TKO übertrifft Prognosen: Milliardenumsatz, Vince McMahon-Verfahren und neue Details zum The Rock-Deal

The Rock streckt seinen Arm vor dem TKO-Logo aus, neben ihm liegt viel Bargeld

Die TKO Group Holdings hat ihre aktuellen Quartals- und Jahreszahlen veröffentlicht und dabei die eigenen Erwartungen übertroffen. Zum Konzern gehören sowohl WWE als auch Ultimate Fighting Championship. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte TKO einen Gesamtumsatz von mehr als 4,7 Milliarden US-Dollar.

WWE verzeichnete einen Jahresumsatz von 1,709 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 22 Prozent gegenüber 2024. Die UFC steigerte ihre Erlöse von 1,406 Milliarden auf 1,502 Milliarden Dollar. Trotz dieser Entwicklung sank der Gesamtumsatz von TKO um drei Prozent. Als wesentlicher Faktor wurde ein Rückgang bei IMG in Höhe von mehr als 602 Millionen Dollar genannt, der mit dem Olympiazyklus zusammenhängt. Während 2024 von den Sommerspielen profitierte, fehlte 2025 ein vergleichbares Großereignis. Für 2026 werden aufgrund der Winterspiele und der Fußball-Weltmeisterschaft wieder stärkere Ergebnisse erwartet.

Beim Nettoergebnis gelang TKO ein deutlicher Turnaround. Nach einem Verlust von 245,8 Millionen Dollar im Vorjahr wurde nun ein Gewinn von 546,2 Millionen Dollar ausgewiesen.

Im Bereich Medienrechte meldete die UFC Einnahmen von 907,7 Millionen Dollar. WWE überschritt durch ihr Netflix-Abkommen im Jahr 2025 erstmals die Marke von einer Milliarde Dollar. Zusätzlich startete im vierten Quartal der neue ESPN-Deal für Premium Live Events in den USA, was im Vergleich zu Q4 2024 ein Plus von 64,4 Millionen Dollar bedeutete. Die UFC soll 2026 erheblich vom neuen Vertrag mit Paramount+ profitieren, der ein durchschnittliches jährliches Volumen von 1,1 Milliarden Dollar umfasst.

WWE steigerte ihre Live-Event-Erlöse von 338,5 Millionen auf 412,8 Millionen Dollar. Ausschlaggebend waren höhere Ticketpreise und zusätzliche Standortgebühren. Das vierte Quartal lag jedoch 24,8 Millionen Dollar unter dem Vorjahreswert, da 2024 ein Crown Jewel Event in Saudi-Arabien stattfand. Für 2026 plant WWE drei Veranstaltungen in Saudi-Arabien, so viele wie nie zuvor in einem Kalenderjahr seit Beginn der Partnerschaft mit der General Entertainment Authority im Jahr 2018.

Im Bereich Sponsoring und Marketing erhöhte die UFC ihre Einnahmen von 251,4 auf 314,3 Millionen Dollar. WWE steigerte ihre Erlöse von 83,0 auf 159,6 Millionen Dollar, liegt jedoch weiterhin hinter der MMA-Marke. Bei Konsumgütern und Lizenzierung erzielte WWE 136,4 Millionen Dollar. Die UFC meldete 47,3 Millionen Dollar, was einem Rückgang von 7,7 Millionen Dollar entspricht.

Finanziell führte TKO eine weitere Refinanzierung eines 2016 aufgenommenen Kredits durch und kündigte ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von einer Milliarde Dollar an. Die Gesamtverschuldung stieg von 2,46 Milliarden auf 3,76 Milliarden Dollar.

Für 2026 erwartet TKO Umsätze zwischen 5,675 und 5,775 Milliarden Dollar. Das prognostizierte Adjusted EBITDA liegt zwischen 2,240 und 2,290 Milliarden Dollar.

SEC-Unterlagen: Vince McMahon erstattet Millionen im Zusammenhang mit Untersuchung

In den bei der US-Börsenaufsicht eingereichten Unterlagen wurden auch finanzielle Details zu Vince McMahon offengelegt. Darin heißt es: „Vincent K. McMahon, der bis zum 26. Januar 2024 als Vorstandsvorsitzender des Unternehmens fungierte, kontrollierte zuvor einen erheblichen Teil der Stimmrechte der ausgegebenen und im Umlauf befindlichen Stammaktien des Unternehmens.“

Weiter wird ausgeführt: „Mr. McMahon hat sich bereit erklärt, künftige Zahlungen an bestimmte Gegenparteien persönlich zu leisten. Diese Zahlungen gelten als Sacheinlagen und sind als Bestandteil der Einlagen der Hauptaktionäre in unserer konsolidierten Eigenkapitalaufstellung/Nettobeteiligung der Muttergesellschaft enthalten.“

Im Zusammenhang mit der Übernahme von WWE durch TKO übernahm das Unternehmen Verbindlichkeiten in Höhe von 3,5 Millionen US-Dollar, die mit künftigen Zahlungen McMahons verbunden sind. Im Jahr 2023 wurden 3,5 Millionen Dollar an Aufwendungen im Zusammenhang mit Zahlungen erfasst, die er direkt an bestimmte Gegenparteien leistete.

Zum Mietvertrag für das globale WWE-Hauptquartier heißt es: „Im Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2023 verzeichnete das Unternehmen Kosten in Höhe von 0,5 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit Zahlungen, die Herr McMahon direkt für die Miete des globalen Hauptquartiers der WWE geleistet hat.“

Zur Untersuchung durch den Sonderausschuss wird festgehalten: „Im Zusammenhang mit und/oder aufgrund der Untersuchung durch einen Sonderausschuss des ehemaligen WWE-Vorstands hat sich Herr McMahon bereit erklärt, dem Unternehmen die zusätzlich entstandenen Kosten zu erstatten. In den Geschäftsjahren zum 31. Dezember 2024 und 2023 erstattete Herr McMahon dem Unternehmen 0,4 Millionen bzw. 0,8 Millionen.“

Insgesamt wurden über zwei Jahre hinweg 12,2 Millionen Dollar an Untersuchungskosten erstattet.

Ermittlungen und laufende Verfahren gegen McMahon und weitere Beteiligte

Die SEC-Unterlagen enthalten zudem Angaben zu laufenden rechtlichen Verfahren. Zur bundesbehördlichen Untersuchung wird ausgeführt: „Am 17. Juli 2023 vollstreckten Bundespolizeibeamte einen Durchsuchungsbefehl und stellten Herrn McMahon eine Vorladung vor die Bundesgrandjury zu.“

Zur Einigung mit der SEC heißt es: „Am 10. Januar 2025 hat die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC die Anklage gegen Herrn McMahon wegen der Nichtoffenlegung bestimmter Vergleichsvereinbarungen gegenüber dem Vorstand, der Rechtsabteilung, den Wirtschaftsprüfern, den Mitarbeitern der Finanzberichterstattung oder dem Rechnungsprüfer der WWE beigelegt. Damit hat er das interne Kontrollsystem der WWE umgangen und wesentliche Falschangaben in den Jahresabschlüssen 2018 und 2021 der WWE verursacht.“

Zugleich wird klargestellt: „Gegen das Unternehmen wurden keine Anklagen erhoben.“

Darüber hinaus werden mehrere Zivilklagen erwähnt, darunter Verfahren vor Bundesgerichten in Connecticut und Maryland sowie Sammelklagen vor dem Delaware Chancery Court unter dem Titel „In re World Wrestling Entertainment, Inc. Merger Litigation“. WWE, TKO und Endeavor Group Holdings sind in dem zusammengefassten Verfahren nicht mehr Beklagte, einzelne frühere Direktoren bleiben jedoch beteiligt. Die Verhandlung ist für Juni 2026 angesetzt.

Dwayne Johnson: Aktienvergütung, Markenrechte und Vorstandsposten offengelegt

Die SEC-Meldung enthält zudem Details zur Vereinbarung mit Dwayne Johnson. Darin heißt es: „Am 23. Januar 2024 ernannte der Vorstand des Unternehmens Herrn Johnson zum designierten WWE-Direktor im TKO-Vorstand.“

Zur Dienstleistungsvereinbarung wird festgehalten: „Am 22. Januar 2024 schlossen die WWE und Herr Johnson einen DJ-Dienstleistungsvertrag, gemäß dem Herr Johnson sich bereit erklärte, der WWE bestimmte Werbe- und andere Dienstleistungen zu erbringen.“

Im Rahmen der Vereinbarung übertrug WWE die Marke „The Rock“ sowie damit verbundene Markenrechte, Ringnamen, Slogans und weiteres geistiges Eigentum an Dwayne Johnson beziehungsweise an eines seiner verbundenen Unternehmen. Gleichzeitig wurde vereinbart, dass WWE diese Rechte für einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren zurücklizenzieren darf.

Als Gegenleistung erhielt Johnson eine aktienbasierte Vergütung in Form einer RSU-Prämie. Darüber hinaus wurden Lizenzgebühren in Höhe von 0,9 Millionen US-Dollar ausgewiesen, die er in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 verdiente. Zusätzlich erstattete das Unternehmen in diesen Zeiträumen Aufwendungen in Höhe von 0,6 Millionen beziehungsweise 2,6 Millionen US-Dollar.

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