Seth Rollins über Fan-Trolling und WWE Unreal: Ein offener Blick hinter die Kulissen

Seth Rollins sieht sehr ernst aus

Seth Rollins hat sich in mehreren Gesprächen bei „Busted Open Radio“ ungewöhnlich offen über die Herausforderungen des modernen Wrestling-Geschäfts geäußert. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Becky Lynch sprach der ehemalige WWE World Heavyweight Champion über den wachsenden Einfluss sozialer Medien, den Umgang mit Online-Trollen, den emotionalen Verlust seines Titels nach einer Verletzung sowie über seine innere Zerrissenheit im Umgang mit der Netflix-Serie „Unreal“, die einen tiefen Blick hinter die Kulissen der WWE gewährt.

Anpassung an soziale Medien und moderne Fankultur

Im Gespräch mit Becky Lynch analysierte Seth Rollins, wie sehr sich die Beziehung zwischen WWE und ihrer Fan-Community durch soziale Medien verändert hat. Aus seiner Sicht sei dieser Wandel unumkehrbar, unabhängig davon, ob man ihn begrüße oder nicht.

Rollins machte deutlich, dass ein Austausch über interne Abläufe auch ohne offizielle Formate oder Serien entstanden wäre: „Wenn wir die Show nicht gemacht hätten und es keine Fangemeinde in den sozialen Medien gegeben hätte, die über diese Aspekte gesprochen hätte, wäre es trotzdem passiert.“

Schwieriges Verhältnis zum Kayfabe in WWE Unreal

Seth Rollins gab offen zu, dass ihm der bewusste Bruch mit traditionellen Wrestling-Werten schwerfalle: „Ich habe generell ein sehr schwieriges Verhältnis zu dieser Show. Ich bin jünger, noch unter 40, aber ich habe immer noch eine eher altmodische Mentalität. Wenn ich also so weit getrieben werde, dass ich wirklich Kayfabe brechen muss, tut mir das ein wenig weh.“

Dennoch erkannte er an, dass die Serie mit zeitlichem Abstand produziert wird und keine Live-Geheimnisse preisgibt: „Das Schöne an der Unreal-Show ist, dass sie nachträglich ausgestrahlt wird. Es ist nicht wie bei einer Live-Show am Montag in Echtzeit. Wir lüften sozusagen am Ende ein wenig den Vorhang. Und deshalb fühle ich mich dabei etwas besser.“

Klare Grenzen gegenüber den Produzenten

Rollins machte deutlich, dass er gegenüber den Produzenten klare Grenzen gezogen habe, was private Inhalte betrifft: „Es gibt einige Dinge, die ich weiterhin privat halten möchte. Das habe ich den Produzenten auch ganz klar gesagt. Ich habe ihnen gesagt: Es wird Momente geben, in denen ich euch bitten werde, aufzuhören. Und wenn ihr das nicht respektiert, dann werden wir gehen.“

Gleichzeitig sieht er in der Serie auch eine Chance, das Verständnis für Wrestling zu vertiefen: „Wenn man ein neuer Fan oder ein neuer Zuschauer ist, der Netflix schaut, wird man meiner Meinung nach einen tieferen Respekt für unser Geschäft entwickeln und für die Darsteller sowie für die Mühe, Zeit und Intelligenz, die erforderlich sind, um diesen Prozess der ständigen Erzählung von Geschichten zu durchlaufen.“

Kritik an Trollkultur und Warnung an die Branche

Neben strukturellen Veränderungen sprach Rollins auch direkt die Online-Kultur an, die aus seiner Sicht zunehmend von Provokation und Zerstörungswillen geprägt sei: „Wir leben jetzt in dieser Trollkultur, oder? Und deshalb wollen die Leute einfach nur, sie wollen ein Teil davon sein, oder sie wollen so tun, als wären sie ein Teil davon, oder sie wollen sie zerstören, wenn sie können.“

Seine Schlussfolgerung für die Wrestling-Branche fiel klar aus: „Das Unternehmen muss sich einfach anpassen. Und wenn man sich nicht anpassen und weiterentwickeln kann, bleibt man auf der Strecke.“

Der emotionale Verlust des WWE World Heavyweight Titels

In einem weiteren Teil des Interviews sprach Seth Rollins offen darüber, wie es sich angefühlt habe, seinen WWE World Heavyweight Championship Titel verletzungsbedingt niederlegen zu müssen. Auf Nachfrage von Bully Ray beschrieb er den inneren Prozess, den diese Entscheidung ausgelöst habe: „Mir geht es großartig, mir geht es wunderbar. Ich genieße die Auszeit, bis zu einem gewissen Grad. Ich habe ein paar Wochen gebraucht, um mich damit abzufinden, dass ich meinen World Heavyweight Champion Titel aufgeben musste. Aber es ist gut gelaufen.“

Trotz der Enttäuschung habe er gelernt, die Pause anzunehmen und anders zu nutzen.

Fokus auf Familie während der Auszeit

Rollins erklärte, dass ihm die Zeit abseits des Rings ermöglicht habe, sich stärker auf seine Familie zu konzentrieren. Besonders die gemeinsamen Momente mit seiner Tochter und Becky Lynch hätten ihm geholfen, die Situation positiv zu sehen: „Die Auszeit war schön. Ich konnte Zeit mit meiner Tochter verbringen, über American Football reden und meiner Frau dabei zusehen, wie sie die Beste aller Zeiten ist. Es war gar nicht so schlecht.“

Gleichzeitig machte er klar, dass sein sportlicher Ehrgeiz ungebrochen sei: „Ich freue mich darauf, zurückzukommen, wann immer das sein wird, aber ich versuche, das Beste daraus zu machen.“

3 Kommentare

  1. Er liegt zwar völlig richtig mit Trollkuktur, aber warum verkörpert er dann den größten Troll, der dort rumläuft? Von sich abzulenken ubd auf andere zu projezieren ist ein Hauptmerkmal dieser „Kultur“.

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