Thunder Rosa ist nach acht Monaten Auszeit offiziell zurück bei All Elite Wrestling. Ihr erstes Match nach der langen Pause bestritt sie bei AEW Collision, wo sie auf Julia Hart traf und einen Comeback-Sieg feierte.
Bereits wenige Tage zuvor hatte sie bei AEW Dynamite ihr Comeback vor Publikum gegeben. Im Vorfeld ihres erneuten Auftritts sprach die ehemalige AEW Womens Championesse offen über ihre Gefühlslage. In einem Interview mit Busted Open Radio schilderte sie, wie sehr sie das erste Match nach der langen Pause emotional bewegte: „Ich bin aufgeregt. Ich habe gerade etwa fünf verschiedene Gefühle gleichzeitig. Ich habe ein Kribbeln im Bauch. Ich bin einfach nervös, aber es ist immer gut, kurz vor einem großen Comeback nervös zu sein.“
Ihr letztes Match in einem AEW-Ring hatte sie am 12. Juni 2025 bestritten. Nach weiteren Auftritten, unter anderem im Umfeld von All In, begann eine mehrmonatige Rehabilitationsphase. Laut Rosa war diese Zeit sowohl körperlich als auch mental eine enorme Herausforderung: „Ich war acht Monate lang weg und kann bestätigen, dass die Therapie und die Physiotherapie für mich entscheidend waren, um so zurückzukommen, wie ich zurückgekommen bin. Es war hart, und allein die Tatsache, dass ich kleinere Schritte machen musste, um selbst einfache Dinge zu tun, war schwierig. Es hat eine Weile gedauert und war sehr beängstigend.“
Innerer Druck statt äußerer Kritik
Thunder Rosa machte deutlich, dass der größte Druck nicht von außen kommt. Weder Kritik noch Zweifel anderer stünden im Mittelpunkt, sondern ihr eigener Anspruch an sich selbst: „Jetzt lastet noch mehr Druck auf mir, denn ich muss niemandem etwas beweisen. Ich möchte ganz klar sagen, dass ich alles, was ich tue, tue, um mir selbst zu beweisen, dass ich es noch drauf habe und dass ich diesen Platz verdiene.“
Die achtmonatige Pause sei von schrittweisen Fortschritten, Unsicherheit und intensiver Rehabilitation geprägt gewesen. Das aktuelle Comeback beschrieb sie als einen bedeutenden Moment in ihrer Karriere, der über einen bloßen Neustart hinausgehe.
Deutliche Worte nach hasserfüllter Nachricht
Nach ihrem Sieg bei AEW Collision veröffentlichte Rosa ein Video, in dem sie auf eine hasserfüllte Nachricht reagierte, die sie nach ihrer Rückkehr erhalten hatte. Nach eigenen Angaben richtete sich diese nicht gegen ihre Leistung im Ring, sondern gezielt gegen ihre Identität und Herkunft: „Ich möchte etwas Reales ansprechen. Ich erhalte hasserfüllte Nachrichten, die nicht meine Arbeit kritisieren, sondern mich als Person und meine Herkunft angreifen. Ich werde sie nicht wiederholen. Ich werde diesem Typen keine weitere Aufmerksamkeit schenken. Aber ich möchte Folgendes sagen: In den Vereinigten Staaten werden derzeit viele Menschen weniger als Verdächtige behandelt, nicht wegen ihrer Taten, sondern wegen ihrer Namen, ihrer Akzente oder ihrer Herkunft. Und das ist keine Stärke. Das ist Angst, die sich als Macht tarnt.“
Sie unterstrich anschließend ihren Stolz auf ihre Wurzeln und ihren Weg im Wrestling: „Ich bin Thunder Rosa. Und ja, ich bin stolz darauf, Mexikanerin zu sein. Und ja, ich bin stolz darauf, aus Tijuana zu kommen. Und ich habe mir jeden Schritt, den ich in diesem Geschäft gemacht habe, mit Disziplin, Opferbereitschaft und meiner Liebe zum Wrestling verdient.“
Rosa unterschied klar zwischen legitimer Kritik und persönlichen Angriffen: „Wenn dir meine Matches, meine Promos, mein Stil nicht gefallen, ist das dein gutes Recht. Wrestling ist ein leidenschaftlicher Sport. Debatten gehören dazu. Aber Menschen zu entmenschlichen, ihnen zu drohen, sie zu Einwanderern zu machen, sie zum Gespött zu machen, das ist kein Fandom. Das ist Hass.“
Appell an Locker Room und Fan-Community
Abschließend richtete sich Rosa direkt an die Umkleidekabine, das Publikum und ihre Unterstützer: „Hier ist also meine Botschaft an die Umkleidekabine, an das Publikum und an alle, die zuhören. Wir können weiterhin hart wrestlen, ohne grausam zu sein. Wir können laut sein, ohne gefährlich zu sein. Und wir können diese Gemeinschaft schützen, indem wir uns weigern, Einschüchterung zu normalisieren.
Und an meine Thunder-Armee: Verbreitet keinen Hass, um zurückzuschlagen, teilt ihn nicht, postet ihn nicht erneut, meldet ihn. Steht füreinander ein, denn der Ring ist der Ort, an dem wir kämpfen. Nicht die Kommentare, nicht die Identität von jemandem. Ich gehe nirgendwohin. Ich werde weiterhin für die Menschen da sein, die sich in mir wiedererkennen, und für die Fans, die glauben, dass Wrestling für alle da ist.“
Bei ihrem Match gegen Julia Hart trug sie die Worte „Mujer Mexicana Migrante“ auf ihrer Ringkleidung. Der spanische Ausdruck bedeutet übersetzt „mexikanische Migrantin“ und verweist auf ihre kulturellen Wurzeln sowie auf das Thema Migration, das für viele Menschen eine persönliche und gesellschaftliche Bedeutung hat. Es war ihr erstes Match seit dem Sommer 2025 und markierte zugleich den Beginn eines neuen Kapitels bei AEW, das sportliche Ambitionen und eine klar erkennbare persönliche Haltung miteinander verbindet.
Wie kann man sie nur hassen??