Zum Jahresende 2025 hatte Seth Rollins erstmals einen konkreten Zeitrahmen für seine Rückkehr zu WWE genannt. Bei „Mohr Stories“ sprach der frühere World Champion ausführlich über die Schulterverletzung, die er sich bei „WWE Crown Jewel“ in einem Match gegen Cody Rhodes zugezogen hatte. Dabei riss er sich die Rotatorenmanschette und musste operiert werden. Rollins erklärte offen, wie weit seine Genesung bereits fortgeschritten ist. „Ich hatte die Operation an der Rotatorenmanschette vor acht Wochen, fast neun, wenn wir jetzt davon sprechen. Also habe ich noch drei Monate vor mir.“
Damit deutet alles auf eine mögliche Rückkehr im März 2026 hin, also wenige Wochen vor WrestleMania. Eine Garantie für einen Einsatz bei der Großveranstaltung gab Rollins jedoch nicht. Die endgültige Entscheidung liege beim medizinischen Team der WWE.
Auch den Moment der Verletzung schilderte Rollins detailliert. Er versuchte einen besonders riskanten Move aus großer Höhe, bei dem etwas schiefging: „Ich habe einen Move gemacht, den man wohl als Coast-to-Coast-Headbutt bezeichnen würde. Ich habe Cody Rhodes kopfüber in einer Ecke platziert und bin von der anderen Ecke aus etwa sechs Meter gesprungen. Ich bin viel zu alt dafür.“
Beim Versuch, seinen Gegner zu schützen, ging die Aktion endgültig schief: „Mein gesamtes Gewicht lastete auf diesem Ellbogen, also drückte ich ihn einfach in meine Schulterpfanne und spürte, wie er sich bewegte. Ich dachte mir: Das ist nicht gut.“
Trotz der Verletzung beendete Rollins das Match und gewann die Crown Jewel Championship. Erst später wurde ihm klar, wie schwer die Verletzung tatsächlich war: „Bis nach der Operation war es gar nicht so schlimm. Ich hatte eine Armschlinge und nahm ein paar Schmerztabletten. Zugegebenermaßen war es keine große Sache.“
Rollins über Arbeitsbesessenheit und die Folgen für sein Privatleben
Neben seiner Verletzung sprach Rollins auch offen über die psychischen Belastungen seiner Karriere. Er machte deutlich, dass es ihm über längere Zeit nicht gelungen sei, klar zwischen seinem Leben als WWE-Superstar und seinem Privatleben zu trennen. Statt nach der Arbeit abzuschalten, habe er diese Rolle dauerhaft mit sich herumgetragen. Rollins beschrieb es so: „Ich habe aufgehört, meine Arbeitsmütze abzunehmen. Ich habe sie einfach weitergetragen und bin zu Seth Rollins geworden.“
Diese Haltung habe sich massiv auf sein persönliches Umfeld ausgewirkt, insbesondere auf eine frühere Beziehung. Rollins räumte ein, dass sein Verhalten als Partner darunter gelitten habe: „Meine damalige Freundin. Ich war kein guter Partner, teilweise aus diesem Grund. Denn ich habe einfach diese Rolle übernommen und das war ich dann.“
Auf die Frage, ob großer Erfolg zwangsläufig persönliche Opfer mit sich bringe, reagierte Rollins selbstkritisch. Er machte deutlich, dass er diesen Weg nicht ohne negative Folgen gehen konnte: „Ich gehörte nicht zu den Leuten, die das ohne Kollateralschäden durchziehen konnten.“
Inzwischen habe er einen besseren Umgang mit dieser Balance gefunden. Seine Ehe mit Becky Lynch habe ihm geholfen, das Leben als WWE Superstar realistischer einzuordnen und auch außerhalb des Rings wieder Abstand zu gewinnen.
Deutliche Worte zu Kritik an WWE Veranstaltungen in Saudi-Arabien
Ein weiterer Schwerpunkt des Interviews war die langjährige Partnerschaft der WWE mit Saudi-Arabien. Rollins ging dabei auf die immer wieder erhobenen Vorwürfe ein, WWE-Talente würden für Auftritte in dem Land mit sogenanntem Blutgeld bezahlt. Er machte deutlich, dass diese Kritik ihn und seine Kollegen bereits seit mehreren Jahren begleitet und sie sich dieser Diskussion dauerhaft ausgesetzt sehen.
In diesem Zusammenhang erklärte Rollins, dass er diese Vorwürfe für einseitig hält. Seiner Ansicht nach könne man nicht ausschließlich Saudi-Arabien moralisch infrage stellen, da WWE-Talente ebenso in den USA bezahlt würden. Mit diesem Vergleich wollte Rollins verdeutlichen, dass aus seiner Sicht auch westliche Staaten nicht frei von problematischen politischen oder moralischen Verstrickungen seien und dass der Begriff Blutgeld daher nicht nur auf Saudi-Arabien angewendet werden könne.
Mit Blick auf die Entwicklung der Shows im Wüstenstaat erklärte er: „Als wir das erste Mal dort waren, gab es keine Frauen in unserer Show. Keine Frauen hinter der Bühne. Jetzt gehen wir dorthin, und es ist wie bei einer WWE-Show. Es gibt jede Menge Frauen.“
Aktueller Gesundheitszustand und Vertragslaufzeit
Im selben Gespräch bestätigte Rollins, dass sein aktueller WWE‑Vertrag noch eine Laufzeit von drei Jahren besitzt. Ein baldiges Karriereende stehe daher nicht zur Debatte. Sein Fokus liege derzeit vollständig auf der Genesung und einer vollständigen Rückkehr, sobald die medizinische Freigabe erfolgt.
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