zurück.
Das Bundesverfahren ist weiterhin vor einem US Bezirksgericht in Connecticut anhängig. Aktuell steht dort insbesondere die Frage im Mittelpunkt, ob der Streit öffentlich verhandelt wird oder in ein privates Schiedsverfahren überführt werden soll.
Verfahren auf Bundesstaatsebene ohne direkte Klage
Parallel dazu läuft ein separates Verfahren auf Ebene des Bundesstaates Connecticut. In diesem fordert Grant das Gericht auf, Dr. Colker zur Herausgabe bestimmter Dokumente zu verpflichten, ohne ihn selbst zu verklagen. Colkers Anwälte erklärten, bereits mehrere Hundert Seiten medizinischer Unterlagen vorgelegt und bei der Offenlegung in gutem Glauben gehandelt zu haben.
Der zentrale Streitpunkt betrifft jedoch Abrechnungen, die als bezahlt gekennzeichnet sind, aus denen aber nicht hervorgeht, wer die Zahlungen tatsächlich geleistet hat. Genau diese Information möchte Grants Team gerichtlich erzwingen.
Richter weist Einwände gegen Offenlegung zurück
Bei einer Anhörung am 9. Dezember argumentierte Grants Anwältin Erica Nolan, dass Colkers Team weiterhin relevante Unterlagen zurückhalte, die Aufschluss darüber geben könnten, ob McMahon die Rechnungen beglichen habe. Sie betonte, dass keine sensiblen medizinischen Details oder persönlichen Informationen verlangt würden, sondern lediglich eine offizielle Dokumentation der Zahlungsvorgänge.
Richter Bothwell stellte diese Argumentation während der Anhörung infrage und richtete kritische Fragen an Colkers Anwalt Frank Silvestri. Dabei verwies er darauf, dass es Aufgabe der Beklagten sei, die vorhandenen Unterlagen zu prüfen und festzustellen, ob sie unter das Arzt-Patienten Privileg fallen, anstatt ihre Herausgabe pauschal zu verweigern. Letztlich entschied der Richter gegen Colker und ordnete die Offenlegung an.
Weitere rechtliche Schritte anhängig
Colkers Anwälte argumentieren, dass eine weitergehende Offenlegung die Privatsphäre verletzen und über das hinausgehen würde, was im Rahmen einer vorgerichtlichen Beweisaufnahme angemessen sei. Mit der eingelegten Berufung versuchen sie nun, die Entscheidung des Gerichts aufheben zu lassen.
Unabhängig davon ist Dr. Colker auch in ein weiteres rechtliches Verfahren verwickelt. In einem separaten, aber inhaltlich verbundenen Fall verklagt er Grants Anwältin Ann Callis wegen Verleumdung vor einem Bundesgericht in Connecticut. Auch dieses Verfahren ist weiterhin anhängig.
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