Tony Khan bezieht Stellung: Sicherheit, Showlänge und die Zukunft von AEW

Tony Khan begrüßt die Fans gut gelaunt mit einem Mikrofon in der Hand auf der Stage

Die Nachwirkungen von AEW Worlds End beschäftigen All Elite Wrestling weiterhin auf mehreren Ebenen. In verschiedenen Interviews sprach AEW-Präsident Tony Khan über die Sicherheitsdiskussion nach einem umstrittenen Match, über wiederkehrende Kritik an der Länge der Pay-Per-Views sowie über die Zukunft der Liga im Zuge der aktuellen Unsicherheiten rund um Warner Bros. Discovery.

Diskussion um riskante Aktionen nach Moxley gegen Fletcher

Während des Continental Classic Halbfinales bei AEW Worlds End kam es zu einem Moment, der innerhalb der Wrestling-Community große Besorgnis auslöste. Jon Moxley setzte Kyle Fletcher mit einem Avalanche Sleeper Suplex zu Boden, bei dem Fletcher sichtbar auf dem Nacken landete. Die Szene verbreitete sich rasch online und führte zu deutlichen Reaktionen.

William Regal äußerte sich in einem Social-Media-Beitrag besonders deutlich und warnte vor einer zunehmenden Fixierung auf riskante Manöver. Er kritisierte, dass Wrestler gefährliche Aktionen kopierten, ohne die notwendige Technik vollständig zu beherrschen. Dabei verwies er auf mögliche Langzeitfolgen wie chronische Schmerzen, schwere Nackenverletzungen oder sogar unnötige Risiken – siehe hier.

In der Mark Hoke Show wurde Tony Khan direkt auf diese Aussagen angesprochen. Der AEW-Präsident verteidigte die grundsätzliche Sicherheitskultur seines Unternehmens, ohne die Risiken des Sports zu leugnen: „Profi-Wrestler gehen immer harte und riskante Risiken ein. Das ist eines der Dinge, die das Pro-Wrestling so spannend machen. Bei AEW konnten wir all diese großartigen Events veranstalten, und wir hatten noch nie eine solche karrierebeendende Verletzung durch unser Wrestling.“

Khan führte weiter aus, dass sich AEW in dieser Hinsicht nicht von anderen Wrestling-Promotions unterscheide und es durchaus Situationen gebe, in denen eingegriffen werde: „Ich glaube nicht, dass sich AEW von anderen Wrestling-Promotern weltweit unterscheidet. Die Wrestler wollen ihr Bestes geben und manchmal greift ein Promoter ein. AEW und ich haben manchmal eingegriffen und gesagt: ‚Das kannst du nicht machen. Ich halte das für keine gute Idee.‘ Das möchte ich nicht jeden Tag oder bei jedem Match sehen, aber manchmal kommt es vor, und das ist in Ordnung.“

Dabei ordnete Khan das Thema in einen größeren sportlichen Kontext ein: „Alles, worüber Sie sprechen, sind Dinge, die man im Sport ständig abwägen muss. Nicht nur bei AEW, sondern in allen Sportarten. Man muss sich um seine Athleten kümmern und Maßnahmen zum Schutz ihrer Gesundheit und Sicherheit ergreifen, damit der Sport funktioniert.“

Trotz der öffentlichen Diskussion stellte Khan klar, dass er hinter dem Match bei Worlds End steht: „Ich fand Worlds End großartig und alles daran wunderbar. Und wenn jemand über Kyle Fletcher gegen Jon Moxley spricht, dann ist das eines meiner Lieblingsmatches aller Zeiten.“

Er ergänzte, dass die Bewertung solcher Matches immer subjektiv sei: „Das ist alles subjektiv. Das beste Match liegt immer im Auge des Betrachters. Und ich denke, dass AEW wirklich stolz darauf sein kann. Was für ein fantastisches Jahr das war. Allen unseren Wrestlern geht es gut, und was AEW 2025 erreicht hat, setzt sich auch 2026 fort.“

Weder Moxley noch Fletcher haben sich bislang öffentlich zu Regals Kritik geäußert. Khans Aussagen machen jedoch deutlich, dass AEW aktuell keinen Anlass für grundlegende Änderungen sieht.

Tony Khan widerspricht Kritik an zu langen AEW-Pay-Per-Views

In derselben Radioshow ging Khan auch auf eine weitere häufig geäußerte Kritik ein. Fans bemängeln regelmäßig, dass AEW-Pay-Per-Views zu lang seien und zu viele Matches enthielten. Moderator Mark Hoke bezeichnete dieses Thema als die häufigste Rückmeldung aus der Hörerschaft und verwies auf Berichte über Shows mit angeblich bis zu 13 Matches.

Tony Khan wies diese Darstellung ein weiteres Mal entschieden zurück und stellte klar, dass diese Zahlen nicht der Realität entsprechen: „Wir zeigen nicht so viele Matches bei einem Pay-per-View. Ich habe noch nie 13 Matches bei einem Pay-per-View gehabt. Ich weiß nicht, woher die Leute diese Information haben. So etwas ist noch nie vorgekommen.“

Hoke wies darauf hin, dass viele Zuschauer offenbar die Matches der Pre-Show mit den Matches der eigentlichen Main Card zusammenzählten. Tony Khan stimmte dieser Einschätzung zu und verwies dabei erneut auf AEW Worlds End. Er erklärte: „Ich glaube, die Leute fanden, dass AEW Worlds End, das Pay-per-View-Event mit neun Matches, eines der temporeichsten Events war und einige der besten Matches bot. Die Leute liebten das Tempo von Worlds End.“

Als weiteres Beispiel nannte Khan „AEW All In: Texas“: „Andere Events wie ‚AEW All In: Texas‘, das eine epische Show war, tragen viel zur Präsentation von AEW bei. Und ich denke, es ist wirklich unsere Pflicht, den Fans die beste Action zu bieten. AEW hat die besten Wrestler und ich liebe es, diese großartigen Stars zu präsentieren.“

Khan machte deutlich, dass jedes Match bewusst eingeplant werde und er sich nicht dafür entschuldigen werde, sein Roster umfassend zu präsentieren, solange die Reaktionen der Fans positiv ausfielen.

Vertrauen in David Zaslav trotz Unsicherheiten um Warner Bros. Discovery

Neben sportlichen Themen äußerte sich Tony Khan auch zur angespannten Medienlage rund um Warner Bros. Discovery. Angesichts anhaltender Spekulationen über mögliche Übernahmen, unter anderem durch Netflix oder Paramount, wurde Khan direkt gefragt, wie sicher die langfristige Zukunft von AEW bei TNT und TBS sei.

Khan reagierte darauf mit deutlichen Worten des Vertrauens in David Zaslav, den CEO von Warner Bros. Discovery: „Derjenige, der uns überhaupt erst in diese Lage gebracht hat, als er kam, Warner Brothers übernahm und Warner Brothers Discovery aufbaute, ist David Zaslav. Und David Zaslav war seit der Gründung von Warner Brothers Discovery immer ein großer Unterstützer von AEW.“

Er erinnerte daran, dass Zaslav persönlich die Einführung von AEW Collision genehmigt habe: „Es war seine Idee, Saturday Night Collision zu starten und uns samstagsabends zwei Stunden Sendezeit auf TNT zu geben. Ich wurde nur wenige Monate vorher informiert, und er sagte: ‚Stell eine großartige Show für samstagsabends zusammen. Wenn du willst, kannst du sie haben.‘ Und ich sagte: ‚Ja, Sir. Das würde mir sehr gefallen. Vielen Dank, Sir.‘“

Auch die Erweiterung der AEW-Präsenz auf Streaming-Plattformen ordnete Khan diesem Vertrauen zu: „Gerade als wir die Vereinbarung für diese langfristige Partnerschaft ausarbeiteten, um AEW hier bei TBS und TNT zu behalten, kam uns eine wirklich spannende Idee, nämlich AEW zu HBO Max hinzuzufügen. Und das hat sich für AEW und unsere Fans als großartig erwiesen.“

Abschließend betonte Khan, dass er trotz aller Unsicherheiten weiterhin hinter Zaslav stehe: „Was auch immer David Zaslav tut, für die Aktionäre und gemeinsam mit dem Vorstand, ich denke, es wird großartig für Warner Brothers Discovery und die Aktionäre sein. Herr Zaslav hat großartige Arbeit geleistet, und ich denke, er wird dies auch weiterhin tun.“

Die Aussagen fallen in eine Phase erneuter Übernahmeangebote für Warner Bros. Discovery. Ungeachtet dieser Entwicklungen stellt Tony Khan öffentlich klar, dass AEW derzeit weiterhin auf seinen bestehenden Medienpartner setzt.

2 Kommentare

  1. Vielleicht zaehlt Tony die Pre-Show nicht dazu aber:
    All Out 2023 hatte 13, All Out 2025 14 und Forbidden Door 2025 hatte 13 Matches auf der Card. Das sind bei mir auch nur die, die haengen geblieben sind. Vielleicht gibt es noch ein paar mehr

  2. Schon etwas Kindergartenverhalten von Tony Khan erst die Anzahl der Matches abzustreiten, um sich erst einmal erklären zu lassen, dass die Pre-Show Matches mitgezählt werden. Naja, wenn er das nötig hat. Ich finde die hohe Matchanzahl hingegen aber super. Ich sehe sehr gerne lieber viele Matches, als wenn man sich bei nur 4 oder 5 Matches, wie z.B. bei der WWE halb zu Tode langweilt, weil diese dann unnötig in die Länge gezogen werden mit schwachsinnigen Matchverläufen wie ewig lang hinlegen und liegen bleiben, weil man ja so viel Zeit übrig hat im Match. Vor allem deswegen schaue ich schon über ein Jahr gar keine WWE‑PPVs mehr. Zu wenig Matches, viel zu viel Werbung (fehlt nur noch dass auch das Atmen noch gesponsert wird von Marke XYZ…) und die WWE ist mir extrem unsympathisch geworden mit dem Verkauf von Royal Rumble und Wrestlemania nach Saudi Arabien. Man kann für Saudi Arabien gerne eigenständige Events erschaffen, aber man gibt nicht seine jährlichen traditionellen Großveranstaltungen dafür her. AEW macht das mit der Matchanzahl genau richtig!

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