Was Ari Emanuel langfristig mit TKO vorhat, wurde in einem aktuellen Interview zum Thema. Unterdessen meldete sich NXT-Wrestler Keanu Carver nach den Berichten über eine Schutzanordnung mit Beiträgen zu Wort, die inzwischen wieder verschwunden sind.
Ari Emanuel erteilt einem Verkauf von TKO eine klare Absage
Während der Werbung für sein Buch „Roll the Calls“ war Ari Emanuel im Podcast „The Town“ bei Matt Belloni zu Gast. Der Moderator fragte den TKO-Chef, wer seiner Meinung nach der ideale Käufer für das Unternehmen wäre. Emanuel antwortete lediglich mit dem Namen seiner eigenen Unternehmensgruppe: „TKO.“
Belloni hakte nach und vertrat die Ansicht, dass auch TKO irgendwann zum Verkauf stehen werde. Emanuel widersprach ausdrücklich. Auch die anschließend genannten möglichen Käufer Paramount und Amazon änderten nichts an seiner Haltung. „Nein. Nein, nicht zu verkaufen. Niemals“, erklärte er.
Damit bezog sich Emanuel auf die Zukunft der Unternehmensgruppe, zu der unter anderem WWE und UFC gehören. Die Namen der Medien- und Technologiekonzerne fielen als hypothetische Beispiele im Gespräch. Von konkreten Übernahmeangeboten oder laufenden Verkaufsverhandlungen war in dieser Passage keine Rede.
Warum Emanuel langfristig auf Sport setzt
Seine Ablehnung begründete Emanuel mit den Aussichten für das Sportgeschäft. Gemeinsam mit Egon Durban und seinen damaligen Geschäftspartnern habe er bereits 2016 erkannt, in welche Richtung sich Sport und Streaming bewegen würden. Rückblickend erinnerte er daran, dass die Preise für frühere Übernahmen zunächst auf Skepsis gestoßen seien. Aus seiner heutigen Sicht hätten sich diese Investitionen jedoch als ausgesprochen günstig erwiesen.
Für die kommenden Jahre erwartet Emanuel zusätzlichen Rückenwind durch künstliche Intelligenz. Seine Überlegung lautet, dass Menschen dadurch künftig mehr Freizeit haben könnten. Bei einer entsprechend positiven wirtschaftlichen Entwicklung stünde ihnen seiner Ansicht nach außerdem mehr Geld zur Verfügung. Davon könnten Unterhaltung, persönliche Erlebnisse und der Besuch von Sportveranstaltungen profitieren.
Emanuel verbindet diese Erwartungen mit der Überzeugung, dass Sportangebote langfristig weiter an Wert gewinnen. Während andere Investoren versuchten, einzelne Mannschaften zu erwerben, verwies er auf die Sportligen unter dem Dach seines Unternehmens. Sport bezeichnete er dabei als besonders attraktive Form der Unterhaltung, deren Ausgang offenbleibt und die Zuschauer immer wieder zusammenbringt.
Ein Verkauf passt deshalb nicht zu der Strategie, die Emanuel in dem Gespräch beschrieb. Er bezog ausdrücklich auch Egon Durban in seine Aussage ein und bekräftigte zum Abschluss, dass ein solcher Schritt für sie nicht infrage komme. Seine Absage fiel damit nicht nur knapp aus: Er verknüpfte sie mit einer langfristigen wirtschaftlichen Begründung für das Festhalten an TKO.
Keanu Carver veröffentlicht und löscht zwei Beiträge
Keanu Carver hat sich unterdessen offenbar erstmals öffentlich auf die Berichte über die gegen ihn erlassene Schutzanordnung bezogen – wir berichteten. Wie F4W und ProWrestling berichteten, veröffentlichte der NXT-Wrestler zwei Beiträge auf X, die er anschließend wieder entfernte.
In einem Beitrag kündigte Carver an, seine Kritiker würden in einem Monat dumm dastehen. In dem anderen warf er ihnen vorgetäuschte moralische Empörung vor und erklärte, dass im Dunkeln Geschehenes ans Licht kommen werde. Auf einzelne Vorwürfe ging er dabei nicht ein. Eine ausführliche Gegendarstellung veröffentlichte er mit diesen Beiträgen ebenfalls nicht.
F4W erwähnte zudem eine weitere Nachricht, in der Carver dazu aufrief, Gott an erste Stelle zu setzen. Dieser Beitrag war zum Zeitpunkt des Berichts noch abrufbar. Ob seine Anspielung auf einen Monat tatsächlich die nächste Anhörung betraf, erklärte Carver nicht ausdrücklich.
Weitere Anhörung im Oktober und Bericht zum Performance Center
Die Schutzanordnung war nach Angaben von POST Wrestling am 14. September beantragt und zunächst vorläufig erlassen worden. Nach einer Anhörung am 22. September wurde sie verlängert, nachdem Carver mehr Zeit zur Suche nach einem Rechtsbeistand beantragt hatte. Sie untersagt ihm den Kontakt zur antragstellenden Person und schreibt einen Mindestabstand von 500 Fuß, rund 150 Metern, vor.
Für Oktober ist eine weitere Anhörung vorgesehen. Das genaue Datum wird in den Berichten unterschiedlich angegeben: POST Wrestling nennt den 20. Oktober, F4W den 22. Oktober. Jason Powell von ProWrestling berichtete über mögliche Auswirkungen innerhalb der WWE. Ihm sei mitgeteilt worden, dass Carver praktisch vom Performance Center ausgeschlossen sei. Eine offizielle Bestätigung der WWE zu einer Suspendierung oder seinem aktuellen Status liegt jedoch nicht vor.
Das Verfahren um die Schutzanordnung ist zivilrechtlicher Natur. Die darin erhobenen Vorwürfe sind nicht als gerichtlich festgestellte Tatsachen zu behandeln. Ob zusätzlich strafrechtliche Anklagen erhoben werden, war laut POST Wrestling nicht bestätigt.