Tiffany Stratton über Online-Kritik, mentale Stärke und ihr SummerSlam Match gegen Jade Cargill

Seit Tiffany Stratton den WWE Women’s Championship errungen hat, steht sie wie kaum eine andere junge Wrestlerin im Rampenlicht. Der schnelle Aufstieg vom NXT-Talent zur zentralen Figur im Main Roster hat ihr viele Fans eingebracht, gleichzeitig aber auch eine wachsende Zahl von Kritikern in den sozialen Medien. In einem Gespräch im Babyfaces-Podcast äußerte sich Stratton nun ausführlich zu diesem Thema und erklärte, warum sie negative Stimmen konsequent ignoriert.

Stratton erinnerte daran, dass sie zu Beginn ihrer Karriere überwiegend positives Feedback erhielt. Mit ihrer Entwicklung zum Womens Champion habe sich die Wahrnehmung allerdings geändert. Viele Fans hätten begonnen, ihre Leistungen kritischer zu sehen oder ihr Verhalten außerhalb des Rings zu kommentieren. Für Stratton ist dieser Wandel ein natürlicher Teil des Erfolgs. „Als ich zum ersten Mal berufen wurde, waren die Leute nett zu mir. Aber wenn man in die Spitzenposition kommt, wenden sich einige von einem ab“, sagte sie.

Um sich nicht von diesen Eindrücken beeinflussen zu lassen, hat Stratton bewusst einen Schritt zurückgemacht. Sie verzichtet darauf, regelmäßig Kommentare in sozialen Medien zu lesen, und beschränkt ihre Online-Aktivität weitgehend auf TikTok. Entscheidend sei für sie das enge Unterstützungssystem, das sie in ihrem privaten Umfeld gefunden hat. Familie und Freunde würden ihr immer wieder Bestätigung geben und sie bestärken, wenn Zweifel aufkommen.

„Ich habe so ein gutes Unterstützungssystem – meine Freunde und meine Familie sind fantastisch zu mir, und sie machen mir immer Mut, wenn ich an mir selbst zweifle. Letztlich geht es darum, seinen Wert zu kennen. Wenn man an das Gute glaubt, muss man auch das Schlechte glauben. Also muss man manchmal Kritik annehmen, sie anwenden und sich seiner selbst bewusst sein. Aber im Großen und Ganzen hat der Verzicht auf soziale Medien meine geistige Gesundheit gerettet“, erklärte sie.

Kritik von Außenstehenden hat für sie keinen Wert

Besonders deutlich machte Stratton, dass sie sich nicht von Menschen beeinflussen lassen will, die selbst niemals in ihrer Position sein würden. Für sie ist es nicht nachvollziehbar, warum sie Ratschläge von Personen annehmen sollte, die keinerlei Erfahrung auf ihrem Niveau haben.

„Ehrlich gesagt, Leute, die im Internet schlecht über mich reden – ich finde das irgendwie albern. Diese Leute würden niemals in meiner Position sein. Sie würden niemals WWE Women’s Champion werden. Warum sollte ich also Kritik oder Ratschläge von jemandem annehmen, mit dem ich nicht einmal den Platz tauschen würde? Das ist meine Sicht der Dinge“, stellte sie klar.

Diskussion um ihr SummerSlam-Match gegen Jade Cargill

Neben der Frage nach Online-Kritik war auch ihr Titelmatch beim SummerSlam 2025 ein zentrales Thema im Podcast. Stratton verteidigte ihre WWE Women’s Championship erfolgreich gegen Jade Cargill in einem Kampf, der nur knapp sieben Minuten dauerte. Die Kürze des Matches sorgte für kontroverse Reaktionen in der Fan-Community. Viele Zuschauer hatten sich eine längere und intensivere Auseinandersetzung erhofft.

Stratton verteidigte jedoch die Entscheidung für ein kompaktes Match. Ihrer Ansicht nach war der Kampf so gestaltet, wie es die Geschichte zwischen ihr und Cargill erforderte. „Vor dem SummerSlam gab es zwischen Jade Cargill und mir keine besonders tiefgehende oder dramatische Rivalität. Deshalb fand ich es auch nicht nötig, ein extrem langes Match über 40 Minuten zu bestreiten. Unser Kampf war intensiv, schnell und genau auf den Punkt. Genau das hat es gebraucht und deshalb bin ich sehr zufrieden damit, wie mein Match beim SummerSlam verlaufen ist.“

Der Anspruch an Intensität statt Länge

Mit ihrer Begründung hat Stratton ein Thema angesprochen, das im Wrestling immer wieder diskutiert wird: die Frage, ob lange Matches automatisch besser sind. Für sie ist das nicht der Fall. Statt eine bestimmte Zeit zu füllen, sei es entscheidend, die richtige Intensität zu vermitteln und die Geschichte effektiv zu erzählen.

Das Match gegen Jade Cargill habe genau diesen Zweck erfüllt. Obwohl es kürzer war, als viele Fans erwartet hatten, sieht Stratton darin den richtigen Ansatz. Sie wollte einen schnellen, intensiven und klar strukturierten Kampf zeigen, der die Stärken beider Athletinnen hervorhebt.

Während einige Fans die Kürze kritisierten, stellte Stratton klar, dass sie selbst mit dem Ergebnis vollkommen zufrieden ist. Für sie zähle vor allem, dass das Match zu ihrer Karriereentwicklung beiträgt und die Botschaft transportiert, die WWE im Rahmen der Show präsentieren wollte.