Vince McMahon im Fokus: Feier mit WWE-Stars und juristische Auseinandersetzungen

Vince McMahon mit Mikrofon im Ring

Vince McMahon, Gründer und langjähriger Kopf der WWE, steht auch nach seinem Rückzug aus der Unternehmensführung im Fokus der Öffentlichkeit. Kürzlich beging er seinen 80. Geburtstag mit einer großen Feier in der New Yorker Gotham Hall. Unter den Gästen befanden sich prominente WWE-Namen wie der Undertaker, John Cena, JBL, Sheamus, Drew McIntyre, Maryse, Titus O’Neil und Bruce Prichard – wir berichteten.

Die Anwesenheit dieser Stars sorgt für Aufmerksamkeit, da es in der Vergangenheit interne Anweisungen innerhalb der WWE gegeben hatte, den Kontakt zu McMahon zu vermeiden. Diese Anweisung war vor dem Hintergrund laufender juristischer Auseinandersetzungen und Missbrauchsvorwürfe gegen McMahon erlassen worden. Viele Wrestler hielten sich daran – auch, weil deren Ehefrauen eine Verbindung zu McMahon strikt ablehnten.

Wie Dave Meltzer im Wrestling Observer Newsletter berichtete, änderte sich diese Situation jedoch mit der Zeit. Immer mehr ehemalige Weggefährten suchten wieder den Kontakt zu McMahon. Mit der Aufhebung der Kontaktbeschränkungen ist er nun wieder sichtbarer in der Wrestling-Szene, was sich in der hochkarätigen Gästeliste seiner Geburtstagsfeier widerspiegelte.

Der Autounfall im Juli und die rechtlichen Folgen

Neben der gesellschaftlichen Rückkehr hat McMahon derzeit auch mit juristischen Problemen zu kämpfen. Am 24. Juli 2025 war er in Westport, Connecticut, in einen Autounfall verwickelt. Der Vorfall führte dazu, dass er wegen rücksichtslosen Fahrens und zu dichten Auffahrens angeklagt wurde.

Am 26. August erschien McMahon in Stamford vor Gericht. Sein Anwalt Mark Sherman beantragte dort die vollständige Abweisung der Anklage. Dieser Schritt könnte McMahon von den unmittelbaren strafrechtlichen Konsequenzen befreien. Sherman erklärte gegenüber dem US-Portal TMZ.com, dass McMahon dennoch weiterhin seine Reue zeigen und Mitgefühl für die anderen Beteiligten ausdrücken wolle.

Die zweite am Unfall beteiligte Fahrerin, Barbara Doran, schilderte den Zusammenstoß öffentlich in einem Facebook-Beitrag. Ihre Schilderung wurde in den sozialen Medien vielfach geteilt und kommentiert, was den Fall zusätzlich in den Fokus rückte. McMahon selbst äußerte sich nicht öffentlich und überließ es seinem Anwaltsteam, die rechtliche Verteidigung zu führen. Der nächste Gerichtstermin ist für den 16. Oktober angesetzt, bei dem das weitere Vorgehen entschieden werden soll.

Brisanz um Janel Grants medizinische Unterlagen

Zusätzlich zum Autounfall steht McMahon weiterhin in Verbindung mit einem der größten Skandale der WWE-Geschichte. Janel Grant, eine ehemalige Mitarbeiterin, beschuldigt ihn in einer Bundesklage des sexuellen Missbrauchs. In diesem Zusammenhang kam es am 20. August zu einer brisanten Wendung in einem parallel geführten Verfahren.

Dr. Carlon Colker, der Grants Anwältin Ann Callis wegen Verleumdung verklagt hat, reichte bei Gericht Dokumente ein, die persönliche medizinische Unterlagen von Grant enthielten. Diese Unterlagen waren ungeschwärzt und somit für kurze Zeit öffentlich einsehbar.

Bundesrichterin Sarah F. Russell reagierte umgehend und ordnete am 21. August die Versiegelung der Akte an. Sie begründete ihre Entscheidung damit, dass in den eingereichten Unterlagen sensible Daten enthalten waren, darunter Grants Geburtsdatum und vertrauliche medizinische Details. Colkers Anwaltsteam reichte später eine überarbeitete, geschwärzte Version ein.

Colker, der als Leiter der Peak-Wellness-Klinik agierte, bestreitet jegliches Fehlverhalten. Er betont, dass Grant nur auf Basis ihrer Zustimmung behandelt worden sei. Grants Anwaltsteam hingegen sieht in den Vorgängen einen weiteren Versuch, sie einzuschüchtern und von der Verfolgung ihrer Klage abzuhalten.

Brisant ist zudem, dass Colkers Hauptanwalt, Alejandro Brito, auch Donald Trump in mehreren Verleumdungsklagen vertritt. In seiner Klageschrift erklärte Brito, die Vorwürfe von Grants Anwältin erfüllten den bei Verleumdungsklagen gegen Personen des öffentlichen Lebens erforderlichen Standard der „tatsächlichen Böswilligkeit“. Gleichzeitig deutete er jedoch an, dass Colker möglicherweise nicht einmal als Person des öffentlichen Lebens einzustufen sei.

Die ungeschwärzte Veröffentlichung der Unterlagen hat den Skandal um Vince McMahon und die WWE noch einmal verschärft. Sie wirft Fragen nach dem Schutz von Betroffenen in laufenden Verfahren auf und verstärkt den Eindruck, dass die juristischen Auseinandersetzungen um McMahon noch lange nicht beendet sind.

8 Kommentare

  1. Werde nie verstehen, wie man noch zu Vince stehen kann… Egal was er für einen Tat, den Mist, den er verzapft, geht auf keine Kuhhaut. So ist halt die Heuchelei der Leute.

  2. Ich denke mal, dass die jenigen die bei Vince auf der Feier waren, einfach mal klar gesagt haben, solange kein Gericht ihn verurteilt hat, ist er in der USA unschuldig. Das ist ja auch in Deutschland so. Und was jemand Privat macht, kann und darf der Arbeitgeber nicht entscheiden und vorschreiben.

    • Nur das es in den Staaten leichter ist frei zu kommen, obwohl man schuldig ist, man muss nur die Jury überzeugen und dazu braucht man nur einen guten Anwalt. Sah man auch bei OJ…
      Allein was Vince alles gezahlt hat, damit vieles unterm Teppich kommt…

      • Ja, das stimmt. Vince hat sich einige Dinge erlaubt, wofür er bestraft hätte werden können. Ich weiß noch, dieser Steroidenskandall in den 80er/90er hätte ihm damals fast das Genick gebrochen. Ob das wirklich alles so stimmt, ich weiß es nicht. Sicher bin ich mir auf jeden Fall nicht, dass das alles mit rechten Dingen zuging damals. Ich kann mir aber ehrlich gesagt auch vorstellen, dass er nicht unschuldig ist.

        • Hätte Hogan damals im Gericht was dazu gesagt, wäre Vince in den Knast gegangen und die WWF/WWE wäre Geschichte gewesen.

          • Stimmt das gab Hogan viele Jahre später auch zu, zumindest indirekt. Er meinte irgendwas von, er hätte Vince den Hintern gerettet und jedem war klar was gemeint war.

            Wieso wäre die WWF Geschichte gewesen? Meinst nicht, das da jemand eingesprungen wäre? Die WWF war damals schon ziemlich gut aufgestellt. Ob die WWF dann ähnlich mega groß geworden wäre, kann ich nicht sagen, möglich aber auch unwahrscheinlich. Das werden wir nie herausfinden.

            @Franky
            Deswegen sehe ich es mit Vince ein bisschen kritisch. Würde einer meiner Freunde so agieren, würde ich mit ihm nix mehr zu tun haben wollen, da es komplett gegen meine Grundsätze geht. Und Vince wurde auch nicht harmloser, lass nur die Hälfte der Anschuldigungen wahr sein, so ist es immer noch mehr als genug Mist.

  3. @Wrestling1984
    Wenn Vince in den Knast gegangen wäre, wer hätte übernehmen sollen? Das funktioniert heute ganz gut, aber damals, glaube ich, hätte es niemanden gegeben. Ich glaube, das wäre mit einem Urteil gegen Vince nicht zu Ende gewesen. Man hätte die komplette WWE von Seiten der Behörden und Presse auf den Kopf gestellt und keinen Stein auf den anderen gelassen. Die Medien hätten die aufgepumpten Talente gejagt usw. Die Sponsoren hätten sich zurückgezogen, denn kein Unternehmen will mit sowas in Verbindung gebracht werden, und die TV‑Verträge hätten sich sicherlich auch in Luft aufgelöst.

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