Tom Brady und WWE: Debatte um möglichen WrestleMania-Auftritt zieht sich seit Wochen

Football am WWE Ring in Las Vegas bei WrestleMania

Seit mehreren Wochen sorgt ein Schlagabtausch zwischen dem ehemaligen NFL-Quarterback Tom Brady und verschiedenen WWE-Stars für Aufmerksamkeit. Ausgangspunkt der Diskussion war eine Bemerkung Bradys über die WWE, die anschließend zahlreiche Reaktionen aus der Wrestling-Welt auslöste. Parallel dazu wurde bekannt, dass es hinter den Kulissen Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit zwischen Brady und WWE gegeben haben soll.

Laut einem Bericht von WrestleVotes wurden innerhalb verschiedener WWE-Abteilungen bereits Logos, spezielles Merchandise und Branding rund um die Begriffe „T-Bone“ sowie „The Untouchable Tom Brady“ entwickelt. Dem Bericht zufolge fanden sogar im vergangenen Jahr Gespräche zwischen WWE und Bradys Umfeld statt. Dabei ging es um einen möglichen Auftritt bei WrestleMania, falls die Veranstaltung erneut in Las Vegas stattfindet.

Das Allegiant Stadium, die Heimspielstätte der Las Vegas Raiders, dient als Austragungsort. Brady ist dort als Minderheitsbesitzer beteiligt. Zusätzlich besteht eine geschäftliche Verbindung über das Unternehmen Fanatics, da Brady dort einen Merchandise-Deal besitzt und Fanatics gleichzeitig ein wichtiger Partner von WWE ist.

Nach Angaben von WrestleVotes wird ein möglicher Auftritt derzeit nicht als In-Ring-Segment betrachtet. Stattdessen geht es eher um einen Gastauftritt oder eine besondere Präsenz während der Veranstaltung. Ob ein solcher Auftritt tatsächlich zustande kommt und welche Rolle Brady dabei einnehmen könnte, bleibt zum aktuellen Zeitpunkt offen.

Bradys Podcast-Kommentar löst Reaktionen in der WWE aus

Die Diskussion nahm ihren Anfang, nachdem Brady im Podcast „Impaulsive“ von Logan Paul über seine Meinung zu WWE gesprochen hatte. In diesem Gespräch bezeichnete er WWE scherzhaft als „cute“. Diese Aussage löste in der Wrestling-Szene zahlreiche Reaktionen aus und entwickelte sich in den folgenden Wochen zu einer größeren Debatte zwischen mehreren WWE-Persönlichkeiten und Brady selbst.

Auch WWE-Star Liv Morgan äußerte sich zu dem Thema. In ihrem Podcast-Auftritt erklärte sie zunächst, dass sie die Diskussion gesehen habe, ihr jedoch zunächst keine große Bedeutung beigemessen habe: „Ich glaube, ich habe hier und da etwas darüber gelesen, aber ich habe dem keine Beachtung geschenkt, denn obwohl viele Leute bei WWE süß sind, gibt es bei WWE so viel mehr, als die Leute meiner Meinung nach verstehen und erkennen.“

Morgan nutzte die Gelegenheit anschließend, um auf die Vielseitigkeit von WWE-Talenten hinzuweisen. Dabei erklärte sie, dass sie der Meinung sei, WWE-Superstars könnten auch in anderen Sportarten bestehen: „Ich möchte keinen anderen Sport beleidigen, aber ich glaube, man könnte einen WWE-Star auf das Footballfeld schicken und er würde es schaffen. Wir werden das hinbekommen.“

Gleichzeitig stellte sie infrage, ob Footballspieler den Anforderungen des Wrestlings gewachsen wären: „Aber kann man einen Footballstar in einen WWE-Ring stellen und kann er dann alles tun, was wir tun? Ich weiß es nicht. Da bin ich mir nicht sicher.“

Zum Abschluss formulierte Morgan eine direkte Reaktion auf Bradys ursprüngliche Bemerkung: „Also, ich finde Football eigentlich irgendwie süß. Ich finde Football süß.“

Weitere WWE-Stars reagieren auf Bradys Aussagen

Die Diskussion blieb nicht auf Liv Morgan beschränkt. Auch mehrere andere WWE-Stars äußerten sich öffentlich zu Bradys Kommentar. Randy Orton sprach bei „ESPN’s Get Up“ über das Thema und erinnerte daran, wie er den Podcast mit Logan Paul verfolgt hatte: „Ich habe mir kürzlich einen Podcast von Logan Paul angesehen, in dem Tom Brady zu Gast war. Brady hatte einiges über Pro-Wrestling zu sagen. Ich glaube, er bezeichnete es als „niedlich“.“

Obwohl Orton erklärte, Brady persönlich noch nie getroffen zu haben, formulierte er anschließend eine scherzhafte Warnung: „Ich habe ihn noch nie getroffen, aber ich würde Tom gerne kennenlernen und ihm einen RKO verpassen. Er steht ganz oben auf meiner Liste.“

Auch Oba Femi beteiligte sich an der Debatte und machte in einem Interview deutlich, dass er Kritik am Wrestling nur dann für wirklich aussagekräftig hält, wenn jemand selbst im Ring gestanden hat. Aus seiner Sicht könne man den Sport nicht vollständig verstehen oder beurteilen, ohne diese Erfahrung selbst gemacht zu haben. Er betonte, dass es schwierig sei, Pro-Wrestling ausschließlich aus der Perspektive eines Außenstehenden zu bewerten: „Schnür deine Stiefel, steig in den Ring, steck ein paar Schläge ein – und wenn du danach immer noch derselben Meinung bist, dann ist deine Meinung gültig.“

Unterschiedliche Stimmen innerhalb der WWE

Während einige WWE-Stars Bradys Kommentar kritisierten, vertrat CM Punk eine deutlich andere Position. In der Sendung „Unsportsmanlike“ bei ESPN sprach er über die Reaktionen auf Bradys Aussage und stellte infrage, warum die Debatte überhaupt so intensiv geführt werde: „Tom Brady hat gesagt, WWE sei niedlich. Was ist falsch daran, niedlich zu sein? Warum regen sich alle so darüber auf?“

Punk relativierte die Aussage anschließend weiter und zog einen Vergleich zum Football: „Tom sagte, WWE sei niedlich – ich weiß nicht, warum alle so eine Einstellung dazu haben. Niedlich ist doch gut, oder? Es gibt auch Leute, die sich die NFL anschauen, wo Männer enge Strumpfhosen tragen.“

Logan Paul verschärft die öffentliche Debatte

Auch Logan Paul beteiligte sich mehrfach an der Diskussion mit Brady. In Interviews und seinem Podcast äußerte er sich ausführlich über die Unterschiede zwischen NFL und WWE.

In einem Gespräch erklärte Paul, dass Brady ihn zuvor kritisiert habe und er darauf reagieren wollte: „Ich habe mich mit Tom Brady unterhalten, und wir haben über Athletik gesprochen und darüber, was es braucht, um ein Athlet zu sein. Und es ist schon komisch, dass Tom Brady mit mir darüber spricht, ein Athlet zu sein. Mann, der schlechteste NFL Combine aller Zeiten. Okay, du hast sieben Super Bowls gewonnen. Es ist wie sieben Super Bowls, sechs Super Bowls, sechs, sieben Super Bowls. Es spielt keine Rolle, wie viele Super Bowls du gewonnen hast, wie viele US-Titel hast du gewonnen? Wie viele Abonnenten hast du auf YouTube? Wie hoch ist dein Nettovermögen?“

Darüber hinaus äußerte Paul die Ansicht, dass viele NFL-Spieler im WWE-Ring Schwierigkeiten hätten: „Wenn man einen der WWE-Superstars, einschließlich der Frauen, in ein NFL-Team aufnehmen würde, würden sie das absolute Minimum leisten, denn diese Leute sind Athleten. Wenn man 99 % der NFL-Athleten aus dem Team nehmen und sie in einen WWE-Ring stellen würde, würden sie sich total blamieren. Sie wären dazu nicht in der Lage. Das ist das Schwierigste, was es auf der Welt gibt.“

In einer weiteren Episode seines Podcasts griff Logan Paul das Thema erneut auf und sprach über die zunehmende Spannung zwischen ihm, Tom Brady und mehreren NFL-Spielern. Dabei erklärte er, dass rund um die Situation zwar viel Aufmerksamkeit und Drama entstanden sei, er jedoch der Meinung sei, dass Brady kein echtes Interesse an einer körperlichen Auseinandersetzung habe.

Außerdem erinnerte Paul an einen viralen Clip, in dem Brady während eines Schlagabtauschs mit Rob Gronkowski eine abfällige Bemerkung über ihn gemacht habe. Dieser Moment habe zusätzlich zur öffentlichen Diskussion beigetragen.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs machte Paul deutlich, dass er sich in einem Boxkampf gegen Footballspieler klar im Vorteil sehe. Er erklärte, dass viel über mögliche Vergleiche zwischen verschiedenen Sportarten gesprochen werde, er jedoch überzeugt sei, dass sich ein solcher Vergleich in einem echten Kampf schnell entscheiden würde.

Paul betonte dabei, dass er Football selbst eher mit einem gewissen Augenzwinkern betrachte, und erklärte, dass er bereit wäre zu sehen, was passieren würde, wenn sich ein Footballspieler tatsächlich auf einen Kampf einlassen würde. Gleichzeitig äußerte er die Überzeugung, dass kein aktiver NFL-Spieler ihn in einem Boxkampf besiegen könnte.

Während der Diskussion brachte Paul auch den NFL-Spieler Myles Garrett ins Gespräch und erklärte, dass er bereit wäre, eine Herausforderung im Ring anzunehmen. Er stellte sogar eine hohe Geldsumme in Aussicht, falls Garrett zu einem solchen Test bereit wäre und beide gemeinsam im Fitnessstudio mit Boxhandschuhen gegeneinander antreten würden.

Darüber hinaus erklärte Paul, dass seiner Ansicht nach Kampferfahrung der entscheidende Unterschied zwischen verschiedenen Athleten sei. Seiner Meinung nach würden viele Footballspieler Probleme bekommen, wenn sie plötzlich mit Situationen konfrontiert würden, in denen sie im Nahkampf ringen, zu Boden gebracht und anschließend weiter attackiert würden.

Zum Ende des Gesprächs ging Paul auch auf das bevorstehende Flag-Football-Spiel ein und erklärte, dass er davon ausgehe, dort besonders im Fokus der Footballspieler zu stehen. Gleichzeitig stellte er klar, dass er bereit sei, sich mit jedem von ihnen zu messen, falls die Situation tatsächlich eskalieren sollte.

Die Diskussion zwischen Brady und mehreren WWE-Stars zieht sich damit bereits über mehrere Wochen. Ob diese Entwicklungen letztlich zu einem tatsächlichen Auftritt bei WrestleMania führen werden, ist bislang nicht bestätigt.

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