„Stone Cold“ Steve Austin hat sich Anfang Januar 2026 erneut sehr offen zu seiner sportlichen Zukunft geäußert und dabei deutlich gemacht, wie realistisch ein weiteres Match im WWE-Ring tatsächlich noch ist. In der Ausgabe vom 6. Januar 2026 des Podcasts „Insight with Chris Van Vliet“ wurde der Texas Rattlesnake direkt gefragt, ob er körperlich überhaupt noch in der Lage sei, ein Match zu bestreiten.
Austin antwortete unmissverständlich: „Könnte ich das noch tun? Ja – und ich befürworte hier nichts. Ich verkaufe hier nichts, Chris. Du hast mich gefragt – könnte ich das? Ja.“
Gleichzeitig machte er klar, dass diese theoretische Möglichkeit nicht automatisch zu einem Comeback führen müsse: „Wäre ich dafür bereit? Wahrscheinlich nicht. Das sage ich jetzt – aber sag niemals nie.“
Diese Zurückhaltung ist eng mit seiner gesundheitlichen Geschichte verbunden. Austin erklärte, dass er über Jahre hinweg Schmerzen ignoriert habe, bis sein Zustand nicht mehr zu übersehen gewesen sei. Im Dezember 2024 unterzog er sich schließlich einer Kniegelenkersatzoperation, nachdem die Arthritis immer stärker geworden war. Besonders eindrücklich schilderte er, wie sehr ihn die Erkrankung bereits im Alltag eingeschränkt hatte, ohne dass er es selbst realisierte: „Verdammt – ich bin so stark gehumpelt und habe es nicht einmal gemerkt. Die Leute fragten mich: ‚Was ist los?‘, und ich antwortete: ‚Was meinst du denn?‘ Sie sagten: ‚Du humpelst.‘ Verdammt – ich wusste das nicht, weil ich nicht darauf achte, wie ich gehe.“
Austin erklärte, dass sich die Situation kontinuierlich verschlechterte und ihm letztlich keine Alternative mehr blieb: „Es wurde immer schlimmer wegen der Arthritis dort. Letztes Jahr habe ich es schließlich ersetzen lassen. Ich habe mir immer wieder gedacht: Warum habe ich das nicht schon früher gemacht? Ich hatte so starke Schmerzen. Ich habe mich immer gefragt, wie sich Arthritis anfühlt – Mann, jetzt habe ich es am eigenen Leib erfahren. Es ist chronisch – über Jahre hinweg – und es verändert deine Persönlichkeit.“
Auch die psychische Belastung durch den permanenten Schmerz sprach Austin offen an: „Es versetzt dich in einen Geisteszustand, in dem du einfach nur Erleichterung willst. Diese Erleichterung zu bekommen, auf der anderen Seite wieder herauszukommen und trotzdem aktiv zu bleiben – das bedeutet alles.“
WrestleMania 38 und die Entscheidung für Kevin Owens als letzten Gegner
Trotz dieser gesundheitlichen Vorgeschichte kehrte Steve Austin im Jahr 2022 noch einmal für ein Match in den Ring zurück. Bei WrestleMania 38 bestritt er im AT&T Stadium in Dallas, Texas, sein offenbar letztes Match gegen Kevin Owens. Es war sein erstes Match seit WrestleMania XIX im Jahr 2003 und von Beginn an als Abschied angekündigt.
Im Gespräch mit Chris Van Vliet erklärte Austin, warum gerade dieser Zeitpunkt und gerade dieser Gegner für ihn stimmig waren. Eine zentrale Rolle spielte ein persönlicher Besuch von Vince McMahon sowie die besondere Kulisse in Texas: „Es war in Dallas, Texas. Vince flog hierher und wir unterhielten uns. Ich dachte eine Minute darüber nach. Ich mag Kevin Owens sehr. Und er ist einfach … Ich glaube, aus Sicherheitsgründen haben sie sich für Kevin entschieden. Und als sie – als sie ein paar Namen nannten, war Kevin der Richtige.“
Austin stellte klar, dass Owens nicht wegen einzelner Aktionen ausgewählt wurde, sondern wegen seiner generellen Qualität und Zuverlässigkeit im Ring: „Nein, das war nichts Besonderes. Sie haben Kevin ausgewählt, weil sie wissen, wie gut er ist. Und er macht gute Werbung. Kevin Owens wird in die Hall of Fame kommen. Warum sollte man ihn also nicht als Gegner für Stone Cold Steve Austin auswählen?“
Im Rückblick gab Austin offen zu, dass sich die lange Pause deutlich bemerkbar gemacht habe. Dabei erinnerte er sich an Warnungen anderer WWE-Legenden, die sich im Nachhinein als zutreffend erwiesen. Triple H habe zu ihm gesagt: „Man weiß nie, was man hat, bis man dort ist.“ Austin bestätigte, dass diese Einschätzung richtig gewesen sei. Auch Hulk Hogan habe ihn gewarnt: „Du bist noch nicht abgehärtet, weil du noch nicht auf Tour warst.“ Rückblickend hat auch das gestimmt. Ebenso habe Undertaker angemerkt: „Du kannst unmöglich ein gutes Timing haben, weil du noch nicht jeden Abend im Ring gestanden hast.“ Auch diese Aussage habe sich als korrekt erwiesen.
Auch das Gefühl, nach fast 20 Jahren Pause wieder vor einem riesigen Publikum zu stehen, habe sich für Austin ungewohnt angefühlt. Er erklärte, dass er beim Gang zum Ring gemerkt habe, dass er die Reaktionen der Zuschauer aufgrund der Akustik in der Halle nicht so wahrnehmen konnte, wie er es gewohnt war. Gerade darauf achte er sonst sehr genau, insbesondere darauf, wie das Publikum auf die Auftritte reagiere. Trotz dieser Einschränkung habe die Atmosphäre an diesem Abend gepasst, denn die Halle sei spürbar in Bewegung geraten: „Wir haben die Halle zum Beben gebracht.“
Nach dem Match zeigte sich Austin selbstkritisch und blickte offen auf seine Leistung zurück. Er erklärte, dass der Kampf zwar gut verlaufen sei, er sich dabei jedoch stark verausgabt habe, weil ihm nach der langen Pause die Routine im Ring gefehlt habe. Rückblickend sei ihm bewusst geworden, dass er viele Aktionen überstürzt habe. Er hätte sich gewünscht, sich mehr Zeit zu nehmen, den Moment intensiver zu genießen und das Publikum stärker mitzunehmen: „Ich wünschte, ich hätte mir mehr Zeit gelassen, es etwas mehr genossen und das Publikum ein bisschen mehr unterhalten.“
Trotzdem sah er den Auftritt als richtigen Abschluss: „Es war, wie es war. Wir sind damit durchgekommen, weil es so geplant war. Es wurde als mein letztes Match angekündigt. Denn Dallas ist der Ort, an dem ich angefangen habe, und Dallas ist der Ort, an dem ich aufhören würde. Aus all den richtigen Gründen war es also an der Zeit, dieses Match zu bestreiten, und wir haben es geschafft. Aber verdammt, ich hätte mich besser vorbereiten können, und ich hätte gerne besser an diesem Abend für Kevin Owens sein wollen.“
Warum Steve Austin bei WrestleMania 40 fehlte und später dennoch zurückkehrte
Im selben Podcast sprach Steve Austin auch darüber, warum er bei WrestleMania 40 nicht auftrat, obwohl es entsprechende Überlegungen gegeben hatte. Hintergrund waren Spekulationen, dass er in den Main Event zwischen Cody Rhodes und Roman Reigns hätte eingebunden werden können, insbesondere nachdem John Cena und The Rock in das Match involviert waren.
Austin stellte klar, dass die Idee existierte, der Zeitpunkt für ihn jedoch schlicht nicht passte: „Es hat einfach nicht gepasst. Ich hatte andere Dinge zu tun. Ich erinnere mich, als sie mir das vorgeschlagen haben – ich sagte: ‚Alter, ich habe gerade einiges zu tun. Ich glaube nicht, dass ich dabei sein kann.‘ Das war schon lange im Voraus.“
Er bestätigte, dass WWE ihn gern dabei gehabt hätte: „Wurde es mir angeboten oder wollten sie mich dort haben? Ja. Aber ich war nicht in der Lage, teilzunehmen.“
Austin betonte jedoch, dass es keinerlei Spannungen oder Konflikte gegeben habe: „Ich mache gerne so viel wie möglich mit der WWE, wenn es passt – wenn es für sie passt, wenn es für mich passt und wenn es Spaß macht. Aber nicht alles lässt sich zeitlich so gut koordinieren, und ich hatte noch andere Dinge zu tun.“
Ein Jahr später kehrte Austin dennoch zurück. Bei WrestleMania 41 fuhr er mit einem Quad in das Allegiant Stadium in Las Vegas und verkündete die offizielle Gesamtzuschauerzahl von 124.693 für beide Abende. Auch ohne aktives Match sorgte sein Auftritt für lautstarke Reaktionen des Publikums.
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