Tiffany Stratton: Zwischen WWE-Kontroversen, einem realen Angriff, dem Umgang mit Kritik und dem Schweigen zu Hulk Hogan

Tiffany Stratton gehört zu den Stars, die in kurzer Zeit bei WWE für großes Aufsehen gesorgt haben. Spätestens seit ihrer Konfrontation mit Charlotte Flair bei SmackDown hat sie bewiesen, dass sie nicht davor zurückschreckt, Grenzen auszutesten. In einem Segment, das später auch in der Serie WWE: Unreal zu sehen war, bezeichnete Stratton die mehrfache Women’s Champion als „0-3 in Ehen“. Flair reagierte darauf, indem sie andeutete, dass Strattons private Nachrichten öffentlich werden könnten.

Die Auseinandersetzung wirkte so intensiv, dass viele Zuschauer sofort erkannten, dass hier mehr als ein geskripteter Dialog stattfand. Tatsächlich griff Triple H backstage ein, stoppte die Situation und ließ Stratton wissen, dass sie zu weit gegangen sei. Er bestand darauf, dass sich beide Frauen aussprechen und wieder auf professioneller Ebene zusammenfinden.

Stratton reflektierte später im Podcast Impaulsive über diese Situation. Sie erklärte, dass sie in diesem Moment beweisen wollte, dass sie auf Augenhöhe mit Charlotte Flair stehen könne. „Charlotte Flair ist eine Legende. Ich wollte zeigen, dass ich es mit ihr aufnehmen kann. Es wurde hitzig, wir sind beide vom Skript abgewichen. Das kommt vor“, sagte sie.

Auf Druck der Verantwortlichen musste sich Stratton entschuldigen – was sie jedoch ohne Widerstand tat. „Ich bin jemand, der es akzeptieren kann, im Unrecht zu sein. Ich hatte kein Problem damit, mich zu entschuldigen.“ Gleichzeitig machte sie deutlich, dass sie ihre Aussage nicht vollständig zurücknimmt. „Ich denke, es war gerechtfertigt, aber vielleicht hätte ich nicht so weit gehen sollen.“

Dieser Vorfall unterstreicht, wie dünn die Linie zwischen Show und Realität in der WWE sein kann. Er machte Stratton zugleich zu einer polarisierenden Figur, die sowohl für Spannung im TV sorgt als auch für Diskussionen hinter den Kulissen.

Ein brutaler Angriff im Parkhaus und seine Folgen

Noch bevor sie im Main Roster für Schlagzeilen sorgte, musste Tiffany Stratton während ihrer Zeit bei NXT eine unerwartet lange Pause einlegen. Lange rätselten Fans über den Grund für ihr Verschwinden, da weder eine Storyline noch eine Verletzung im Ring als Erklärung diente. Erst Jahre später sprach Stratton in einem Interview über den wahren Hintergrund: Sie war Opfer eines brutalen Übergriffs geworden.

Nach einem Match parkte sie in einer Tiefgarage, als sie beim Ausfahren unbeabsichtigt ein anderes Fahrzeug schnitt. Aus einem Wortgefecht entwickelte sich eine eskalierende Situation. „Ich hielt an und wir haben uns gestritten. Dann stieg auch die Freundin des Mannes aus. Plötzlich stand ich zwei Personen gegenüber“, erzählte Stratton.

Die Auseinandersetzung mündete in eine handfeste Prügelei. Während Stratton mit der Frau kämpfte, griff der Mann in dramatischer Weise ein: Er trat ihr ins Gesicht, während sie bereits am Boden lag. Die Folgen waren schwerwiegend. Stratton erlitt einen Knochenbruch im Gesicht und bleibende Nervenschäden, die sie bis heute spürt. „Ich habe mir einen Gesichtsknochen gebrochen und bis heute fehlt mir das Gefühl in einem Zahn“, schilderte sie.

Distanz zu toxischen Plattformen und bewusster Fokus auf Positivität

Neben den realen Herausforderungen im Leben eines WWE-Superstars hat Stratton gelernt, mit der digitalen Welt vorsichtig umzugehen. In einem Gespräch bei „Busted Open Radio“ machte sie deutlich, dass sie den in der Wrestling-Welt oft präsenten Online-Hass nicht an sich heranlässt.

Vor allem die Plattform X, ehemals Twitter, bezeichnete sie als einen Ort voller Negativität. „Ich bin kein Fan von Twitter oder X. Ich bin meistens auf TikTok. TikTok ist mein sicherer Ort. Da gibt es nur Reality-TV-Trends, Tänze und Spaß“, erklärte sie.

Während viele WWE-Stars versuchen, auf allen Social-Media-Plattformen präsent zu sein, geht Stratton bewusst den anderen Weg. Sie verlässt sich auf ihr persönliches Umfeld, auf Familie und Freunde, und beschränkt ihre Online-Präsenz auf Plattformen, die sie als positiv empfindet. Instagram bereite ihr kaum Probleme, doch X meidet sie konsequent. Damit schafft sie sich einen Rückzugsort, um sich auf ihre Karriere zu konzentrieren, ohne sich von anonymen Kommentaren aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen.

Schweigen zu Hulk Hogan und die Angst vor „Cancel Culture“

Ein weiteres Kapitel in Strattons Geschichte dreht sich um den Umgang mit Hulk Hogans Vermächtnis. Nach seinem Tod im Jahr 2025 wurde sie im Podcast von Logan Paul gefragt, ob sie etwas über die verstorbene Wrestling-Legende sagen wolle. Ihre Antwort war eindeutig: „Nein, das mache ich nicht.“ Stratton erklärte, dass sie in der Vergangenheit schon öfter öffentlich kritisiert worden sei. Aus diesem Grund wolle sie sich nicht erneut angreifbar machen und verzichtete bewusst auf einen Kommentar.

Paul erklärte daraufhin, dass Cancel Culture meist nur dann greife, wenn man sich selbst durch Entschuldigungen oder Eingeständnisse angreifbar mache. Stratton stimmte zu und meinte, dass dies in ihrem Fall tatsächlich passiert sei.

Ihr Zögern, sich öffentlich zu äußern, hat einen Hintergrund. Anfang des Jahres war sie nach einem Vorfall bei SmackDown massiv kritisiert worden, als Rassismusvorwürfe gegen sie laut wurden. Ein später veröffentlichtes Video, das sie zusammen mit Jade Cargill und Bianca Belair zeigte, führte zu weiteren Diskussionen und verstärkte die Kritik.

Obwohl WWE sie nie offiziell sanktionierte, war die Fan-Reaktion deutlich spürbar. Angesichts dieser Erfahrungen ist es nachvollziehbar, dass Stratton keine Kommentare zu Hogan abgab, dessen eigene Vergangenheit ebenfalls umstritten ist. Für Stratton bedeutet Schweigen in diesem Fall Selbstschutz – eine Möglichkeit, nicht erneut in ein mediales Feuer zu geraten.

 

7 Kommentare

    • Warum? Finde, Tiffany ist da einfach die bessere Wrestlerin im Gesamtpakt. Sie ist klasse im Ring, super am Mic und hat auch diese Ausstrahlung, die einfach zündet.

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