Roman Reigns über die nächste WWE-Ära und warum Cody Rhodes für ihn herausragt

Cody Rhodes und Roman Reigns stehen sich im WWE-Ring gegenüber und halten gemeinsam eine schwarze Mappe zwischen sich, während sie sich ernst ansehen

Roman Reigns hat in seiner WWE-Karriere nahezu jede denkbare Rolle ausgefüllt. Heute betrachtet der langjährige Topstar seine Position jedoch aus einem anderen Blickwinkel und beschäftigt sich zunehmend mit der Frage, was nach seiner eigenen Ära kommen soll.

Roman Reigns erklärt, was einen echten WWE-Franchise-Star ausmacht

Im Gespräch mit Complex sprach Reigns ausführlich darüber, welche Voraussetzungen ein Wrestler erfüllen müsse, um nicht nur kurzfristig im Main Event zu stehen, sondern tatsächlich zum Gesicht der WWE zu werden. The Rock bezeichnete er dabei ausdrücklich als Ausnahmeerscheinung. Dessen Aufstieg sei so außergewöhnlich verlaufen, dass sich daraus kaum ein allgemeines Muster ableiten lasse. Als realistischere Beispiele nannte Reigns John Cena und sich selbst. In beiden Fällen hat es ungefähr ein Jahrzehnt gedauert, bis sie dauerhaft jene Position erreicht hatten, in der sie das Unternehmen nach außen repräsentierten.

Dabei gehe es nach Ansicht von Reigns um weit mehr als gute Matches oder starke Publikumsreaktionen. Ein Franchise-Star müsse Woche für Woche zuverlässig liefern können, auch unter schwierigen Bedingungen, bei Erschöpfung oder wenn der eigene Körper eigentlich eine Pause verlange. WWE sei inzwischen eine Milliardenmaschine. Wer deren Aushängeschild sein wolle, müsse deshalb nicht nur Talent besitzen, sondern langfristig beweisen, dass er diese Verantwortung tragen könne.

Cody Rhodes erhält außergewöhnliches Lob von Roman Reigns

Auf die heutige Generation angesprochen, hob Reigns anschließend einen Namen besonders hervor: Cody Rhodes. Nach seiner Einschätzung gebe es derzeit nur einen Wrestler, der bereits bewiesen habe, das sprichwörtliche Banner der WWE tatsächlich tragen zu können, und das sei Cody. Die Aussage ist bemerkenswert, gerade wegen der gemeinsamen Geschichte beider Männer. Rhodes beendete bei WrestleMania 40 Reigns‘ historische Undisputed-WWE-Championship-Regentschaft und wurde anschließend selbst zu einer der zentralen Figuren des Unternehmens.

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Reigns erklärte allerdings nicht, dass andere aktuelle WWE-Stars grundsätzlich ungeeignet seien. Vielmehr sieht er Rhodes als denjenigen an, der bereits gezeigt habe, dass er die enorme Verantwortung eines dauerhaften Unternehmensgesichts bewältigen könne. Für jüngere Talente müsse dieser Beweis erst über einen längeren Zeitraum erbracht werden.

Reigns sieht sich zunehmend als Unterstützung für die nächste Generation

Seine eigene Rolle betrachtet Reigns inzwischen ebenfalls anders als noch während der Hochphase seiner historischen Titelregentschaft. Er erklärte, dass er zunehmend darüber nachdenke, wie er jüngeren Wrestlern dabei helfen könne, den nächsten Schritt zu machen. Dabei zog er indirekt einen Vergleich zu früheren Veteranen wie dem Undertaker, die über viele Jahre nahezu permanent im Locker Room präsent waren und dort eine Art Mentorrolle einnehmen konnten.

Durch seinen inzwischen deutlich reduzierten Terminplan könne Reigns diese Funktion nicht auf dieselbe Weise erfüllen. Stattdessen sieht er gemeinsame Matches als Möglichkeit, seine Erfahrung weiterzugeben. Ein Wrestler, der mit ihm im Ring stehe, bekomme nach seiner Einschätzung die bestmögliche Version von Roman Reigns und könne dadurch zusätzlichen Wert gewinnen.

Gleichzeitig machte er deutlich, dass auch er niemanden aus dem Nichts zum Superstar machen könne. Das betreffende Talent müsse bereits eine besondere Qualität besitzen. Seine Aufgabe bestehe dann darin, diese Stärken sichtbar zu machen und weiter zu vergrößern.

„Phasing out“ bedeutet für Reigns keinen baldigen Abschied

Besonders viel Aufmerksamkeit dürfte eine weitere Formulierung aus dem Interview erhalten. Reigns erklärte, dass er sich langsam in einer Phase befinde, in der er als dauerhaftes Zentrum der WWE zurücktrete, während jüngere Stars zunehmend das Ruder übernähmen. Von einem unmittelbar bevorstehenden Karriereende kann allerdings keine Rede sein.

Im Gegenteil: Reigns sieht gerade in der Entwicklung der nächsten Generation neue Möglichkeiten für seine eigene Zukunft. Wenn heutige Nachwuchs- oder aufstrebende Stars in den kommenden Jahren genügend Bedeutung aufbauen, könnten daraus neue große Rivalitäten entstehen, die aktuell noch gar nicht möglich seien.

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Reigns stellte sogar die hypothetische Frage, was passieren könne, wenn ein solcher Wrestler in fünf Jahren auf den Tribal Chief treffe. Sollte er körperlich weiterhin in guter Verfassung sein und seinen Teil erfüllen, könne daraus noch einmal ein größerer Run entstehen, mit dem heute noch niemand rechne.

Neue Titel sind für Roman Reigns nicht mehr der wichtigste Antrieb

Auch seine persönlichen Ziele haben sich verändert. Eine weitere Championship-Regentschaft sei nicht automatisch das, was ihn inzwischen am stärksten motiviere. Reigns interessiert sich vielmehr für Storylines, Kontinuität und Details aus früheren Rivalitäten, die später noch einmal aufgegriffen werden könnten.

Er bezeichnete sich selbst als äußerst detailorientiert, wenn es um Storytelling gehe. Besonders gefallen ihm Situationen, in denen frühere Ereignisse Jahre später wieder Bedeutung erhalten oder Storylines auf nachvollziehbare Weise miteinander verbunden werden.