MVP kritisiert WWE-Verträge: Kofi bestätigte geforderte Gehaltskürzung von mehr als 50 Prozent

MJF steht am Mikrofon und blickt verärgert ins Publikum

MVP hat sich bei „Marking Out with MVP & Dwayne Swayze“ ausführlich mit den Vertragsstrukturen bei WWE und der Situation von Kofi Kingston und Xavier Woods beschäftigt. Dabei schilderte der heutige AEW-Star nicht nur seine Sicht auf die damaligen Verhandlungen, sondern griff auch auf persönliche Erfahrungen aus seiner eigenen WWE-Zeit zurück.

MVP sprach von 50 Prozent – Kofi bestätigt sogar eine noch höhere Kürzung

Nach MVPs Verständnis hatten Kofi Kingston und Xavier Woods zunächst neue und finanziell lukrative WWE-Verträge unterschrieben. Angesichts der Einnahmen, die beide über viele Jahre für das Unternehmen generiert hätten, seien diese Konditionen aus seiner Sicht gerechtfertigt gewesen. Etwa ein Jahr später soll sich die Situation jedoch verändert haben. MVP erklärte, er habe gehört, dass WWE die bestehenden Vereinbarungen neu strukturieren und Kingston sowie Woods dabei eine Gehaltsreduzierung von rund 50 Prozent zumuten wollte.

Inzwischen steht fest, dass die Größenordnung keineswegs nur auf MVPs Informationen beruhte. Kofi und Austin Creed, wie Xavier Woods inzwischen auftritt, äußerten sich kürzlich selbst zu den damaligen Vertragsgesprächen. Kofi stellte dabei klar, dass die angebotene Kürzung sogar bei mehr als 50 Prozent gelegen habe.

Eine exakte Prozentzahl nannten die beiden nicht. Später wurde zwar zeitweise über eine Reduzierung um 75 Prozent spekuliert, diese Darstellung wurde jedoch zurückgewiesen. Bryan Alvarez berichtete stattdessen, dass die verlangte Kürzung lediglich etwas über der 50-Prozent-Marke gelegen habe.

Für MVP ist die Situation unter TKO „Neuland“

Kritisch äußerte sich MVP auch darüber, wie solche Entscheidungen seiner Einschätzung nach innerhalb der heutigen Unternehmensstruktur getroffen würden. Die betroffenen Talente säßen bei entsprechenden Überlegungen nicht mit am Tisch. Stattdessen würden Verantwortliche zunächst wirtschaftliche Entscheidungen treffen und die Wrestler anschließend darüber informieren, dass über ihre Verträge gesprochen werden solle.

Grundsätzlich könne er nachvollziehen, dass ein Unternehmen ältere Talente neu bewerte und gleichzeitig jüngere Wrestler fördern wolle. Wrestling lasse sich seiner Meinung nach allerdings nicht ausschließlich anhand von Zahlen und Tabellen beurteilen.

Siehe auch  Danhausen und Liv Morgan werden nostalgisch – Roman Reigns verteidigt seinen Titel bei Raw in Mexico City

Die Situation um Kingston und Woods bezeichnete MVP deshalb als eine Art „Neuland“. Aus seiner eigenen Zeit unter Vince McMahon könne er sich kaum an vergleichbare Fälle erinnern, bei denen bereits abgeschlossene lukrative Verträge nachträglich derart deutlich reduziert werden sollten.

MVP verteidigt den Wert von Kingston und Woods

MVP widersprach zugleich der Vorstellung, dass Kingston und Woods aufgrund ihres Alters kaum noch wirtschaftlichen Wert besäßen. Beide seien weiterhin große Namen, könnten Merchandise verkaufen und hätten über viele Jahre erheblich zum Erfolg von WWE beigetragen.

Besonders respektiere er, dass die beiden offenbar finanziell in einer Position gewesen seien, in der sie eine aus ihrer Sicht unvorteilhafte Veränderung ihrer Verträge ablehnen konnten. Genau darin sieht MVP eine wichtige Lektion für andere Wrestler: Wer während seiner erfolgreichen Jahre vorsorgt, müsse später nicht aus finanzieller Not jedes Angebot akzeptieren.

MVP bezeichnet frühere WWE-Verträge als extrem einseitig

Im weiteren Verlauf blickte MVP auf die Verträge zurück, die er selbst während seiner WWE-Zeit unterschrieben hatte. Diese seien seiner Darstellung zufolge stark zugunsten des Unternehmens gestaltet gewesen. Später habe er seine alten Vereinbarungen verschiedenen Anwälten gezeigt. Deren Reaktionen seien ausgesprochen kritisch ausgefallen. MVP zufolge hätten sie ihm erklärt, dass sie ihm unter normalen Umständen nicht geraten hätten, derartige Verträge zu unterschreiben.

Gleichzeitig verwies er auf die damaligen Verhältnisse im Wrestling. Über einen langen Zeitraum sei WWE praktisch die einzige Promotion gewesen, bei der Wrestler auf diesem Niveau verdienen und sich finanziell absichern konnten. Entsprechend begrenzt seien die Alternativen für viele Talente gewesen.

Die 90-Tage-Regel steht im Zentrum seiner Kritik

Besonders problematisch empfindet MVP die unterschiedliche Dauer der gegenseitigen Verpflichtungen. Ein Wrestler könne etwa einen Vertrag über fünf Jahre unterschreiben und sei grundsätzlich für diesen gesamten Zeitraum an WWE gebunden. Das Unternehmen könne die Zusammenarbeit seiner Darstellung zufolge dagegen vorzeitig beenden und müsse anschließend lediglich für einen begrenzten Zeitraum weiterzahlen.

Siehe auch  Kairi Sane und AEW bleiben im Austausch: Eine wichtige Hürde besteht weiter – Maya World reagiert auf Ausfallbericht

MVP fasste seine Kritik entsprechend zusammen: Das Talent verpflichte sich möglicherweise für mehrere Jahre, während die Verpflichtung von WWE im Falle einer Freistellung erheblich kürzer ausfallen könne.

Bei der häufig als „90-tägige Non-Compete-Klausel“ bezeichneten Regel ist allerdings eine wichtige Unterscheidung notwendig. Betroffene Main-Roster-Talente stehen während dieser 90 Tage in der Regel weiterhin bei WWE unter Vertrag und erhalten ihr Gehalt. Erst nach Ablauf dieser Frist können sie vollständig frei für eine andere Promotion auftreten. Auch Kingston und Woods durchliefen nach ihrem WWE-Abschied zunächst diesen Zeitraum, bevor sie im August 2026 endgültig frei waren.

Finanzielle Vorsorge verschafft Wrestlern mehr Freiheit

Aus der Vertragsdiskussion entwickelte sich auch ein Gespräch über den Umgang mit Geld. MVP erinnerte sich an Ratschläge, die er unter anderem von Booker T., Jim Ross, Ricky Steamboat und Jinder Mahal erhalten hatte.

Eine einfache Regel sei ihm dabei besonders im Gedächtnis geblieben. Ein Teil der Einnahmen müsse für Steuern zurückgelegt werden, ein weiterer Teil solle gespart oder investiert werden und nur der verbleibende Anteil stehe für den eigenen Lebensstil zur Verfügung.

MVP hat durch eigene Erfahrungen gelernt, dass diese Vorsorge wichtig ist. Er erinnerte sich daran, einmal einen sechsstelligen Betrag an die US-Steuerbehörde IRS zahlen zu müssen. Für ihn besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen finanzieller Unabhängigkeit und der eigenen Verhandlungsposition.

Wer über ausreichende Rücklagen verfügt, kann ein schlechtes Angebot ablehnen und notfalls einen anderen Karriereweg einschlagen. Kingston und Woods nutzten genau diese Möglichkeit. Beide entschieden sich gegen die reduzierten WWE-Konditionen und schlugen anschließend einen neuen Weg ein.

Inzwischen ist auch klar, wohin dieser geführt hat. Am 30. August 2026 debütierten Kofi und Austin Creed bei AEW All In in London unter dem Namen „The New Level“. Gemeinsam mit Swerve Strickland traten sie als Wild-Card-Team in der Trios Roulette Royale an und gewannen bei ihrem ersten AEW-Auftritt direkt die AEW World Trios Championship.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*