Umstrittenes Trick Williams-Shirt verschwindet aus dem WWE Shop: Jonathan Coachman kritisiert den Freigabeprozess

Trick Williams steht sichtlich wütend im Ring

Ein neues Merchandise-Design rund um Trick Williams hat innerhalb kürzester Zeit deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommen, als WWE vermutlich beabsichtigt hatte. Was zunächst wie eine weitere Umsetzung eines bekannten Catchphrases wirkte, entwickelte sich schnell zu einer Debatte über Geschmack, kulturelle Sensibilität und die internen Abläufe hinter WWE-Merchandise.

WWE entfernt neues Trick-Williams-Shirt nach heftiger Kritik

WWE Shop veröffentlichte am Montag ein neues Shirt von Trick Williams, das sich auf dessen bekannten Ausdruck „Lemon Pepper Steppers“ bezog. Auf dem Motiv war ein weißer Schuh zu sehen, der von Chicken Wings umgeben war. Zusätzlich waren Sauce und weitere Designelemente eingebaut. Schon kurz nach der Veröffentlichung verbreitete sich das Motiv in den sozialen Medien. Ein Teil der Fans kritisierte das Shirt als rassistisch oder zumindest kulturell unsensibel. Im Mittelpunkt der Diskussion stand vor allem die Kombination eines schwarzen WWE-Stars mit Fried-Chicken-Motiven, die in den USA mit einer langen Geschichte rassistischer Stereotype verbunden ist.

Andere Fans interpretierten das Design weniger drastisch und bezeichneten es vor allem als misslungen oder geschmacklos. Die Reaktionen waren damit nicht einheitlich, die Kritik nahm jedoch schnell deutlich an Fahrt auf. Weniger als 24 Stunden nach der Veröffentlichung war das Shirt nicht mehr im WWE-Shop erhältlich. Bislang hat die WWE nicht öffentlich erklärt, weshalb das Produkt entfernt wurde. Auch Trick Williams hat sich bislang nicht dazu geäußert, ob er das Design vorab gesehen oder in irgendeiner Form an dessen Entstehung mitgewirkt hat.

Die Chicken-Wing-Idee hat einen direkten Bezug zu Tricks eigener Erklärung

Der Hintergrund des Designs ist allerdings komplizierter, als es die erste Reaktion vermuten lässt. Trick Williams selbst hat den Begriff „Lemon Pepper Steppers“ in der Vergangenheit mehrfach erklärt. Damit beschreibt er nicht nur seine Schuhe, sondern auch den besonderen Stil und die Ausstrahlung, die für ihn zu seinem Auftreten gehören. In Interviews verglich er diesen zusätzlichen Effekt sinngemäß mit einer guten Soße, die einem Gericht erst den entscheidenden Kick verleiht.

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In Interviews verwendete er dabei selbst Vergleiche mit Chicken Wings und bekannten Restaurantketten. Er erklärte, dass Soße einen trockenen Chicken Wing aufwerte und seine „Lemon Pepper Steppers“ auf ähnliche Weise seinen Swagger auf das nächste Level bringen würden. Das spricht dafür, dass die Chicken-Wing-Darstellung auf dem Shirt nicht ohne Bezug zu Tricks eigenen Aussagen gewählt wurde. Gleichzeitig erklärt das nicht automatisch, weshalb WWE die visuelle Umsetzung in genau dieser Form freigab oder ob mögliche kulturelle Assoziationen bei der Gestaltung berücksichtigt wurden.

Jonathan Coachman nimmt Trick Williams aus der Verantwortung

Der frühere WWE-Kommentator Jonathan Coachman hat sich inzwischen ebenfalls zu der Kontroverse geäußert und das Shirt scharf kritisiert. Bei „Two Count Tuesday“ zeigte er sich fassungslos darüber, dass das Design überhaupt veröffentlicht worden sei. Gleichzeitig stellte Coachman ausdrücklich infrage, ob Trick Williams für das fertige Produkt verantwortlich gemacht werden sollte. Aus seiner eigenen WWE-Erfahrung erklärte er, dass gerade jüngere Talente häufig froh seien, überhaupt offizielles Merchandise zu bekommen. Ein eigener WWE-Artikel im Shop sei keineswegs selbstverständlich. Deshalb seien Wrestler nicht immer in der Position, einen ersten Entwurf konsequent abzulehnen.

Coachman verwies in diesem Zusammenhang auf Karrion Kross. Dieser hatte in der Vergangenheit selbst darüber gesprochen, wie schwierig es gewesen sei, sein Merchandise bei WWE-Veranstaltungen in größerem Umfang angeboten zu bekommen. Nach Coachmans Einschätzung müsste deshalb vielmehr geklärt werden, wer das Trick-Williams-Design entwickelt und schließlich freigegeben habe. Die Verantwortung liege aus seiner Sicht eher bei den zuständigen Merchandise- und Creative-Abteilungen als beim Wrestler selbst.

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Triple H verstand den Ausdruck selbst nicht

Durch eine frühere Aussage von Paul „Triple H“ Levesque erhält die Diskussion eine zusätzliche Ebene. Der WWE-Chefcontent Officer hatte bereits vor einigen Monaten in einem Interview eingeräumt, dass er selbst nicht genau weiß, was Trick Williams mit „Lemon Pepper Steppers“ meint. Dabei ging es allerdings nicht um Kritik an Williams. Vielmehr machte Triple H deutlich, dass er dessen Sprache und Persönlichkeit nicht künstlich schreiben oder verändern wolle. Gerade Tricks authentische Ausdrucksweise sei ein wichtiger Teil seiner Präsentation.

Coachman griff genau diesen Punkt auf. Für ihn wirft es Fragen auf, dass der Leiter des kreativen WWE-Bereichs den Ausdruck nach eigener Aussage nicht vollständig verstand, während später ein offizielles Merchandise-Produkt mit einer sehr konkreten visuellen Interpretation davon erschien.

Nicht die erste WWE-Kontroverse um ein Shirt-Design

Der aktuelle Fall erinnert einige Beobachter an die Kontroverse um Jordan Myles im Jahr 2019: Damals kritisierte der heutige ACH ein WWE-Shirt, dessen Gestaltung seiner Ansicht nach an rassistische Blackface- beziehungsweise Sambo-Darstellungen erinnerte. Auch dieses Produkt wurde später aus dem Shop entfernt.

Beide Fälle sollten jedoch nicht gleichgesetzt werden. Bei Trick Williams gibt es mit seiner eigenen Chicken-Wing-Metapher einen direkten inhaltlichen Bezug zum Motiv. Die aktuelle Kritik richtet sich dagegen eher gegen die konkrete visuelle Umsetzung und die Frage, ob die WWE bei der Freigabe mögliche rassistische Assoziationen ausreichend berücksichtigt hat. Wie Trick Williams die Situation selbst bewertet, bleibt bislang offen.

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