TKO stellt die Weichen für WWEs Zukunft: Shapiro nennt neue Pläne und klare Ziele

TKO Präsident Mark Shapiro im Interview

Bei TKO laufen derzeit mehrere Weichenstellungen zusammen, die WWE in den kommenden Jahren spürbar prägen könnten. Mark Shapiro hat nun ungewöhnlich offen darüber gesprochen, wo der Konzern weiteres Wachstum sieht, welche Märkte immer wichtiger werden und wie weit die Pläne inzwischen über das klassische Wrestling-Geschäft hinausreichen.

TKO hält an seinen großen Plänen für Saudi-Arabien fest

Bei der Goldman Sachs Communacopia + Technology Conference machte der President und COO von TKO deutlich, dass die angespannte Situation im Nahen Osten bislang nichts an den langfristigen Plänen des Unternehmens geändert hat. Shapiro verwies ausdrücklich auf WrestleMania 43, die 2027 in Saudi-Arabien stattfinden wird, und bezeichnete die Veranstaltung als eines der größten Ereignisse des kommenden Jahres. Die Partner in Saudi-Arabien hätten großes Interesse daran, weiterhin bedeutende Sport- und Entertainmentveranstaltungen in die Region zu holen und damit Besucher aus dem Nahen Osten sowie aus anderen Teilen der Welt anzusprechen.

Laut Shapiros Darstellung steigt die Nachfrage sogar weiter. Trotz der geopolitischen Situation wollen die Partner vor Ort mit großen Sportveranstaltungen und Konzerten zeigen, dass die Region weiterhin für Tourismus und internationale Events offen ist. TKO kann deshalb bis 2026 zusätzliche Veranstaltungen im Nahen Osten ankündigen. Shapiro sprach dabei ausdrücklich über das gesamte TKO-Portfolio und nicht ausschließlich über die WWE. Seine zentrale Aussage lautete, dass die Nachfrage inzwischen das verfügbare Angebot übersteigt.

WWE- und UFC-Vergütungen wurden nach neuen Medienverträgen angepasst

Für besondere Aufmerksamkeit dürften Shapiros Aussagen zur Bezahlung von WWE-Superstars und UFC-Fightern sorgen. Nach den neuen Medienverträgen mit Netflix, ESPN, Paramount+, CBS, Peacock und Sky habe TKO die Vergütungsstruktur der Talente bereits angepasst. Die daraus entstehenden Kosten seien vollständig in den aktuellen Finanzplanungen berücksichtigt, weshalb Shapiro keine weiteren negativen Auswirkungen auf die Margen erwartet.

Wie sich diese Anpassungen auf einzelne WWE-Verträge auswirken, ließ er offen. In den vergangenen Monaten wurden jedoch mehrere Fälle bekannt, in denen WWE Talenten deutlich niedrigere Angebote machte. Kofi Kingston und Austin Creed erklärten, ihnen sei vor ihrem Abschied eine Gehaltsreduzierung von mehr als 50 Prozent angeboten worden. Luke Menzies, besser bekannt als Ridge Holland, berichtete von einer vorgesehenen Kürzung um 56 Prozent.

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Gleichzeitig will TKO zusätzliche Verdienstmöglichkeiten für Wrestler und Fighter schaffen, etwa durch Werbepartnerschaften und Marketingprojekte. Für WWE spielt zudem die Nachwuchsentwicklung eine wichtige Rolle. Laut Shapiro haben rund 75 Prozent der heutigen WWE-Superstars zuvor NXT durchlaufen.

Trotz der angepassten Talentvergütung erwartet TKO weiterhin steigende Gewinnmargen. Shapiro erklärte ausdrücklich, dass sich diese künftig weiter verbessern sollen.

Disney und WWE arbeiten an besonderen Projekten für 2027

Eine weitere Zusammenarbeit könnte WWE künftig noch stärker über das klassische Wrestling hinausführen. Shapiro bestätigte, dass TKO gemeinsam mit The Walt Disney Company an besonderen Veranstaltungen für 2027 arbeitet. Konkrete Einzelheiten nannte er nicht. Fest steht lediglich, dass beide Unternehmen ihre jeweiligen Zielgruppen stärker miteinander verbinden möchten. Shapiro verwies darauf, dass WWE im Vergleich zur UFC besonders stark Familien anspreche und genau diese Zielgruppe auch für Disney von zentraler Bedeutung sei.

Spekulationen über WWE-Veranstaltungen in Disney-Themenparks oder konkrete Crossover-Projekte sind derzeit allerdings verfrüht. Shapiro sprach lediglich allgemein von „special events“ rund um Disney und WWE. Die Verbindung beider Unternehmen ist bereits durch ESPN erheblich gewachsen. Seit 2025 werden die WWE Premium Live Events in den USA über die Disney-Tochter verbreitet.

WWE soll bei Werbung und Partnerschaften deutlich weiter wachsen

Auch das Werbe- und Sponsoringgeschäft entwickelt sich nach Angaben von Shapiro deutlich positiv. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet TKO bei WWE einen Anstieg der Partnerschaftseinnahmen von mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Unternehmen verkauft inzwischen zudem selbst klassisches Werbeinventar. Dazu gehören beispielsweise 30-Sekunden-Spots, die TKO im Zusammenhang mit seinen Medienverträgen vermarkten kann. Während das Unternehmen zu Beginn noch aktiv auf potenzielle Werbekunden zugehen musste, würden sich inzwischen zunehmend Unternehmen selbst bei TKO melden.

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Langfristig strebt TKO bis 2030 weltweite Partnerschaftseinnahmen von rund 1,2 Milliarden US-Dollar an. Sollte die aktuelle Entwicklung anhalten, könnte diese Prognose nach Shapiros Worten beim kommenden Investor Day sogar erneut überprüft werden.

Internationale Medienrechte werden für WWE immer wertvoller

Zusätzlich verwies Shapiro auf mehrere neue internationale Medienvereinbarungen. TKO schloss 2026 neue Rechteverträge in China, Japan, Südkorea, Frankreich und Kanada ab. Durchschnittlich sollen die entsprechenden Rechtegebühren etwa beim 1,7-Fachen des vorherigen Niveaus liegen. Im Vergleich zu den großen US-Verträgen bleiben diese Einnahmen zwar kleiner, strategisch sind die internationalen Märkte für TKO dennoch wichtig. Größere Reichweite erleichtert den Abschluss von Sponsoringverträgen und erhöht zugleich die Attraktivität von WWE-Veranstaltungen für Städte und Regionen.

In diesem Zusammenhang erklärte Shapiro, dass TKO seine Eventstandorte nicht ausschließlich danach auswählt, wo kurzfristig die höchsten Ticketumsätze erzielt werden können. Auch der Aufbau neuer Märkte und die Pflege bestehender Fanbasen seien wichtige Faktoren. Hinzu kommen finanzielle Anreize der Austragungsorte. Bis 2030 erwartet TKO jährlich Einnahmen von 380 bis 420 Millionen US-Dollar aus entsprechenden Paketen. Städte und Regionen bieten dafür Geld oder andere Leistungen an, da sie sich durch WWE- und UFC-Veranstaltungen zusätzliche Besucher und wirtschaftliche Effekte erhoffen.

Shapiro sieht Live-Events als Gegenpol zur KI-Entwicklung

Eine der ungewöhnlichsten Aussagen des Auftritts betraf die zunehmende Bedeutung künstlicher Intelligenz. Shapiro bezeichnete Live-Sport sinngemäß als eine Art Gegenpol zu KI-generierten Inhalten. Während digitale Inhalte durch künstliche Intelligenz immer schneller und günstiger produziert werden könnten, blieben echte Live-Erlebnisse begrenzt. Genau diese Knappheit mache Veranstaltungen wie WrestleMania oder große UFC-Shows aus seiner Sicht langfristig besonders wertvoll.

Fans wollten live dabei sein, anschließend darüber sprechen und möglichst nichts verpassen. Shapiro sprach in diesem Zusammenhang auch von „social currency“ und verwies darauf, dass gerade jüngere Zuschauer besondere Erlebnisse zunehmend als sozialen Wert betrachteten.

2 Kommentare

  1. Vielleicht sehen wir dann ein HIAC Match zwischen Micky Maus und Kater Karlo! 🤦 Der Verkauf an TKO/Endavor war der Größte Fehler in der WWE Geschichte! Irgentwann sehen sie dann kein Mehrnutzen mehr und lassen WWE fallen wie eine heiße Kartoffel!

  2. ist ja genau der selbe Mist, wie in der Formel 1:
    – da fahren Disney Autos (Lightning McQueen) durch die Boxengasse
    – es gibt Nudeln im F1-Design
    – oder die Fahrer sitzen in Lego-Formel-1 Autos und fahren im Schneckentempo über die Strecke.

    für Fans, denen es um den Sport geht, einfach nur unnötig, gleiches gilt hier für die WWE.

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