Tony Khan hat in der „Coach and Bro Show“ umfassende Einblicke in mehrere zentrale Themen rund um All Elite Wrestling gegeben. Dabei äußerte sich der AEW-Präsident sowohl zu seinem früheren Versuch, die WWE zu erwerben, als auch zu Gesprächen mit Shane McMahon, zur strategischen Ausrichtung von AEW sowie zur Entscheidung von Chris Jericho, beim Unternehmen zu bleiben.
Tony Khan erklärt seinen Versuch, die WWE zu kaufen
Aus zuvor veröffentlichten Gerichtsunterlagen ging hervor, dass das Unternehmen von Tony Khan im Jahr 2023 zu den Interessenten im Verkaufsprozess der WWE gehörte, was bereits zuvor thematisiert wurde. Khan bestätigte diese Beteiligung inzwischen selbst und stellte klar, dass es sich dabei nicht lediglich um ein loses Interesse gehandelt habe, sondern um eine ernsthafte Überlegung, die sich aus der damaligen Marktsituation ergeben habe.
In diesem Zusammenhang führte er weiter aus, dass er konkret darüber nachgedacht habe, ein eigenes Angebot abzugeben, um sich eine Beteiligung zu sichern. Die damals im Raum stehende Bewertung von 6,9 Milliarden US-Dollar habe er als angemessen eingeschätzt. Rückblickend räumte Khan ein, dass er es bereut hätte, kein Angebot eingereicht zu haben, falls die WWE letztlich zu einem niedrigeren Preis verkauft worden wäre. Letztlich erhielt jedoch Endeavor den Zuschlag mit einem Angebot in Höhe von 8,5 Milliarden US-Dollar. Im Anschluss kam es zu Klagen von Aktionären gegen Vince McMahon, denen zufolge er den Verkaufsprozess zu seinem eigenen Vorteil beeinflusst haben soll.
Khan erklärte zudem, dass er den Ablauf des Bietprozesses respektiere und sich bewusst zurückhalte, wenn es um Details gehe. Er deutete dennoch an, dass hinter den Kulissen mehr passiert sein könnte, ohne konkrete Vorwürfe zu formulieren. Für ihn sei die Entscheidung, ein Angebot abzugeben, vor allem eine logische Konsequenz der damaligen Umstände gewesen.
Treffen mit Shane McMahon verlief ohne konkrete Perspektive
Ein weiteres Thema war das viel diskutierte Treffen zwischen Tony Khan und Shane McMahon in der Nähe des Flughafens von Arlington. Nachdem zuvor Spekulationen über mögliche AEW-Pläne entstanden waren, schilderte Khan nun seine Sicht auf die Begegnung. Er erklärte, dass der Kontakt von Shane McMahon ausgegangen sei und dieser selbst ein Treffen angeregt habe.
„Ich hatte ein wirklich nettes Gespräch mit Shane. Shane hat sich bei mir gemeldet und gesagt, er würde sich gerne mit mir treffen, und gefragt, wo ich gerade sein würde. Ich war gerade in Dallas – wir hatten Auftritte in Arlington, Texas – und ich sagte: ‚Ja, dort werden wir sein.‘“
Das Gespräch selbst beschrieb Khan als positiv, stellte jedoch klar, dass es bei diesem einen Treffen geblieben sei und keine weiteren Schritte folgten.
„Wir hatten ein gutes Gespräch. Wir haben uns ein paar Stunden lang am Flughafen unterhalten. Aber ich hatte nur dieses eine wirklich nette Gespräch mit ihm.“
Als entscheidenden Punkt nannte Khan, dass er nicht den Eindruck gehabt habe, dass McMahon an einer aktiven Rolle im AEW-Programm interessiert gewesen sei.
„Er wirkte auf mich wie eine interessante Persönlichkeit, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass ihn eine Rolle als Performer in einer Wrestling-Show wirklich angesprochen hat. Ich glaube nicht, dass er mit der Absicht in das Gespräch gegangen ist: ‚Ich möchte eine Figur in seiner Show werden.‘“
Strategiewechsel bei AEW im Umgang mit WWE
Khan sprach außerdem über die Entwicklung von AEW und erklärte, warum das Unternehmen heute anders mit der WWE umgeht als noch in der Anfangsphase. Während AEW zu Beginn stärker auf einen rebellischen Ton gesetzt habe, sei diese Phase inzwischen abgeschlossen.
„Ich habe meine Herangehensweise geändert. Zu Beginn von AEW herrschte wirklich ein sehr kollektiver Rebellengeist. Jetzt denke ich, dass AEW fest etabliert ist und die Leute wissen, dass AEW ein wirklich hochwertiges Produkt bietet.“
Er machte deutlich, dass sich auch seine persönliche Strategie verändert habe und er neue Wege gehe, um das Unternehmen weiterzuentwickeln.
„Ich möchte meine Fangemeinde zwar vergrößern, aber die Art und Weise, wie ich das heute angehe, unterscheidet sich von der, wie ich es vor sechs oder sieben Jahren getan hätte.“
Khan machte deutlich, dass es aus seiner Sicht keinen festen oder einheitlichen Weg zum Erfolg gibt und er bewusst seinen eigenen Ansatz verfolgt. Gleichzeitig zeigte er sich offen für externe Impulse, betonte jedoch, dass er nicht jede Idee übernimmt. Stattdessen habe er seine Strategie im Laufe der Zeit weiterentwickelt und setze inzwischen verstärkt auf einen respektvollen und zurückhaltenderen Umgang, der bei seinem Publikum positiv wahrgenommen werde.
Im weiteren Verlauf stellte Khan diesen Wandel als eine persönliche Entwicklung dar, die sich für ihn als erfolgreich erwiesen habe. Er machte deutlich, dass ihm ein freundlicher und respektvoller Umgang in den letzten Jahren zunehmend geholfen habe und er diesen Ansatz inzwischen häufiger bewusst verfolgt.
Chris Jerichos Entscheidung für AEW im Detail
Ein weiterer zentraler Punkt war die Zukunft von Chris Jericho. Nach Spekulationen über eine mögliche Rückkehr zur WWE erklärte Khan, dass Jericho letztlich bewusst den Verbleib bei AEW gewählt habe.
„Chris Jericho hatte die Wahl, und er hat sich bewusst dafür entschieden, bei AEW zu bleiben. Am besten kann er das selbst erklären, aber ich stand mit ihm in Kontakt und er hat mir ganz klar gesagt, dass er an diesem Tag in Winnipeg für AEW auftreten möchte.“
Khan machte deutlich, dass diese Entscheidung bereits länger vorbereitet worden sei und nicht kurzfristig entstanden sei.
„Das Thema hatten wir schon seit längerer Zeit im Blick, bereits seit dem vergangenen Jahr. Am Ende war es jedoch Chris’ eigene Entscheidung, dass er lieber bei AEW bleiben wollte, anstatt woanders aufzutreten.“
Khan machte deutlich, dass bei der Entscheidung nicht nur vertragliche Aspekte eine Rolle spielten, sondern vor allem persönliche Überzeugungen ausschlaggebend waren. Er stellte heraus, dass Jericho bewusst und konsequent den Weg gewählt habe, bei AEW zu bleiben.
Zudem wurde klargestellt, dass Jericho zu diesem Zeitpunkt vertraglich nicht gebunden war und somit frei über seine Zukunft entscheiden konnte. Daraus ergibt sich, dass sein Verbleib bei AEW auf einer eigenständigen Entscheidung beruhte, obwohl auch andere Optionen zur Verfügung standen.
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