Tony Khan verteidigt AEWs Identität und spricht über Storytelling, Cody Rhodes und Mercedes Moné

Tony Khan sichtlich angespannt am AEW Mikrofon

Tony Khan hat sich Ende Dezember 2025 in mehreren Interviews ausführlich zur kreativen und sportlichen Ausrichtung von All Elite Wrestling geäußert. Dabei nahm er Stellung zu drei zentralen Diskussionen rund um AEW. Im Fokus standen der Vorwurf mangelnden langfristigen Storytellings, die Rolle von Veteranen im Kader sowie die öffentliche Kritik an der dominanten Titelphase von Mercedes Moné. Khan nutzte die Gespräche, um die Philosophie der Promotion zu erläutern, und wies entsprechende Kritik entschieden zurück.

Tony Khan über Storytelling und Wrestling bei AEW

Im Gespräch mit Jon Alba reagierte Tony Khan auf die häufig geäußerte Kritik, AEW liefere zwar hochklassige Matches, erzähle jedoch keine langfristigen Geschichten. Khan widersprach dieser Darstellung deutlich und betonte, dass Storytelling und Wrestling bei AEW untrennbar miteinander verbunden seien: „Ich denke, es ist das Beste für AEW, Geschichten zu erzählen und Wrestling-Matches zu veranstalten, deren Schwerpunkt am besten als authentisch für AEW beschrieben werden kann“, erklärte Khan.

Auf die Frage, was genau er unter einer für AEW authentischen Präsentation verstehe, verwies Khan auf die Anfangsjahre der Promotion. Er hob hervor, dass AEW von Beginn an für starke Matches, emotionale Entwicklungen und langfristige Charakterbögen gestanden habe: „Es gibt großartige Geschichten, über die AEW-Fans lange sprechen könnten, wenn sie darauf hinweisen möchten, dass es in der Anfangszeit von AEW viele Geschichten gab. Hangman und Kenny sind ein gutes Beispiel dafür. Wenn man sich einige dieser frühen Shows ansieht, kann man erkennen, wie großartig das Wrestling und wie großartig das Fernsehen waren.“

Khan führte weiter aus, dass AEW im Jahr 2025 bewusst noch stärker auf diese Grundprinzipien gesetzt habe. Dabei gehe es nicht darum, andere Wrestling-Unternehmen zu imitieren, sondern den eigenen Stil konsequent weiterzuentwickeln: „Dieses Jahr habe ich versucht, sicherzustellen, dass die Präsentation authentisch für AEW ist, ohne zu versuchen, wie andere Wrestling-Unternehmen zu sein. Wir können das Beste aus dem Wrestling herausholen, das wir haben, und uns auf die Charaktere konzentrieren und ihre Beziehungen untereinander, während wir den Fokus weiterhin auf das Wrestling legen.“

Für Khan stehe fest, dass großartige Matches selbst Geschichten erzählen können und nicht zugunsten klassischer Story-Strukturen zurückgestellt werden müssten: „Man muss nicht auf Wrestling verzichten, um großartige Geschichten zu erzählen, und das haben wir 2025 bewiesen. Ich denke, wir hatten mehr großartige Wrestling-Matches im Fernsehen und bei Pay-per-Views und haben interessantere Geschichten erzählt.“

Welche Anforderungen Veteranen bei AEW erfüllen müssen

Bei „The Takedown“ von Sports Illustrated sprach Tony Khan über den Umgang mit erfahrenen Wrestlern und Legenden. Dabei machte er unmissverständlich klar, dass AEW keine Verträge aus rein nostalgischen Gründen vergebe. Entscheidend sei stets die sportliche Leistungsfähigkeit. Als positives Beispiel nannte Khan Sting, dessen Zeit bei AEW aus seiner Sicht auf höchstem Niveau stattgefunden habe: „Sting hat auf sehr hohem Niveau gewrestelt. Ich würde niemals behaupten, dass Sting nicht auf dem Niveau der Topstars bei AEW gewrestelt hat. Sting hat auf höchstem Niveau gewrestelt.“

Khan unterstrich, dass die AEW-Fan-Community unabhängig von Namen oder Karrierehistorie Spitzenleistungen erwarte: „Wenn jemand zu AEW kommt, erwartet man, dass er auf hohem Niveau wrestlet. Wrestling auf hohem Niveau ist der Standard. Ich habe nie Wrestler geholt, von denen ich nicht glaubte, dass sie die Erwartungen der AEW-Fans erfüllen könnten.“

Besonders hob Khan die Zusammenarbeit zwischen Sting und Darby Allin hervor. Diese Partnerschaft habe entscheidend dazu beigetragen, dass Sting Matches auf einem Niveau bestritten habe, das viele nicht mehr erwartet hätten: „Sting kam als einer der größten Wrestler aller Zeiten hierher, war in Topform und sagte: ‚Ich möchte wrestlen und ich möchte das wirklich tun.‘ Und ich dachte, dass Darby Allin der perfekte Partner für ihn wäre. Darby verkörpert die Standards von AEW im Ring und übertrifft alle meine Erwartungen. Er hat diese Mentalität auch auf Sting übertragen.“

Dabei sei es nie darum gegangen, dass jeder Veteran denselben Stil zeigen müsse wie ein aktiver Topstar: „Nicht jeder muss genau denselben Stil wrestlen. Niemand hat gesagt, dass Sting rausgehen und versuchen muss, Will Ospreay zu besiegen. Wir wollten nur, dass er hinausgeht und sein Bestes als Sting gibt. Und er hat mehr geleistet, als sich irgendjemand hätte vorstellen können.“

Khan stellte klar, dass AEW für erfahrene Talente offen sei, sofern die Rahmenbedingungen stimmten: „Wenn die Umstände stimmen und jemand ein wirklich großartiger Wrestler ist, dann ist AEW ein großartiges Zuhause für ihn.“

Tony Khan über Cody Rhodes und die heutige Beziehung

In einem weiteren Interview mit dem Radiosender Q101 äußerte sich Tony Khan positiv über Cody Rhodes. Anlass waren frühere Aussagen von Rhodes, der im Bill Simmons Podcast angedeutet hatte, dass es während seiner Zeit bei AEW durchaus Meinungsverschiedenheiten gegeben habe.

Khan betonte jedoch, dass das Verhältnis zwischen beiden auch nach Rhodes’ Wechsel stets respektvoll geblieben sei. Öffentliche Aussagen von Rhodes seien überwiegend wohlwollend gewesen, und sein Beitrag zum Aufbau von AEW werde intern anerkannt. Persönliche Begegnungen nach seinem Abgang seien nach Khans Darstellung immer freundlich verlaufen.

Cody Rhodes war als Gründungsmitglied und zentrale Figur maßgeblich am Aufbau von AEW beteiligt, ehe er 2022 zur WWE zurückkehrte. Dort zählt er inzwischen zu den Top-Stars und steht regelmäßig im sportlichen Mittelpunkt.

Dynamite, Collision und die Zukunft internationaler AEW-Events

Im selben Interview gewährte Tony Khan zudem Einblicke in seine Herangehensweise an die beiden wichtigsten AEW-TV-Formate. Während er bei Dynamite die minutengenaue Entwicklung der Einschaltquoten genau beobachte, verstehe er Collision in erster Linie als hochwertige Wrestling-Show für besonders engagierte Fans. Kurzfristige Einschaltimpulse spielten dort eine untergeordnete Rolle.

Dynamite bleibe das Flaggschiff der Promotion, während Collision seit 2023 als zweitwichtiges Format etabliert sei. Khan ermutigte die Fan-Community, die Begeisterung für Collision weiterzutragen und so neue Zuschauer zu gewinnen.

Außerdem bestätigte Khan, dass es im Jahr 2026 eine Neuauflage von AEW Grand Slam Mexico geben werde. Die gemeinsam mit CMLL ausgerichtete Veranstaltung in der Arena Mexico habe sich 2025 als großer Erfolg erwiesen und solle künftig fester Bestandteil des AEW-Eventkalenders werden. Die Partnerschaft mit CMLL bezeichnete Khan als äußerst positiv und deutete an, langfristig auch weitere Städte in Mexiko in Betracht zu ziehen.

Tony Khan verteidigt Mercedes Monés Titelphase

In dem Interview mit Jon Alba reagierte Tony Khan außerdem auf die Behauptung, Mercedes Moné habe während ihrer dominanten Titelphase andere Wrestlerinnen unterdrückt. Diese Vorwürfe wies Khan entschieden zurück: „Die Zusammenarbeit mit Mercedes ist großartig, und ich war fest entschlossen, Mercedes aufzubauen und dafür zu sorgen, dass Mercedes weiter gewinnt und gewinnt und gewinnt.“

Khan erklärte, dass die langfristige Planung von Beginn an vorgesehen habe, dass diese Phase nicht dauerhaft sein würde. Als entscheidenden Moment nannte er das Match gegen Toni Storm: „Dann kam endlich dieses Match. Mercedes gegen Toni Storm. Die TBS-Championesse gegen die World Champion um den World Championship Titel. Und Timeless Toni Storm holte sich diesen großartigen Sieg.“

Der AEW-Präsident betonte, dass dieses Match bewusst als großes Duell zweier Topstars aufgebaut worden sei und keineswegs dem Zweck gedient habe, andere Talente kleinzuhalten. Vielmehr sei es Teil einer langfristigen Entwicklung gewesen: „Die beiden haben eine unglaubliche Chemie. Ich würde erwarten, dass sie später wieder zusammenarbeiten, denn sie sind zwei unserer größten Stars. Da steckt so viel Potenzial drin.“

Khan machte deutlich, dass Monés Titelphase nicht auf Ego oder kreative Kontrolle zurückzuführen gewesen sei, sondern auf eine geplante sportliche und narrative Entwicklung innerhalb der Womens Division.

Unabhängig von der grundsätzlichen Debatte um ihre Titelphase stand Mercedes Moné zum Jahresende 2025 erneut im sportlichen Fokus. Bei AEW Dynamite: New Year’s Smash setzte sie ihre TBS Championship gegen Willow Nightingale aufs Spiel. Das Titelmatch war Teil der letzten Dynamite-Ausgabe des Jahres und fügte sich nahtlos in die laufende Entwicklung der Frauen-Division ein, ohne vorab ein Ergebnis vorwegzunehmen.

Wer erfahren möchte, wie sich dieses Aufeinandertreffen entwickelt hat und welche weiteren Ereignisse die Show geprägt haben, findet alle Details in der vollständigen Berichterstattung zur Veranstaltung.

Siehe dazu: AEW Dynamite „New Year’s Smash“: Alle Ergebnisse & Videos aus Omaha, Nebraska (31.12.2025)

1 Kommentar

  1. Schöne Interviews und man merkt halt auch, dass sie deutlich an Erfahrung gewonnen haben im Umgang mit Medien und Aufbau der Liga. Es wird von Jahr zu Jahr besser.

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