Tiffany Stratton hat in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen: vom auffälligen NXT-Charakter bis hin zu einer der bekanntesten Frauen im WWE-Roster. In einem neuen Interview sprach sie nun ausführlich darüber, wie sich ihre Sicht auf ihre eigene Rolle verändert hat und welche Ziele sie für die kommenden Monate hat.
Tiffany Stratton erklärt, wie ihr nächster Heel-Run aussehen soll
Im „Battleground Podcast“ sprach Stratton darüber, wie sie heute an ihre Wrestling-Persönlichkeit herangeht. Zu Beginn ihrer Karriere habe sie möglichst klar zwischen Jessica Woynilko und der Figur Tiffany Stratton unterscheiden wollen. Inzwischen sei ihr jedoch bewusst geworden, dass Zuschauer leichter eine Verbindung zu einem Charakter aufbauen, wenn darin auch etwas von der realen Person zu erkennen sei. Nach ihrer Einschätzung habe sich auch das Wrestling insgesamt stärker in diese Richtung entwickelt. Viele Wrestler würden heute keine komplett eigenständigen Kunstfiguren mehr darstellen, sondern vielmehr überzeichnete Versionen ihrer selbst.
Genau darin sieht Stratton auch den Schlüssel für eine mögliche spätere Rückkehr zur Heel-Rolle. Sie hat inzwischen gelernt, Jessica und Tiffany besser miteinander zu verbinden. Sollte sie irgendwann wieder zur Bösewichtin werden, erwartet sie deshalb keine Wiederholung ihres früheren Charakters, sondern eine deutlich intensivere Version ihrer eigenen Persönlichkeit. Stratton betonte allerdings nicht, dass ein Heelturn unmittelbar bevorsteht. Bereits im Juli hatte sie erklärt, dass ihr die Rolle als Heel grundsätzlich natürlicher liege und sie diese Seite des Wrestlings besonders unterhaltsam finde.
Ihre ersten Promos bezeichnet Stratton heute als „katastrophal“
Im selben Interview blickte Stratton auf die Anfänge ihrer WWE-Karriere zurück. Während ihrer ersten Wrestling-Ausbildung sei sie die einzige Frau in einer Gruppe junger Männer gewesen und habe zunächst kaum gewusst, wie eine Wrestling-Promo überhaupt funktioniere. Ihre erste eigene Promo bezeichnete sie rückblickend als „atrocious“, also katastrophal. Sie sei damals schüchtern gewesen und habe praktisch ohne Erfahrung ein Mikrofon in die Hand bekommen.
Als Stratton später ins WWE Performance Center kam, befand sich NXT gerade im Übergang zur 2.0-Ära. Nach eigener Erinnerung war sie erst ungefähr vier Wochen dort und wusste, dass sie möglichst schnell einen auffälligen Charakter benötigte, wenn sie ins Fernsehen gelangen wollte. Sie brachte deshalb verschiedene Ideen ein. Schließlich wurde das Konzept der verwöhnten „Daddy’s Little Rich Girl“ aufgegriffen. Stratton sieht diese Figur heute als wichtigen Schritt ihrer Entwicklung. Gerade weil sie damals keine Angst davor gehabt hat, übertrieben oder sogar peinlich zu wirken, hat sie herausfinden können, was für sie funktionierte.
Paul Heyman bleibt Wunschidee – Gespräche gab es bislang nicht
In einem früheren Interview hatte Stratton Paul Heyman als mögliche Vaterfigur für ihr damaliges „Daddy“-Konzept ins Spiel gebracht. Auf die Frage, ob es seitdem ein Gespräch mit dem WWE Hall of Famer gegeben habe, antwortete sie nun mit Nein. Heyman sei schwer zu erwischen und aufgrund seiner zahlreichen Aufgaben häufig beschäftigt. Über eine mögliche Zusammenarbeit hätten beide bislang nicht gesprochen. Stratton stellte jedoch klar, dass sie weiterhin offen für diese Idee wäre. Konkrete WWE-Pläne gibt es dafür nach ihren Aussagen derzeit nicht.
Tiffany Stratton hat bereits Hollywood-Angebote abgelehnt
Auch ihre Zukunft außerhalb des Wrestlings war Thema des Gesprächs. Stratton hatte in der Vergangenheit bereits erklärt, dass sie einer möglichen Hollywood-Karriere grundsätzlich offen gegenüberstehe. Nun verriet sie erstmals konkreter, dass tatsächlich bereits Angebote aus der Film- und Unterhaltungsbranche eingegangen seien. Diese habe sie bislang abgelehnt, weil Wrestling für sie weiterhin Priorität habe.
Triple H gibt ihr regelmäßig direktes Feedback
Bei ihrer weiteren Entwicklung verlässt sich Stratton eigenen Angaben zufolge stark auf erfahrene Personen hinter den Kulissen. Neben den zuständigen Produzenten nannte sie ausdrücklich Triple H. Der WWE Chief Content Officer gibt ihr nach Matches häufig direkt Rückmeldung zu ihrer Leistung. Das sei für Stratton besonders hilfreich, da sie aus dem Turnen komme, wo Leistungen anhand klarer Punktzahlen bewertet würden. Beim Wrestling habe sie lernen müssen, dass die Qualität der Matches wesentlich subjektiver beurteilt wird.
Auch eines ihrer bekanntesten Matches betrachtet sie inzwischen anders. Das Extreme Rules Match gegen Becky Lynch bei NXT No Mercy 2023 zählt weiterhin zu ihren persönlichen Favoriten. Nachdem sie es kürzlich erneut angesehen hatte, seien ihr allerdings mehrere Dinge aufgefallen, die sie heute anders umsetzen würde – insbesondere beim Timing und bei flüssigeren Bewegungsabläufen.
Money in the Bank und WrestleMania bleiben große Ziele
Auch für die nähere Zukunft hat Stratton klare Vorstellungen. Sie möchte erneut Money in the Bank gewinnen und den Koffer zum zweiten Mal in ihrer Karriere in den Händen halten. Die nächste Chance dazu steht bereits bevor. In einem Qualifikationsmatch bei SmackDown am 2. Oktober trifft Stratton auf Tatum Paxley und Candice LeRae. Die Siegerin dieses Matches zieht in das Women’s Money in the Bank Ladder Match ein.
Langfristig möchte Stratton außerdem wieder ein großes Singles Match bei WrestleMania bestreiten. Als mögliche Wunschgegnerinnen nannte sie Rhea Ripley und Bianca Belair. Auch an ihrer Arbeit im Ring will sie weiter feilen. Einen zuletzt missglückten Trainings-Dive über das oberste Seil möchte sie erneut versuchen. Für Stratton gehört auch das Scheitern beim Training dazu und genau diese Entwicklung will sie den Fans weiterhin offen zeigen.
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