Triple H über WWE-Übergang: Vince McMahons Rolle und wechselnde Pläne

Triple H und Vince McMahon stehen sich gegenüber

In einem Gespräch mit Cody Rhodes in dessen Podcast „What Do You Wanna Talk About?“ hat Paul „Triple H“ Levesque erstmals detailliert beschrieben, wie der Führungswechsel bei WWE tatsächlich ablief. Dabei wird deutlich, dass Vince McMahon trotz seines Rückzugs weiterhin Einfluss ausübte. Die Aussagen gewähren einen seltenen Einblick in die komplexe Übergangsphase und erklären, warum Entscheidungen hinter den Kulissen nicht immer eindeutig zuzuordnen waren.

Kein klarer Moment der Machtübernahme

Ausgangspunkt war eine Frage von Cody Rhodes, ob WrestleMania 40 seine erste vollständige Show als Chief Content Officer gewesen sei. Triple H machte jedoch deutlich, dass es keinen klaren Schnitt gegeben habe.

„Ich denke schon. Aber es war nicht so, dass es einen klaren Zeitpunkt gab, an dem einfach alles an mich übergeben wurde und damit abgeschlossen war. Stattdessen lief das Ganze schrittweise ab. Vince zog sich zwar offiziell zurück und ich übernahm seine Rolle, aber er war weiterhin eingebunden, traf sich regelmäßig mit mir und hatte auch aus dem Hintergrund weiterhin Einfluss. Einen eindeutigen Moment, an dem man sagen konnte, ab jetzt liegt alles vollständig bei mir, gab es nicht.“

Diese Beschreibung zeigt, dass der Wechsel an der Spitze kein klar definierter Prozess war, sondern schrittweise erfolgte, während McMahon weiterhin im Hintergrund aktiv blieb.

Schwierige Verantwortung hinter den Kulissen

Die fehlende klare Trennung führte laut Triple H zu Herausforderungen bei der Verantwortungszuordnung. Entscheidungen wurden nicht immer ausschließlich von ihm getroffen, mussten aber dennoch von ihm vertreten werden.

„Das Schwierige an diesem Übergang ist, dass man am Ende trotzdem als Verantwortlicher wahrgenommen wird. Wenn Leute fragen: ‚Ist das nicht deine Entscheidung?‘, dann lautet die Antwort im Grunde: ja. Gleichzeitig muss man Entscheidungen vertreten und nach außen erklären, auch wenn sie nicht zu hundert Prozent der eigenen Meinung entsprechen. Gerade wenn dann die Frage kommt: ‚Warum ist das passiert?‘, muss man dafür geradestehen.“

Er machte deutlich, dass es für ihn keine Option war, sich öffentlich von Entscheidungen zu distanzieren.

„Man sollte nach außen nicht sagen: ‚Das war nicht komplett meine Entscheidung.‘ Dabei geht es nicht darum, so zu tun, als hätte man keine Kontrolle oder keinen Einfluss. Vielmehr ist es wichtig, Verantwortung zu übernehmen und die Entscheidung entsprechend zu vertreten. Auch wenn im Hintergrund mehrere Personen beteiligt sind, muss man es so darstellen, als würde man voll dahinterstehen. Genau so sehe ich das auch.“

Warum WWE-Storylines oft unvorhersehbar wirken

Triple H ging auch darauf ein, warum kreative Entscheidungen aus Sicht der Zuschauer manchmal widersprüchlich erscheinen. Er betonte, dass zahlreiche Faktoren eine Rolle spielen, die von außen nicht sichtbar sind.

„Das Ganze ist einfach sehr komplex. Es gibt viele Faktoren, die eine Rolle spielen, ähnlich wie im normalen Alltag. Man hat vielleicht eine klare Vorstellung davon, wie etwas im Idealfall ablaufen sollte, aber in der Realität lässt sich das oft nicht genauso umsetzen. Es gibt immer Gründe, die dagegen sprechen. Manchmal sind es ganz einfache Dinge, zum Beispiel wenn sich zwei Personen nicht verstehen. In anderen Fällen weiß ich, dass jemand eine Verletzung hat, die man nicht öffentlich machen kann, auch wenn das eigentlich Einfluss auf den Ablauf oder bestimmte Entscheidungen hat.“

Auch auf Kritik am Booking reagierte er mit einem klaren Hinweis auf die Komplexität der Prozesse.

„Es gibt unglaublich viele Faktoren, die dabei eine Rolle spielen. Von außen wirkt vieles oft deutlich einfacher, als es tatsächlich ist. Viele fragen sich: ‚Warum machen sie (die WWE) das nicht einfach so?‘, aber in der Realität ist es eben nicht so leicht umzusetzen. Hinter jeder Entscheidung stehen verschiedene Einflüsse und Abwägungen, die man berücksichtigen muss. Ehrlich gesagt wünschte ich mir selbst, dass es so einfach wäre, wie es für viele wirkt.“

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